Volleyball: Bundesliga Frauen
Schalkes Coach Wagner bringt USC gegen Dresden kein Glück

Münster -

Der USC Münster kommt in dieser Saison weiter nicht richtig in Fahrt. Im siebten Spiel gab es schon die fünfte Niederlage. Die Deutlichkeit des 0:3 gegen den Dresdner SC war schon enttäuschend, auch wenn der Gast natürlich trotz schwieriger Startphase in der Saison Favorit war. Auf der Tribüne saß derweil ein prominenter Fußball-Trainer.

Mittwoch, 27.11.2019, 20:44 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 21:19 Uhr
Bild mit Symbolcharakter: Dresdens Camilla Weitzel
Bild mit Symbolcharakter: Dresdens Camilla Weitzel Foto: Jürgen Peperhowe

Insgeheim mag manch kühner Optimist im Umfeld des Clubs auf eine Überraschung gehofft haben. Doch von der war der USC Münster am Mittwochabend ziemlich weit entfernt. In schmucklosen 72 Minuten verlor er sein Punktspiel gegen den Dresdner SC glatt 0:3 (18:25, 17:25, 22:25). Es war die fünfte Niederlage im siebten Saisonspiel. Zurzeit hängt die Mannschaft im Tabellenkeller fest. Das nächste Auswärtsspiel in zehn Tagen in Straubing wird richtungsweisend sein. Münster sollte zwingend punkten, ansonsten läuft das Team Gefahr, im Klassement unter den roten Strich zu rutschen.

Prominenter Besuch am Berg Fidel: Sport1 war mit Kameras und Kommentator vor Ort. Auf der Ehrentribüne nahm David Wagner, Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, Platz. Sascha Lense, der Sportpsychologe der Knappen und vormals in gleicher Funktion beim Dresdner SC angestellt, hatte Wagner davon überzeugt, dass Frauen-Volleyball an diesem Abend ein guter Tipp sei.

Vielleicht mag dem Coach der Gelsenkirchener das Treiben auf dem roten Parkett tatsächlich gefallen haben, die 1455 USC-Fans unter den 1463 Zuschauern hatten definitiv wenig Spaß. Irgendwie kommen die Unabhängigen in dieser Saison nicht in die Spur. Sicher, Dresden spielt inzwischen viel stärker als noch zum Start der Spielzeit. Doch Münster machte es dem ambitionierten Ex-Meister aus Sachsen auch ziemlich leicht. Trainer Teun Buijs mochte hernach nicht den Stab über seine junge Truppe brechen. „Wir hatten auch gute Momente, gerade mit schnellen Angriffen“, konstatierte er später, „leider fehlen uns in manchen Phasen die Stabilität und auch das Glück, die ganz wichtigen Punkte zu machen.“

Hektisches Spiel mit teilweise desaströsen Zügen

Der Auftakt war noch verheißungsvoll, Ivana Vanjak brachte den ersten Ball an die Erde. Da ahnte noch niemand auf den gut besetzten Tribünen, dass es die einzige Führung für Münster in diesem ersten Satz bleiben sollte. Mit starkem Service brachten sich die Sachsen alsbald in Position. Sie spielten cool, abgezockt und machten jede Tür für den Gegner zu.

6:18 stand nach 16 Minuten weiß auf grün an der Anzeigetafel, das wilde und hektische Spiel des USC hatte mitunter desaströse Züge. Aufschlag, Annahme, Block, Angriff – nichts ging in dieser Phase. In der Halle war es so still wie zu einer Schweigeminute. Immerhin bewies der Hausherr Charakter. Zum Ende des Durchgangs, als nichts mehr zu retten war, bäumte er sich ein bisschen auf. Es war das Fauchen eines Papiertigers und konnte die zumeist kompromisslosen Sachsen nun wirklich nicht nachhaltig beeindrucken.

Déjà-vu zu Beginn des zweiten Durchgangs: Wieder krallte sich Vanjak den ersten Punkt, diesmal setzte sich der USC sogar auf 5:2 ab. Doch es blieb ein kurzes Vergnügen für Mannschaft und Anhänger. Beim 6:6 hatte Dresden den blassen Konkurrenten schon wieder eingefangen, danach nahmen die Dinge – nicht ganz so krass wie im ersten Satz – ihren Lauf.

Der dritte Abschnitt war Münsters bester Satz. Mit Liza Kastrup, die zu Beginn des zweiten für Luisa Keller ins Spiel gekommen war, gewann das USC-Spiel an Stabilität, die Mittelangreiferinnen Demi Korevaar und Juliane Langgemach hatten gute Szenen. Auch Nationalspielerin Vanjak ließ nun mächtig Dampf ab. Doch weil die Annahme um die immer wieder gesuchte Lina Alsmeier die Aufschläge des Gegners weiterhin nicht in den Griff bekam, war das Ende absehbar. Noch vor der Tagesschau knipste Dresden am Berg Fidel das Licht aus. Es sind schwierige Zeiten für den USC.

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