Volleyball: Frauen-Bundesliga
Es fehlt die nötige Frische beim USC Münster

Münster -

Da fehlte die Frische: Nach dem mühevollen 3:1-Sieg am Samstag gegen das Bundesstützpunktteam aus Berlin musste sich der USC Münster einen Tag drauf dem SC Potsdam mit 0:3 geschlagen geben. Ein Rückschlag im Kampf um die Playoffs.

Sonntag, 03.02.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 03.02.2019, 17:38 Uhr
Enttäuschte Gesichter: (v.l.) Linda Bock, Mareike Hindriksen und Lena Vedder verloren mit dem USC 0:3 gegen Potsdam. Da half auch aller Einsatz von Kazmiere Brown im US-Duell gegen Alexa Dannemiller nichts.
Enttäuschte Gesichter: (v.l.) Linda Bock, Mareike Hindriksen und Lena Vedder verloren mit dem USC 0:3 gegen Potsdam. Da half auch aller Einsatz von Kazmiere Brown im US-Duell gegen Alexa Dannemiller nichts. Foto: Jürgen Peperhowe

Der USC Münster hat zum Abschluss seines Doppelpack-Wochenendes einen Rückschlag kassiert. 24 Stunden nach dem mühsam erkämpften 3:1-Erfolg gegen den VCO Berlin verlor der Volleyball-Bundesligist gegen den SC Potsdam mit 0:3 (21:25, 18:25, 23:25) und musste damit den punktgleichen Konkurrenten ziehen lassen. „Wir waren einfach zu müde, uns hat die Frische gefehlt. Grund dafür ist der Spielplan, der einfach unfair war“, sagte USC-Trainer Teun Buijs nach dem vierten Spiel in acht Tagen.

Mit Juliane Langgemach und Kazmiere Brown im Block – gegen Berlin hatte Leihgabe Marie Schölzel debütiert und begonnen – sowie wieder mit Lisa Thomsen als Libera zeigte der USC vom Start weg ein ganz anderes Gesicht als Samstag. Lief es gegen den VCO schleppend und zäh, legten die Unabhängigen gegen Potsdam mit einer anderen Intensität los.

Knappes Duell

Griffig war der Gastgeber vor 1376 Zuschauern und erwischte den SCP in seinem sonntäglichen Mittagsschlaf. Eine Drei-Punkte-Serie von Luisa Keller und der Angriff von Liza Kastrup sorgten für das schnelle 7:1. Doch die Brandenburgerinnen wachten nach der passenden Ansage von Coach Guiellermo Hernandez auf, senkten ihre Fehlerquote und schlichen sich auf leisen Sohlen heran.

Jetzt war es das erwartet knappe Duell zweier Mannschaften, die mit den Lib Aachen um die Plätze vier und fünf und damit um eine gute Ausgangslage für die Playoffs kämpfen. Aus Münsters 11:6 wurde ein 13:14, bis zum 20:20 ging es Schulter an Schulter in Richtung Endphase. Und in der war Potsdam das in der Abwehr aufmerksamere und fehlerfreiere Team, Münster dagegen leistete sich nach einer Keller-Annahme ein Missverständnis zum 21:24 und einen misslungenen Angriff von Lina Alsmeier.

Drei Fragen an Marie Schölzel

Erst am Donnerstagabend kam Marie Schölzel in Münster an, trainierte erstmals am Freitag mit dem Team und spielte dann gleich zweimal am Wochenende. Ein ereignisreicher Start für die Leihgabe des SSC Palmberg Schwerin.

Wie hat die Mannschaft Sie aufgenommen?
Marie Schölzel: Das Team hat mich total herzlich aufgenommen und hat mir den Einstieg leicht gemacht. Leider hat es gegen Potsdam nicht gereicht.

Woran machen Sie die Niederlage fest?
Schölzel: Die Müdigkeit hat nach dem harten Programm sicher eine Rolle gespielt. Vier Spiele in acht Tagen sind gerade für die jungen Spielerinnen nicht einfach.

Nun haben Sie etwas Zeit, sich einzugewöhnen, beim USC und in der Stadt. Haben Sie schon eine Wohnung?
Schölzel: Eine eigene Wohnung habe ich nicht. Die ersten Tage bin ich in der Wohnung von Ivana Vanjak, die gerade nicht in Münster ist. Dann ziehe ich aber zu Teresa Mersmann und bilde mit ihr eine WG.

...

SCP gibt den Takt vor

Einmal kurz durchatmen und schütteln – und weiter im Takt. Den aber gab zu Münsters Leidwesen weiter der SCP vor. Ein 7:1-Lauf beim Stand von 7:7 leitete im zweiten Durchgang früh die Vorentscheidung ein. Der USC kam nicht mehr in Schlagdistanz, zu inkonstant war die Leistung im Angriff und in der Block-Feld-Abwehr, kleinere Abstimmungsprobleme und die fehlende Frische taten ihr Übriges. Potsdam dagegen spielte es solide und stabil, konnte sich dazu auf seine zuverlässigen Punktelieferantinnen Silvana Chausheva und Liga-Topscorerin Marta Drpa verlassen.

Der 0:2-Satzrückstand war eine schwere Hypothek, kampflos räumen wollte der angeschlagene USC das Feld in der Halle Berg Fidel aber nicht. Kämpferisch gingen die Buijs-Schützlinge in den dritten Abschnitt, führten dank der eingebrachten Energie von Schölzel, die insgesamt auf neun Punkte kam, bis zum 18:16 und waren bis zum 23:23 gleichauf.

Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Uns fehlten ein paar Prozent, und die machen den Unterschied.

USC-Trainer Teun Buijs

Doch der geblockte Angriff von Liza Kastrup sowie der folgende erfolgreiche Versuch von Potsdams Annegret Hölzig beendeten die Partie nach 82 Minuten vorzeitig, eine Verlängerung und damit die Chance auf einen Punktgewinn gestattete der frischere SCP den Westfälinnen nicht. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Uns fehlten ein paar Prozent, und die machen den Unterschied“, sagte Buijs nach dem bitteren Ausklang einer strapaziösen Woche.

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