Volleyball: Bundesliga Frauen
Neuer Zweijahresvertrag für Top-Talent Luisa Keller bleibt beim USC

Münster -

Die gute Nachricht kam direkt nach dem Saisonende: Luisa Keller, 17 Jahre altes Toptalent, hat sich weitere zwei Jahre an den USC Münster gebunden. Sieben Spielerinnen stehen damit bereits unter Vertrag bei den Unabhängigen, die allerdings auch Abgänge zu vermelden haben.

Donnerstag, 04.04.2019, 14:10 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 12:46 Uhr
Nach Lina Alsmeier (l.) bleibt mit Luisa Keller ein weiteres Toptalent beim USC. Die 17-Jährige hat sich für weitere zwei Jahre an die Unabhängigen gebunden.
Nach Lina Alsmeier (l.) bleibt mit Luisa Keller ein weiteres Toptalent beim USC. Die 17-Jährige hat sich für weitere zwei Jahre an die Unabhängigen gebunden. Foto: Jürgen Peperhowe

Lina Alsmeier hatte im Februar vorgelegt und ihren Vertrag um drei Jahre verlängert. Im März zog dann Nationalspielerin Ivana Vanjak nach und gab dem USC Münster ihre Zusage für 24 weitere Monate. Und nun, einen Tag nach dem durch die Tiebreak-Niederlage gegen den SSC Palmberg Schwerin besiegelten Saison-Aus, folgte die nächste gute Nachricht vom Berg Fidel. Luisa Keller setzte noch am Mittwochabend im Vip-Raum ihre Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier, das das 17 Jahre alte Top-Talent bis 2021 an die Unabhängigen bindet.

„Luisa ist eines der größten Talente im deutschen Volleyball und hat eine große Karriere vor sich. Es macht großen Spaß, mit ihr zu arbeiten und sie im Team zu haben. Sie ist eine wichtige Spielerin für uns“, sagt Trainer Teun Buijs, der sich für Kellers Verbleib starkgemacht hatte. Nach dem Kreuzbandriss von Vanjak rückte die Abiturientin wie ihre Schulkollegin Alsmeier (18) mehr und mehr in die Verantwortung, machte in ihrer Entwicklung einen großen Schritt nach vorne – und trotzte dabei zuletzt den Anforderungen der Bundesliga-Playoffs und der Abiturvorbereitung. „Es war schon eine sehr anstrengende Zeit“, gesteht Keller, die 2016 vom SV Bad Laer ins Sportinternat Münster kam und sich ein Jahr später in den Bundesliga-Kader spielte. Die gebürtige Braunschweigerin, die auf der Außen- und Diagonalposition beheimatet ist, will nach ihrer Schul- nun erst mal ihre Volleyball-Karriere vorantreiben. „Ich werde erst einmal ein Jahr lang nur Volleyball spielen und mir in der Zeit das für mich passende Studienfach suchen. Dass ich in Münster bleiben wollte, war für mich eigentlich von Anfang an klar. Die Mannschaft ist spitze, Trainerteam und Staff ebenfalls“, sagt Keller, die in der nächsten Saison mit den Unabhängigen angreifen will. „Ich möchte auf jeden Fall versuchen, mit dem USC eine bessere Hauptrundenplatzierung zu erreichen als in diesem Jahr. Wir haben schon einige Punkte liegengelassen. Wenn wir dann Vierter oder Fünfter werden, dann stehen die Chancen für uns besser, in den Playoffs auch mal ein bisschen weiterzukommen.“

Die Hälfte ihrer künftigen Teamkolleginnen steht bereits fest, sieben Spielerinnen hat der Bundesligist für das Spieljahr 2019/20 unter Vertrag. Neben Keller, Alsmeier und Vanjak haben auch Zuspielerin Svenja Enning, Juliane Langgemach, Liza Kastrup und Linda Bock über den Sommer hinaus laufende Kontrakte. Auf eine Kaderstärke von „mindestens zwölf“ will Buijs kommen, Gespräche laufen auf allen Kanälen. Auch mit Mareike Hindriksen, Kapitänin in den vergangenen beiden Jahren und mit ihrer Routine eine wichtige Stütze. Die 31-Jährige signalisierte ihren Willen, am Berg Fidel bleiben zu wollen, und steht mit dem Verein in Gesprächen. „Es macht mir hier unheimlich viel Spaß mit der jungen Mannschaft“, sagt die Zuspielerin, deren Zukunft ebenso wie die von Kazmiere Brown noch offen ist. Die US-Blockerin plagt das Heimweh, sie erwägt eine Rückkehr in die USA. „Ich bin noch total unentschlossen. Ich liebe Volleyball, aber so weit weg von meiner Familie zu sein, ist schwer“, meint die zurzeit am Fuß verletzte Brown.

Fest stehen dagegen drei Abgänge. Leihgabe Marie Schölzel wird wie vereinbart nach Schwerin zurückkehren. Auch ihre Mittelblockkollegin Juliet Lohuis verlässt den USC – das Ziel der niederländischen Nationalspielerin, die verletzt von der WM zurückkam, lange ausfiel und zum Zankapfel zwischen Buijs und dem niederländischen Verband wurde (Buijs: „Juliet wurde falsch behandelt, und wir haben den Preis bezahlt“), ist noch offen.

USC-Eigengewächs Chiara ­Hoenhorst, die sich nach ihrem Schicksalsschlag und der schweren Kopfverletzung zurück in den Sport gearbeitet hat, wird ab dem Sommer auch nicht mehr zum Buijs-Kader gehören. „Chiara hat sich entschieden, eine andere Richtung einzuschlagen. Der Unfall vor einem Jahr hat sie zurückgeworfen, aber sie hat sich unglaublich stark zurückgekämpft“, sagt der Trainer.

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