Rudern: Europameisterschaften
Standortbestimmung in Polen für Ida Kruse und Co.

Münster -

Am kommenden Wochenende finden in Poznan (Polen) die Ruder-Europameisterschaften statt. Im Vierer-Rennen treffen die Münsteranerin Ida Kruse sowie Janka Kirstein, Christin Stöhner und Sonja Schlosser auf elf weitere Boote.

Donnerstag, 08.10.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 17:36 Uhr
Der Vierer: (von links) Janka Kirstein (Hannover), Ida Kruse (Münster), Christin Stöhner (Rostock) und Sonja Schlosser (Krefeld)
Der Vierer: (von links) Janka Kirstein (Hannover), Ida Kruse (Münster), Christin Stöhner (Rostock) und Sonja Schlosser (Krefeld) Foto: DRV

„Mal gucken, wo wir stehen.“ Nun ja, das dürfte zu schaffen sein. Ida Kruse geht den Höhepunkt des verkürzten und irgendwie verkorksten Ruderjahres recht entspannt an. Am Dienstag traf die Abordnung des Deutschen Ruderverbandes (DRV) im polnischen Poznan ein. Gleich am ersten Tag ging es für die 19 deutschen Boote erstmals zu Trainingszwecken auf den Malta-See, an diesem Freitag werden die Vorläufe für die Europameisterschaften absolviert – und am Abend dürfte auch die Münsteranerin Ida Kruse schon mal eine grobe Idee haben, wo sie und ihre drei Mitstreiterinnen im deutschen Vierer im internationalen Vergleich so ungefähr stehen.

Diese Einordnung fällt tatsächlich schwerer denn je. Nicht nur die eigene Vorbereitung lief aus bekannten Gründen komplett anders ab als gewohnt und gewünscht, mangels internationaler Regatten kommt es zudem beim Saisonhöhepunkt in Polen erstmals zum Kontakt mit den Kontrahentinnen aus ganz Europa. Im Vierer-Rennen treffen Kruse, Janka Kirstein, Christin Stöhner und Sonja Schlosser auf elf weitere Boote – nur die Sieger der beiden Vorläufe schaffen direkt den Einzug ins A-Finale, der große Rest legt eine Sonderschicht im Hoffnungslauf ein.

Die deutschen Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren am Dienstag direkt aus dem Vorbereitungs-Trainingslager in Ratzeburg gen Osten aufgebrochen – und feilen jetzt auf der Regattastrecke am Feinschliff. „Alles in Ordnung“, so das Zwischenfazit von Ida Kruse, die immer noch leichte Rückenprobleme verspürt, aber gleichzeitig Entwarnung gibt: „Nichts Dramatisches.“

Der leidige Rücken hatte der 23-Jährigen vom RV Münster in der Saisonvorbereitung am Stützpunkt in Brandenburg einige wichtige Trainingskilometer und letztlich wohl auch den Platz im Achter gekostet. Jetzt geht es also im Vierer auf die Strecke – eigentlich sogar das Paradeboot der Münsteranerin, in Deutschland mit Blick auf die noch nicht terminierte letzte Chance, sich als Nachrücker für die ins nächste Jahr verschobenen Olympischen Spiele zu qualifizieren, aber wohl nur die zweite Wahl.

Nationaltrainer Tom Morrys ist nach dem ersten gescheiterten Qualifikationsversuch mit dem Vierer bei der WM 2019 in Österreich doch wieder auf das Großboot umgeschwenkt. Die Bootsplätze sind allerdings auf dem nach wie vor unsicheren Weg zu den nach wie vor gefährdeten Spielen in Tokio noch nicht final vergeben. Ein starker EM-Auftritt in Polen könnte die Bewerbung für einen Platz im deutschen Flaggschiff aufwerten. Dann könnte tatsächlich entscheidend sein, wo man denn am Sonntagnachmittag nun so steht in Poznan – am besten natürlich auf dem Siegerpodest.

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