So., 25.03.2018

Volleyball: Frauen-Bundesliga Meister Schwerin ist zu stark für den USC

Klares Kräfteverhältnis: Schwerins Jennifer Geerties drückt Luisa Keller weg und schaltet mit dem SSC den USC um Juliane Langgemach (r.) und Mareike Hindriksen (h.) aus. Auch am Sonntag gewann der Meister mit 3:0.

Klares Kräfteverhältnis: Schwerins Jennifer Geerties drückt Luisa Keller weg und schaltet mit dem SSC den USC um Juliane Langgemach (r.) und Mareike Hindriksen (h.) aus. Auch am Sonntag gewann der Meister mit 3:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Dieser Ausgang war zu befürchten. Und trotzdem waren die Spielerinnen des USC Münster nach dem zweiten 0:3 gegen den SSC Palmberg Schwerin und dem damit verbundenden Saison-Aus schwer enttäuscht. Zumindest ein Satzgewinn wäre verdient gewesen für den Gastgeber.

Von Henner Henning

Die Überraschung ist ausgeblieben, der Meister war zu stark. Der USC Münster hat auch das zweite Playoff-Viertelfinale mit 0:3 (15:25, 27:29, 17:25) gegen den SSC Palmberg Schwerin verloren und ist damit ausgeschieden. Aus und vorbei, die Saison ist für die Mannschaft von Trainer Teun Buijs ohne Satzgewinn ausgelaufen. Es wäre zumindest ein kleiner Lohn für eine kämpferisch erneut tadellose Leistung gewesen.

Auf zwei Positionen veränderte Buijs seine Startformation – einmal freiwillig, einmal der Not folgend. Für Ines Bathen begann im Außenangriff Lina Alsmeier, auf der Libera-Position übernahm Linda Dörendahl zum dritten Mal in dieser Saison die Verantwortung für Lisa Thomsen, die mit einer starken Erkältung das Treiben von der Bank aus verfolgen musste. Und das ließ sich zunächst gut an für den USC. Mit einem Blattschuss gegen Nationalspielerin Jennifer Geerties stellte Alsmeier auf 8:6 und besorgte wenige Augenblicke später auch das 9:8. Doch Schwerin war nun geweckt, anders als im Hinspiel vor Wochenfrist wollte es der amtierende Meister nicht bis in die Crunchtime auf wackligen Füßen stehen lassen. Die 1,95 Meter große Lauren Barfield läutete mit zwei Blocks gegen Ivana Vanjak und Juliane Langgemach die Wende ein, Louisa Lippmann baute mit zwei Aufschlagpunkten gegen Vanjak den SSC-Vorsprung auf 18:12 aus. Münster hatte Mühe, mit Schwerins Tempo mitzugehen, und kam so nur noch zu einem weiteren Zähler im 22 Minuten kurzen Eröffnungssatz.

Sympathien gewonnen

Aus im Viertelfinale gegen den Titelverteidiger, in der Hauptrunde auf Platz sechs. Was bleibt von dieser Spielzeit? Der USC hat nach der durchwachsenen und von Misstönen begleiteten Vorsaison den Umbruch geschafft. Neue, junge Gesichter begeisterten mit einer starken Hinrunde, die vielen Verletzungen kosteten eine bessere Platzierung und damit eine günstigere Playoff-Ausgangslage. Der USC hat Sympathien zurückerobert – schon das ist ein Erfolg. Nun gilt es, in der kommenden Spielzeit auch tabellarisch weiter vorzurücken.

Verkehrte Seiten, gleiches Bild – zumindest bis zur Mitte des Durchgangs. Bis zur Technischen Auszeit hatten die Unabhängigen vor 1576 Zuschauern leichte Vorteile (8:6), dann übernahm der Gast aus Mecklenburg-Vorpommern das Kommando mit seinem kompromisslosen Spiel (13:17). Doch diesmal ließ sich Münster nicht abschütteln, im Gegenteil: Der USC war nach drei Blockpunkten in Serie – darunter zwei Mal Alsmeier gegen Beta Dumancic – plötzlich wieder da (17:17). Nicht nur das, die Buijs-Schützlinge legten gar vor, führten in der besten Phase der Partie mit 23:21 und hatten nach einem abgewehrten Satzball selbst zwei Chancen zum Ausgleich. Lippmann und dann Vanjak sorgten mit einem Aufschlagfehler jeweils für Gleichstand. Der Durchgang war auf des Messers Schneide, das Pendel hätte zu beiden ausschlagen können. Es entschied sich aber für den SSC, der beim Punkt zum 29:27 das nötige Glück hatte. Der von Dumancic geblockte Lohuis-Angriff wäre ins Aus gesegelt, die Niederländerin in Münsters Diensten aber berührte mit ihrem Körper den Ball noch – Punkt und damit Satz für Schwerin. „Es sind leider immer wieder die Kleinigkeiten, die uns fehlen. Das ist frustrierend“, sagte Buijs, der aber Schwerins Überlegenheit anerkannte und das Weiterkommen als „verdient“ bezeichnete.

Der USC hatte den kleinen Finger, den ihm der SSC ausgestreckt hatte, nicht zu fassen bekommen. Die ohnehin hohe Hürde mutierte nun zur Herkulesaufgabe, die Münster bei allem Engagement und Eifer nicht mehr lösen konnte. Zu souverän und einfach zu gut war das Team auf der anderen Netzseite, das einmal mehr in Lippmann (24 Punkte) die überragende Akteurin hatte. Bis zum 10:12 hielt der USC Schritt, die 0:5-Serie aber war zu viel für die Unabhängigen. Ein Lippmann-Smash beendete die Partie – und damit die USC-Saison.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5617758?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686216%2F