Volleyball: Bundesliga Frauen
USC gelingt im 20. Anlauf der Durchbruch gegen ein Spitzenteam

Münster -

Hut ab, USC Münster! Das dachte vermutlich die ganze Frauen-Bundesliga, als am Mittwochabend die Kunde vom 3:2-Sieg bei Allianz MTV Stuttgart die Runde machte. Entscheidende Figur bei diesem lange nicht erlebten Sensationserfolg war Ivana Vanjak, die beim Nationalteam schwere Zeiten durchmachte.

Donnerstag, 16.01.2020, 16:40 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 16:14 Uhr
So ausgelassen waren die Spielerinnen des USC Münster seit langem nicht mehr zu sehen: Überraschend düpierten sie Meister Stuttgart.
So ausgelassen waren die Spielerinnen des USC Münster seit langem nicht mehr zu sehen: Überraschend düpierten sie Meister Stuttgart. Foto: imago-images

Vielleicht drücken diese Zahlen die Dimension des jüngsten USC-Erfolges am deutlichsten aus. 19-mal hat der Volleyball-Bundesligist unter der Führung von Trainer Teun Buijs vergeblich versucht, ein Ligaspiel gegen Schwerin, Stuttgart oder Dresden zu gewinnen. Dieses Trio gilt seit vielen Jahren als das Maß der Dinge im Oberhaus. Jetzt endlich – im 20. Anlauf – hat die Mannschaft sich selbst und ihren ambitionierten Coach von diesem Fluch befreit. Am Mittwochabend überraschten die Unabhängigen mit einem 3:2-Sieg beim aktuellen Deutschen Meister Stuttgart. Es war nicht nur angesichts der beschriebenen schwarzen Serie eine Sensation. Bisher in dieser Saison hatte das junge münsterische Team zwar immer wieder sein Potenzial aufblitzen lassen. Es aber nie auf Strecke halten können. Nun gelang dies erstmals wirklich eindrucksvoll.

Eigentlich war der USC mit dem Ansinnen ins Ländle gereist, nach der Weihnachtspause wieder in den Rhythmus zu kommen. Manche Gedanken gingen dabei schon über Stuttgart hinaus. Sonntag kommt Aachen an den Berg Fidel, zehn Tage später Erfurt. Und als Intermezzo gibt es noch das Auswärtsspiel am 25. Januar in Suhl.

Fraglos wichtige Begegnungen für den Tabellenachten. „In Stuttgart“, gab Teun Buijs am Donnerstag nach der Rückkehr zu, „habe ich auf eine gute Leistung und einen Satz gehofft.“ Es wurden drei, ein großartiges Zeichen zum Rückrundenstart, selbst kühne Optimisten hatten nicht mit diesem Triumph gerechnet. „Es ist ein Anfang. Allmählich beginnen die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, zu funktionieren“, so Buijs.

Der USC wirkte am Mittwoch sehr homogen. Ivana Vanjak ragte ein Stück heraus. Die Außenspielerin trug mit 58 Angriffen die Hauptlast. 20 führten direkt zu Punkten. Machte eine Quote von 34 Prozent, stark. „Wir haben Ivana ganz bewusst gesucht“, erklärte Chefcoach Buijs. Erst am Montag war die Nationalspielerin von der Olympia-Qualifikation zurückgekehrt. Bundestrainer Felix Koslowski hatte ihr kaum Einsatzzeiten gegeben und sie mitunter als zweite Libera aufgestellt. Das war nahe an einer Demütigung. Buijs: „Ivana ist Angreiferin. Sie hat in Stuttgart die richtige Antwort gegeben.“

Vanjak war stark, eigentlich waren alle stark. Taylor Nelson spielte überzeugend zu, im Mittelblock zeigte Barbara Wezorke ihre bislang beste Saisonleistung. Der Neuzugang aus Dresden kam bei 14 Angriffen zu zehn Zählern, ein überragender Wert. „Barbara hat Zeit benötigt, um richtig anzukommen und ihre neue Rolle als Spielführerin zu verstehen. Jetzt macht sie gerade viele Schritte vorwärts“, konstatierte ihr Coach.

Ziemlich glücklich reiste die USC-Delegation am Donnerstag in den Nachtstunden heim. Sonntag steht sie im Heimspiel gegen Aachen vor der nächsten Herausforderung. Die gute Nachricht vor dem NRW-Klassiker kommt von Buijs: „Die Mannschaft kann noch besser spielen als in Stuttgart.“

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