Volleyball: Bundesliga Frauen
Bergmann wird Sportlicher Leiter beim USC Münster

Münster -

Frauenvolleyball-Bundesligist USC Münster hat eine neue hauptamtliche Stelle geschaffen und sich einen weiteren Fachmann ins Boot geholt. Ab Mitte April füllt Ex-Nationalspieler Ralph Bergmann die Rolle des Sportlichen Leiters aus. Der 49-Jährige geht mit viel Elan an seine Aufgabe.

Donnerstag, 05.03.2020, 12:59 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 15:00 Uhr
Volleyballer durch und durch: Ralph Bergmann wird ab Mitte April Sportlicher Leiter beim USC Münster.
Volleyballer durch und durch: Ralph Bergmann wird ab Mitte April Sportlicher Leiter beim USC Münster. Foto: imago sportfotodienst

Der USC Münster stellt sich für die Zukunft auf. Mit einer neu geschaffenen hauptamtlichen Stelle und einem neuen Gesicht. Ralph Bergmann übernimmt ab Mitte April als Sportlicher Leiter große Verantwortung beim Frauenvolleyball-Bundesligisten. Der ehemalige Nationalspieler (225 Einsätze) ist aktuell noch als Landes- und Bundesstützpunkttrainer Angestellter des Westdeutschen Volleyball-Verbandes.

Der dreifache Familienvater mit Wohnsitz in Osnabrück hat in seiner aktiven Karriere wenig ausgelassen. Er war Meister in Deutschland, Frankreich und Österreich, spielte zudem in Portugal, Belgien, Griechenland sowie der Türkei und war natürlich auch Teilnehmer an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Ein Weltreisender in Sachen Volleyball, der ohne wirklichen Übergang auf die Trainerposition (überwiegend 2. Liga) wechselte und sich zuletzt komplett der Nachwuchsausbildung verschrieb.

Kommentar: Logischer Schritt

Der USC Münster hat einen notwendigen Schritt in die Zukunft getan und mit der Installierung eines in Vollzeit angestellten Sportchefs auch in Zeiten klammer Kassen ein wichtiges Signal gesetzt. Im Ehrenamt sind die umfangreichen Aufgaben inner- und außerhalb des Vereins nicht mehr seriös zu stemmen. Intern ist es nun von großer Bedeutung, dass alle Beteiligten im neuen Mann keinen Konkurrenten sehen, sondern einen Mitstreiter, der auf vielen Ebenen neue Impulse setzen und wertvolle Denkanstöße geben kann. Wilfried Sprenger

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Beim USC beginnt Bergmann noch einmal etwas Neues. Künftig wird er nicht mehr täglich in der Halle stehen, sondern einen Blick auf das Ganze mit seinen vielen Kleinigkeiten haben. Es erfordert strategisches Geschick, der 49-Jährige wird viel kommunizieren und Dinge zusammenführen müssen. In langen und intensiven Gesprächen hat sich Bergmann vom Reiz der neuen Aufgabe überzeugen lassen. „Es wird mir gefallen, ich freue mich darauf. Münster hat als Volleyball-Standort sehr viel Potenzial“, sagt er. Bergmann wird beim USC in Vollzeit angestellt. „Solch eine vielfältige und wichtige Aufgabe ist nicht mehr im Ehrenamt abzubilden“, erklärte Präsident Martin Gesigora. „Nun sind wir glücklich, einen Experten gewonnen zu haben. Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung wird er den Verein auf vielen Ebenen nach vorn bringen“, so der USC-Boss weiter.

Noch größer als Buijs

Der Neue – Nachfolger von USC-Urgestein Axel Büring – wurde am Donnerstagmittag der Mannschaft vorgestellt. Vom Scheitel bis zur Sohle misst er 2,06 Meter. Damit überragt er sogar noch Cheftrainer Teun Buijs (2,02 Meter). Ein erster Gedankenaustausch zwischen Sportchef und Coach ist vereinbart. „Bei Einheiten mit den Stützpunkt-Talenten haben sich unsere Wege ja schon gekreuzt. Wir werden uns nun treffen, um Dinge abzusprechen, die zeitnah zu erledigen sind“, so Bergmann.

Aktuell genießt das Bundesliga-Team Priorität. Hier sollen alsbald wichtige Weichen für die nächste Saison gestellt werden. Bergmann wird sich in Verhandlungsgesprächen einbringen und für den westfälischen Standort werben. „Ich bin mir sicher, dass Münster in Verbindung mit dem Bundesstützpunkt eine glänzende Perspektive hat“, meinte Bergmann. Dazu sei es eine bedeutende und auch spannende Aufgabe, die Jugendarbeit im eigenen Verein weiter zu forcieren. Zudem blickt der Sportliche Leiter über den Zaun: „Wir haben Vereine in der Nachbarschaft, die großartige Jugendarbeit machen, BW Aasee beispielsweise. Denen möchte ich nichts wegnehmen, aber vielleicht lassen sich ja für beide Seiten gewinnbringende Kooperationen vereinbaren.“

Bergmann ist eine neue Stimme im USC. Sein Name hat in der Szene Gewicht. Dass er gut vernetzt ist, wird dem Verein zum Vorteil gereichen. „Aus meiner aktiven Zeit kenne ich viele Jungs, die heute als Trainer oder Agenten arbeiten.“ In der Frauen-Bundesliga ist der Niedersachse allerdings noch nicht zu Hause. „Da habe ich in der Tat Luft nach oben“, sagt er, „aber das lässt sich ja ändern.“

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