Mi., 18.04.2018

Volleyball: Bundesliga Der USC Münster ist in schweren Zeiten gemeinsam stark

Gaben sich in schweren Stunden Halt: Die USC-Spielerinnen um Kapitänin Mareike Hindriksen (2.v.r.).

Gaben sich in schweren Stunden Halt: Die USC-Spielerinnen um Kapitänin Mareike Hindriksen (2.v.r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das Drama um Chiara Hoenhorst, die bei der Amokfahrt schwer verletzt wurde, hat den USC Münster schwer getroffen. Gemeinsam versucht das Team, die Geschehnisse aufzuarbeiten. Das braucht Zeit, auch wenn so langsam der Alltag – auch mit Personalplanungen – wieder Einzug hält am Berg Fidel.

Von Henner Henning

Schwere Tage liegen hinter dem USC Münster. Die schlimme Nachricht von Chiara Hoenhorst, die bei der Amokfahrt in Münsters Altstadt schwer verletzt wurde und zwischenzeitlich in Lebensgefahr geschwebt hatte, erschütterte den Volleyball-Bundesligist zutiefst. An einen geregelten Trainingsbetrieb in der Halle Berg Fidel war verständlicherweise in der vergangenen Woche nicht zu denken, auch wenn die Mannschaft mit dem Trainerstab viel Zeit zusammen verbrachte. Gemeinsam stark, getreu dem Slogan „one team“, den der USC in der abgelaufenen Saison zu seinem Markenzeichen gemacht hatte.

„Der Moment, als ich davon gehört habe, war ein Schock. Wie für uns alle“, sagte Coach Teun Buijs, der von den Vorfällen in seiner niederländische Heimat bei Amsterdam am späten Abend des für Münster einschneidenden Tages erfahren hatte. Es folgten Stunden des Hoffens und Bangens, bis schließlich die frohe Kunde kam, dass die 21 Jahre alte Hoenhorst außer Lebensgefahr und auf dem Weg der Besserung sei. „Das war alles nicht einfach“, meinte Buijs, der in den Tagen nach der Amokfahrt viel mit den aktuell noch in Münster trainierenden Spielerinnen geredet hat. „Das war für uns wichtig, um alles aufzuarbeiten. Wir sind als Mannschaft so eng, das ist fast wie eine Familie“, sagt Buijs. Und die steht ja bekanntlich gerade in schweren Momenten zusammen.

So langsam aber kehrt der Alltag zurück in das Training, am Montag ging es erstmals wieder in der Halle mit einer Einheit weiter. Kraft- und Technikeinheiten stehen derzeit auf dem Plan, zwischendurch – wie am Dienstag – bittet der Coach zum Beachvolleyball. Dazu will Buijs mit seinen Schützlingen weiter an seiner Spielphilosophie arbeiten. Sieben Spielerinnen sind derzeit in Münster dabei, die Finninnen Rosa Laakkonen und Katja Kylmäaho haben sich ebenso wie Ivana Bulajic (Serbien) und Nadja Schaus schon – zum Teil endgültig – verabschiedet. Dazu weilt Juliet Lohuis bei der niederländischen Nationalmannschaft, zur deutschen Auswahl bricht am Montag zudem Ivana Vanjak auf. „Dass wir nur mit wenigen Spielerinnen derzeit trainieren, ist normal für die Phase. Es ist eine ruhigere Zeit für uns, die wir aber vernünftig nutzen wollen“, erklärt Buijs.

Der 58-Jährige selbst dagegen hat da schon etwas mehr Arbeit zu verrichten. Die Personalplanung für die kommende Saison ist noch nicht abgeschlossen, einige Planstellen sind beim USC noch nicht besetzt. Ob Ines Bathen ihre Bundesliga-Karriere fortsetzt, entscheidet sich wohl erst Mitte Mai, bei Mittelblockerin Juliane Langgemach scheinen die Gespräche weit fortgeschritten und auf einem guten Weg. Sie wäre neben Lohuis die zweite Kraft im Block, eine dritte sucht Buijs noch. Die Personalie Laakkonen liegt erst einmal auf Eis, der Coach sichtet derzeit viele Videos und Angebote. Gleiches gilt für die Position der zweiten Zuspielerin hinter Mareike Hindriksen. Buijs hofft auf einen Verbleib seiner Nummer eins über das Vertragsende im Sommer 2019 hinaus und könnte sich daher eine junge Regisseurin beim USC vorstellen, die Hindriksen für die Zukunft vorbereitet und dann auch mitentwickelt.

So langsam hält beim USC nach dem Drama um Hoenhorst der Alltag wieder Einzug, auch wenn es weiter tagtäglich Thema bleiben wird. „Die positiven Nachrichten, die wir von Chiara hören, helfen uns“, so Buijs.



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