Volleyball: Diffizile Situation in der Bundesliga
Leere Tribünen beim USC, volle Hütte in Schwerin

Münster -

Während der USC Münster sein letztes Hauptrundenspiel gegen den SC Potsdam zu Hause ohne Zuschauer austragen muss, können manche Konkurrenten im Osten ganz normal ihre Fans in die Halle lassen. Für die leere Halle hat Präsident Martin Gesigora Verständnis, für die Ungleichbehandlung nur bedingt.

Mittwoch, 11.03.2020, 18:34 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 21:22 Uhr
Martin Gesigora zeigt klare Kante. Der USC-Präsident setzt den Erlass der Landesregierung ohne Wenn und Aber um.
Martin Gesigora zeigt klare Kante. Der USC-Präsident setzt den Erlass der Landesregierung ohne Wenn und Aber um.

Ausgesprochen diffizil ist die Situation in der Volleyball-Bundesliga der Frauen. Stand Mittwoch wird am Samstag in Schwerin (gegen Meister Stuttgart) und womöglich auch in Dresden (gegen Wiesbaden) vor vollen Tribünen gespielt. In Münster zog Präsident Martin Gesigora bereits am Dienstagabend die Reißleine. Die Partie gegen findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. „Wenn überall in unserem Umfeld Veranstaltungen abgesagt werden, können wir doch nicht so tun, als gehe uns das nichts an. Das wäre unverantwortlich. Wir leben auf einem hohen Niveau, da muss man auch einmal verzichten können“, sagte Gesigora.

Wie der USC-Chef erwartet auch Stuttgarts Manager Aurel Irion alsbald ein Signal der Volleyball-Bundesliga (VBL). „Es ist an der Zeit, dass die Liga Kante zeigt und eine klare Linie vorgibt. Dass in Münster vor leeren Rängen gespielt wird und in Schwerin die Hütte voll ist, ist befremdlich. Ich heiße das nicht gut. Es wäre auch mit Blick auf die Playoffs fairer, wenn die ganze Liga ohne Publikum spielt“, sagte Irion. Die VBL teilte in einer Erklärung mit, dass sie gewillt sei, „die Saison in einer für alle Vereine fairen Art und Weise zu Ende zu spielen“, um Entscheidungen herbeizuführen und „die notwendige Planungssicherheit für die Zukunft zu gewährleisten“. Mit Blick auf die Playoffs behalte sich der Vorstand aber vor, die Situation zu jedem Zeitpunkt neu zu bewerten.

Der USC Münster als Liga-Sechster setzte den Erlass der Landesregierung umgehend und sehr konsequent um. Zum Heimspiel gegen Potsdam am Samstag in der Sporthalle Berg Fidel werden nur Personen Zugang finden, die für den Spielbetrieb notwendig sind. Auch für Dauerkartenbesitzer bleiben die Türen somit zu.

Matthias Fell, Ehrenpräsident des USC und des Westdeutschen Volleyball-Verbands richtet sich mit einem Appell an Fans, die bereits Karten gekauft haben oder Saisontickets: „Wer es sich irgendwie leisten kann, sollte auf die Rückforderung des Eintrittsgeldes verzichten und den Betrag als großzügige Spende bei den Vereinen belassen, denn diese sind durch den Publikumsausschluss ohnehin schon stark gebeutelt.“ Gesigora begrüßt den Vorstoß: „Den fehlenden Einnahmen stehen Fixkosten pro Spiel gegenüber. Diese entstehen durch Gebühren und Honorare für Schiedsgericht, Auf- und Abbau des Fußbodens/Spielbelags, LED-Werbebanden, Security und vieles mehr.“

Der Verein erstatte selbstverständlich jedem den Eintritt, denkt aber auch an die finanziellen Folgen für die kommende Spielzeit.

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