Volleyball: Bundesliga Frauen
Schwierige USC-Saison mit großem Lerneffekt

Münster -

Der Schlussakkord einer Saison mit Höhen und Tiefen war noch einmal bemerkenswert. Nur knapp verpasste der USC Münster den Heimsieg gegen den SSC Palmberg Schwerin. Danach kassierte er ein Lob aus berufenem Munde. Der eigene Trainer, Teun Buijs, zog ein gemischtes Fazit.

Donnerstag, 04.04.2019, 21:00 Uhr
Lina Alsmeier und Linda Bock (r.) sammelten in der abgelaufenen Saison viel Spielzeit – und damit viel Erfahrung.
Lina Alsmeier und Linda Bock (r.) sammelten in der abgelaufenen Saison viel Spielzeit – und damit viel Erfahrung. Foto: Jürgen Peperhowe

 Das Lob kam aus berufenem Munde. „Was Münster in den ersten beiden Sätzen gespielt hat, war Wahnsinn. Da bekommt jede Mannschaft Probleme“, sagte Felix Koslowski, Coach des SSC Palmberg Schwerin und gleichzeitig Bundestrainer. „Ich sehe großes, großes Potenzial beim USC.“ Seine warmen Worte waren Anerkennung für die beste Saisonleistung und zugleich Trost, dass diese nicht für einen Sieg reichte.

Sie genügte aber höchsten Ansprüchen und sorgte dafür, dass sich die Unabhängigen erhobenen Hauptes aus der Spielzeit verabschiedeten. „Wir wollten mit Leidenschaft und Herz auf das Feld gehen, wollten Schwerin noch einmal richtig ärgern. Ich bin froh, dass uns so eine Leistung gelungen ist“, sagte Mareike Hindriksen nach dem 2:3 gegen den Deutschen Meister. „Es war schwer für uns, das Level zu halten. Da hat der SSC dann noch andere Möglichkeiten.“

So war Koslowskis Tausch von der diesmal schwachen Mckenzie Adams zu Greta Szkmary der entscheidende, die Ungarin war mitverantwortlich für die Wende nach Münsters 2:0-Führung. Dem USC dagegen fehlen solche Luxus-Möglichkeiten, zumal mit Liza Kastrup eine energische Angreiferin kurzfristig mit einer Sprunggelenksverletzung ausfiel. „Schwerin hat da die größere Auswahl, wir haben einen kleineren Kader mit jungen Spielerinnen“, sagte USC-Coach Teun Buijs, der mit gemischten Gefühlen einen Schlussstrich unter die Saison zog. „Das zweite Jahr bei einem Verein war bei mir als Trainer meistens das bessere. Nach Platz sechs zuvor sind wir diesmal in der Hauptrunde Siebter geworden, da wollten wir mehr. Es hatte viel mit den langfristigen Verletzungen zu tun, dass es nicht geklappt hat“, meinte Buijs mit Blick auf die Ausfälle von Ivana Vanjak und Juliet Lohuis. „Nach dem Kreuzbandriss von Ivana stand die Weiterentwicklung der jungen Spielerinnen im Fokus. Und da kann ich sagen, dass das Team viel gelernt hat.“

Lina Alsmeier, Luisa Keller und allen voran Linda Bock in ihrem Premierenjahr attestierte er große Fortschritte, die aus Borken gekommene Bock war nicht nur deswegen zufrieden mit ihrem Einstieg in die Bundesliga. „Ich habe unheimlich viel gelernt in jedem Training und Spiel und glaube, dass ich im Profisport angekommen bin“, so die 18-Jährige, mit der Buijs als Libera Nummer eins plant. „Ich habe keine Zweifel an Linda. Sie ist die Libera der Zukunft.“

Statistische Werte

Eine leichte Steigerung zum Vorjahr gab es in den elf Hauptrundenspielen. Lag der Schnitt in der Saison 2017/18 noch bei 1301 Besuchern pro Partie (2016/17: 1067), so kamen diesmal durchschnittlich 1413 Zuschauer. Den Bestwert lieferte die letzte Begegnung gegen Aachen mit 2612 Gästen, die Minuskulisse gab es gegen den VCO Berlin (704 Besucher).

Zudem sahen das Pokal- sowie das Playoff-Viertelfinale gegen Schwerin 1007 beziehungsweise 1236 Zuschauer.  Wer zum Berg Fidel kam und ein USC-Spiel verfolgte, hatte in der Bundesliga im Schnitt ein Vergnügen von 95,67 Minuten, in denen 44 Sätze gespielt wurden. Zum Vergleich: Auswärts standen die Unabhängigen im Schnitt exakt 90 Minuten auf dem Feld – in 43 Durchgängen.

Höchstspielzeit waren die 141 Minuten beim 3:2 in Suhl, in Berlin hielt sich der USC nur 67 Minuten auf. 26-mal (inklusive Pokal) wurden beim USC in dieser Saison die wertvollsten Spielerinnen der Partie gekürt. Sechsmal erhielt Luisa Keller die Auszeichnung, dahinter folgten Mareike Hindriksen und Lina Alsmeier (je fünf). Auf drei Berufungen kamen zudem Juliane Langgemach und Linda Bock.

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