Volleyball: Bundesliga Frauen
USC befindet sich im Prozess mit einkalkulierten Rückschlägen

Münster -

Die Ergebnisse lassen weiter auf sich warten. In Ansätzen steigert sich der USC Münster aber seit einiger Zeit etwas. Die Verantwortlichen behalten trotz vorletzter Tabellenposition und Pokal-Aus die Ruhe. Trainerin Lisa Thomsen erinnert an die Umwälzungen der vergangenen Monate.

Montag, 09.11.2020, 17:37 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 17:40 Uhr
Traurige Gesichter nach dem Matchball bei (v.l.) Anika Brinkmann, Lisa Thomsen, Taylor Nelson, Nele Barber, Barbara Wezorke und Linda Bock.
Traurige Gesichter nach dem Matchball bei (v.l.) Anika Brinkmann, Lisa Thomsen, Taylor Nelson, Nele Barber, Barbara Wezorke und Linda Bock. Foto: Jürgen Peperhowe

Frust und Enttäuschung ja, Alarmismus nein – der USC Münster verlor zwar auch sein Pokalspiel gegen Vilsbiburg am Sonntag, der Panikmodus hat jedoch noch keinen Platz. „An unserem Weg ändert sich nichts“, sagt Trainerin Lisa Thomsen. Dieser sah im Sommer mal wieder eine Erneuerung und Verjüngung vor. „Auch im Umfeld der Mannschaft hat sich ja was getan“, so die 35-Jährige. „Dass alles von heute auf morgen funktioniert, ist utopisch. Es bleibt weiter ein Prozess. Wir hatten schon Rückschläge, und es werden auch weitere passieren.“

Hinzu kommt ein Spielplan, der es nicht gut mit den Grün-Weißen meint. Nach dem Auftakterfolg gegen Wiesbaden hießen die Gegner Schwerin, Dresden und Stuttgart sowie zweimal Vilsbiburg. Die Allgäuerinnen, in Liga wie Pokal Tiebreak-Sieger am Berg Fidel, sind keineswegs von Pappe. „Da sind dann drei Nationalspielerinnen auf dem Feld, die mit viel Erfahrung vorangehen“, sagte Thomsen und meinte DVV-Zuspielerin Lena Möllers, die niederländische Libera Myrthe Schoot und Belgiens Außenangreiferin Jodie Guilliams.

Keller macht Unterschied

Außerdem war da noch Luisa Keller, an deren Beispiel sich vielleicht ganz gut der Unterschied erkennen ließ. Im Sommer verließ die 19-Jährige nach einigem Hickhack Münster Richtung Rote Raben. Am Sonntag war sie bei ihrem Ex-Club bestens aufgelegt, während der USC auf „ihrer“ Diagonalposition experimentieren musste. Liza Kastrup fand anfangs nicht so richtig ihren Rhythmus, die Brasilianerin Helo Lacerda ist ohnehin noch verletzt – und so kam Mia Kirchhoff, gerade 16, zu reichlich Einsatzzeit. „Sie war ein Lichtblick“, sagte Thomsen, die ein paar freche Punkte gesehen hatte. Trotzdem war der Gast, der sich im Angriff im Laufe der Partie immer besser auf Block und Annahme der Unabhängigen einstellte, noch eine Nummer zu groß. „Qualität haben wir auch“, sagte Thomsen. Nur kommt die noch nicht dauerhaft zum Tragen. Anika Brinkmann etwa, die 21 Zähler beisteuerte und gut servierte, stand bei Vilsbiburgs vielen guten Aufschlägen unter Dauerbeschuss und wirkte am Ende etwas platt.

Bis auf ein oder zwei kurze Phasen war zumindest Linda Bock permanent auf der Höhe. Die Libera lief mit Tape und Schiene am Daumen auf. „Damit es nicht schlimmer wird“, so ihre gelassene Erklärung. Für Notfälle stand als Ersatz erstmals Erika Kildau (VC Olympia) im Kader.

Wir legen jedes Mal alles rein und werden auch bald wieder gewinnen.

Linda Bock

Bock jedenfalls bleibt wie ihre Trainerin zuversichtlich trotz fünf Schlappen in Serie. „Stuttgart letzte Woche fühlte sich zum Beispiel nicht an wie eine Niederlage. Wir legen jedes Mal alles rein und werden auch bald wieder gewinnen.“ Nächsten Samstag beim punktgleichen Drittletzten VfB Suhl wäre es dringend an der Zeit.

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