Volleyball: Bundesliga Frauen
Ivana Vanjak verlässt den USC

Münster -

In der neuen Saison wird Ivana Vanjak nicht mehr das Trikot des USC Münster tragen. Die Außenangreiferin verlässt den Bundesligisten, weiß aber noch nicht, ob sie innerhalb Deutschlands wechselt oder ins Ausland geht. Trainer Teun Buijs schmerzt dieser Weggang so richtig.

Mittwoch, 18.03.2020, 10:58 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 11:00 Uhr
Ivana Vanjak spielte drei Jahre für den USC. „Es war eine schöne Zeit“, sagt sie. Nun sucht die 24-jährige Nationalspielerin eine neue Herforderung.
Ivana Vanjak spielte drei Jahre für den USC. „Es war eine schöne Zeit“, sagt sie. Nun sucht die 24-jährige Nationalspielerin eine neue Herforderung. Foto: Jürgen Peperhowe

Das stand auf keinem Plan und schickt den USC in Turbulenzen: Ivana Vanjak wird den Volleyball-Bundesligisten verlassen. Eine Klausel im eigentlich bis Sommer 2021 datierten Vertrag ermöglicht der 24-Jährigen den Ausstieg. Ob die Außenangreiferin ablösefrei ins Ausland geht oder innerhalb der Liga wechselt (nur dann wird eine Transferentschädigung fällig), ist nicht bekannt und womöglich auch noch nicht entschieden. „Es gibt ein paar Optionen“, teilte Vanjak auf Anfrage mit. Vielleicht kann sich die Nationalspielerin ihren neuen Arbeitgeber tatsächlich aussuchen. Große Sorge bereitet ihr die Ausbreitung des Coronavirus. „Das ist eine ganz neue Situation. Ich weiß nicht, was das mit uns Sportlern und den Vereinen macht.“

Kommentar: Keine Hauptstadt mehr

Nun, Münster ist beileibe keine Volleyball-Provinz. Aber auch keine Hauptstadt mehr – so wie früher, als die umfangreiche Titelsammlung regelmäßig erweitert wurde. Seit vielen Jahren schwimmt der USC in der Bundesliga zwischen Bier und Schaum. Immer seriös, zunehmend solider im wirtschaftlichen Segment. Aber sportlich kein Herausforderer für die wirklichen Branchenführer. Münster spielt mit, das ist gut und auf eine solch lange Strecke auch bemerkenswert. Aber Stars und Sternchen genügt das nicht. Sie wollen um Titel spielen und sich für noch höhere Weihen empfehlen. Der USC spürt das, Ivana Vanjak ist ja nicht die Erste, die ihm von der Fahne geht. Wilfried Sprenger

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Montag hat Vanjak Münster verlassen und sich für die nächsten zwei Wochen bei ihrer Familie in Frankfurt/Main einquartiert. Nach dem abrupten Ende der Saison und der Aussetzung des Trainingsbetriebes gab es für sie beim USC nichts mehr zu tun. Ohnehin wisse sie gerade nicht, wie es kurzfristig weitergehen und wie sie sich fit halten soll. „Kein Training, kein Kraftraum, wahrscheinlich bleiben mir vorerst nur Läufe im Wald.“

Ivana Vanjak kam im Sommer 2017 von der Stanford University zu den Unabhängigen. Vier Jahre hatte sie als Chemie-Studentin in Kalifornien gelebt, in Münster rückte der Sport in den Fokus. In Wiesbaden schnupperte Vanjak in der Saison 2012/2013 schon ein bisschen Bundesliga-Luft, am Berg Fidel startete sie richtig durch. Die 1,93 Meter große Modell-Athletin wurde Leistungsträgerin und Nationalspielerin, selbst ein Kreuzbandriss (Oktober 2018) und dessen Konsequenzen mit langer Pause warfen die ehrgeizige Spielerin nicht um. Rechtzeitig zur Spielzeit 2019/20 meldete sich Vanjak körperlich fit zurück und hatte als Topscorerin erhebliche Anteile am spektakulären Höhenflug des USC in der nun vorzeitig beendeten Rückrunde.

Nun das Ende in Münster. „Ich hatte drei schöne Jahre und habe immer gern für den USC gespielt. Für die Unterstützung während meiner schweren Verletzung bin ich sehr dankbar“, sagt Vanjak. Trotzdem zieht sie einen Schlussstrich: „Ich spüre, dass ein Wechsel gut für mich ist. Ich brauche neue Impulse. Es ist für mich sinnvoll, jetzt den nächsten Schritt zu machen.“

Ralph Bergmann, der neue Sportliche Leiter des USC (mit eigentlichem Arbeitsbeginn am 15. April), bedauert den Abgang Vanjaks. „Dass Ivana geht, tut weh. Darüber muss niemand diskutieren“, sagt er. Lobende Worte fand der Ex-Profi für den Stil der Trennung. „Es gab eine super Kommunikation. Ivana hat mit offenen Karten gespielt. Es ist noch früh im Jahr, uns bleibt somit Zeit, um Dinge anzuschieben. Wir werden auch im nächsten Jahr einen starken Kader haben.“

Trainer Teun Buijs reagierte betroffen, er erfuhr wohl als Erster vom Wechselwunsch. „Nicht nur sportlich, auch menschlich ist es ein herber Verlust“, erklärte der Niederländer. „Ivana hat trotz ihrer jungen Jahre viel Erfahrung eingebracht. Und sie war ja auch Teil des Spielerinnen-Rates.“ Buijs, der in seiner langen aktiven Karriere in vielen Ländern spielte und als Trainer ebenfalls rastlos unterwegs ist, zeigte auch Verständnis: „Ich kann ihren Wunsch nach Veränderung verstehen.“

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