Volleyball: Bundesliga Frauen
USC-Trainerin Thomsen sucht die Nähe zum Team

Münster -

Die Stimmungslage rund um den USC Münster könnte nach zuletzt fünf Pflichtspielniederlagen am Stück besser sein – aber auch schlechter. Trainerin Lisa Thomsen und Kapitänin Barbara Wezorke verbreiten Zuversicht und glauben fest an die Wende in Suhl am Samstag.

Donnerstag, 12.11.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 13.11.2020, 16:50 Uhr
Lisa Thomsen im Erklärungsmodus. Die neue USC-Trainerin spricht viel mit der Mannschaft. Am Samstag in Suhl will sie ihr Team erstmals zum Sieg führen.
Lisa Thomsen im Erklärungsmodus. Die neue USC-Trainerin spricht viel mit der Mannschaft. Am Samstag in Suhl will sie ihr Team erstmals zum Sieg führen. Foto: Jürgen Peperhowe

Wer nur auf die einzig wirklich vergleichbaren Ergebnisse schaut, könnte zu der Ahnung kommen, dass sich durch den Trainerwechsel beim USC Münster nichts verändert hat. Unter der Leitung von Teun Buijs verlor der Volleyball-Bundesligist das Punktspiel gegen die Roten Raben Vilsbiburg 2:3. Das ist bald vier Wochen her, noch deutlich frischer ist die Erinnerung an den zweiten Vergleich mit den Niederbayern am vergangenen Sonntag ebenfalls am Berg Fidel. Diesmal coachte Buijs-Erbin Lisa Thomsen die Unabhängigen. Doch erneut juchzten die Raben später im obligatorischen Kreis. 2:3 geschlagen, flog Münster aus dem Pokal. Es war ein ernüchterndes Déjà-vu.

Kapitänin Barbara Wezorke möchte „am liebsten gar nicht daran erinnert werden“. Es sei einfach „total ärgerlich“ gewesen. „Und frustrierend. Und so unnötig.“ Tatsächlich hatte Münster den Kontrahenten angesichts einer 2:0-Führung und spektakulärer Aufholjagd im zweiten Satz schon am Haken, ehe die Schnur riss und Vilsbiburg sich wieder frei strampelte. Auch Thomsen trauerte der vergebenen Chance noch am Donnerstag nach. „Es tat mir vor allem leid ums Team. Alle haben in den vergangenen 14 Tagen wahnsinnig viel investiert.“

Ich möchte nahe an der Mannschaft sein.

Lisa Thomsen

Noch aber greift nicht ein Rad ins andere. Die aus der Assistenz zur Chefin aufgestiegene ehemalige Nationalspielerin hat einiges verändert. Im Training, in der Spielvorbereitung und auch auf der emotionalen Ebene. Die ist Thomsen besonders wichtig. „Ich möchte nahe an der Mannschaft sein und viel mit den Spielerinnen kommunizieren. Sie sollen positiv sein, das ist mein Weg“, erklärt die 35-Jährige. Voraussichtlich Mitte Dezember geht Thomsen in Mutterschutz. Dann übernimmt der Sportliche Leiter Ralph Bergmann die Verantwortung. Der Übergang soll fließend sein. Aber natürlich ist die Situation für die Mannschaft mit drei Trainern binnen kurzer Zeit kompliziert.

Als Kapitänin ist Wezorke das Bindeglied zwischen Team und Trainerstab. Das Verhältnis zu Thomsen beschreibt sie als gut. Es sei anders als das frühere zu Teun Buijs. „Da war ich diplomatischer. Jetzt komme ich auch schon einmal salopp daher“, sagt sie. Wezorke geht Pro­blemen nicht aus dem Weg, sondern packt sie an. Und redet auch darüber. Nach dem Wechsel der Trainer sei die Mannschaft noch in einem Übergangsprozess. „Teun hatte seine Ideologie, Lisa hat ihre. Und dann ist ja auch noch Ralph häufig im Training und bringt seine Ideen ein. Das ist alles okay, aber auch fordernd“, stellt Wezorke fest.

Kein Favorit in der Wolfsgrube

Alle Beteiligten blicken optimistisch in die Zukunft. Ein Erfolgserlebnis würde die guten Gefühle sicherlich stützen und auch stabilisieren. An diesem Samstag tritt der USC beim VfB Suhl an. Häufig machten sich die Münsteranerinnen in den vergangenen Jahren als Favorit auf die Reise in die Wolfsgrube. „Diesmal sind wir das nicht. Suhl ist viel besser als zuletzt, richtig stark sogar“, meint Wezorke.

Tatsächlich blieb im Sommer in Thüringen kein Stein auf dem anderen. Mit Ausnahme von Eigengewächs Claudia Steger tauschte der VfB die gesamte Mannschaft inklusive Trainer aus. Dabei glückten dem „Kellerkind“ offenbar einige gute Transfers. Zwar gelang Suhl in vier Partien erst ein Sieg, doch die Leistungen gegen Schwerin, Dresden und Potsdam waren sehr wohl vorzeigbar. Und in nur einem Versuch hat der VfB das geschafft, was dem USC nicht in zweien gelang: Er hat Vilsbiburg besiegt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7675496?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686216%2F
Nachrichten-Ticker