Volleyball: Bundesliga Frauen
Viele Clubs sortieren sich neu – auch der USC

Münster -

In der neuen Saison wird einiges anders in der Frauen-Bundesliga. Viele Vereine haben sich komplett neu aufgestellt. Leistungsträgerinnen – auch beim USC Münster – zog es ins Ausland, Ersatz kam größtenteils aus den USA. Ein Überblick.

Donnerstag, 06.08.2020, 17:24 Uhr
Ivana Vanjak hat den USC verlassen.
Ivana Vanjak hat den USC verlassen. Foto: imago-images

Am ersten Oktober-Wochenende startet die Volleyball-Bundesliga der Frauen in ihre neue Spielzeit – so ist zumindest der Plan. Die letzte wurde vom Coronavirus kalt erwischt und abgebrochen. Wie tragfähig das Gerüst der nächsten ist, wird sich weisen. Mühsam und in vielen kleinen Schritten präparieren sich die Clubs für den Neubeginn unter schwierigen, mitunter kaum kalkulierbaren Bedingungen. Alle hoffen, nicht vor gänzlich leeren Rängen spielen zu müssen. Mit dem Abschluss der Transferaktivitäten haben die meisten der elf Erstligisten ihre sportlichen Hausaufgaben inzwischen erledigt. Vier verpflichteten einen neuen Trainer, bei zwei Vereinen blieb im Sommer kein Stein auf dem anderen.

Einige Topstars schlagen künftig nicht mehr in der Bundesliga auf. Die Schwerinerinnen McKenzie Adams und Kimberly Drewniok haben in Italien eine neue und gewiss auch lukrative Herausforderung gefunden. Die großartige Zuspielerin Denise Hanke (ebenfalls SSC) hat den Volleyball zur Seite gelegt. Beim Dresdner SC beendete die langjährige Strippenzieherin Mareen von Römer ihre Karriere, Stuttgart musste seine Leistungsträgerinnen Martina Samadan, Alexandra Lazic und Celine van Gestel ziehen lassen. Und auch der USC Münster verlor Qualität: Die Nationalspielerinnen Ivana Vanjak (nach Frankreich) und Lina Alsmeier (zum SSC) nutzten Vertragsklauseln zum Tapetenwechsel.

Suhler Idee

Ob (und wenn ja, in welcher Zahl) bei Spielen der Frauen-Bundesliga wieder Zuschauer zugelassen werden, ist noch nicht entschieden. Der VfB Suhl hat sich trotzdem entschieden, eine Dauerkarte anzubieten. Das Angebot ist auf 200 Tickets limitiert und zum Preis von 108 Euro (zehn Ligaspiele, ein Pokalspiel) zu haben. Das Kontingent wird vom Verein als „Unterstützerkarten“ verkauft. Heißt: Alle Käufer verzichten im Falle von Geisterspielen oder bei Spielausfällen auf eine (anteilige) Rückerstattung.

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In der Gegenrichtung waren insbesondere Profis aus den USA unterwegs. Nicht weniger als 20 fanden im deutschen Oberhaus eine Heimat auf Zeit. Dresden verpflichtete ein Quartett, jeweils ein Trio begrüßten Schwerin, Potsdam und Erfurt. Auf die Kraft und die frischen Impulse neuer Trainer setzen Vilsbiburg, Aachen, Suhl und Erfurt. Nach dem Abgang von Saskia van Hintum (Aachen), die inzwischen als Nationaltrainerin in der Schweiz arbeitet, sind in den Chefcoach-Sesseln die Männer wieder unter sich.

Spektakuläre personelle Zäsuren nahmen Aachen und Suhl vor. Bei den Ladies in Black blieben nur die ehemalige USC-Zuspielerin und -Kapitänin Mareike Hindriksen und die Norwegerin Emilie Olimstad an Bord. Noch einsamer muss sich Claudia Steger einige Zeit gefühlt haben. Tatsächlich war die langjährige Mannschaftsführerin nach dem Abschied sämtlicher Mitspielerinnen in Suhl für einige Zeit allein zu Hause. Inzwischen haben die Thüringerinnen wieder neun zusätzliche Kräfte verpflichtet und dazu den Ungarn Laszlo Hollosy als Coach.

Top-Clubs holen sieben Neue

Neu sortieren müssen sich auch die Spitzenclubs. Stuttgart, Schwerin und Dresden nahmen jeweils sieben Neue unter Vertrag, da wird es wohl noch einige Zeit brauchen, um zusammenzuwachsen. Da sollte der VC Wiesbaden weniger Probleme haben, die Hessen haben lediglich Anna Wruck und Ashley Evans zu integrieren. Und wohl die Hoffnung, zwei gute Fänge getan zu haben. Wiesbaden hatte die vergangene Saison auf einem enttäuschenden neunten Rang abgeschlossen.

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