Volleyball: Bundesliga Frauen
USC-Libera lobt „moderne Arbeit“ von Trainerin Thomsen

Münster -

So richtig rund läuft es beim USC Münster in dieser Saison noch nicht. Beim VfB Suhl soll am Samstagabend der zwei Sieg eingefahren werden. Das hofft auch Linda Bock. Im Interview spricht die Libera über Gründe, den Trainerwechsel, die Zukunft und ihr Verhalten in der Pandemie.

Freitag, 13.11.2020, 17:04 Uhr
Linda Bock ist Münsters Abwehrspezialistin. Die 20-jährige Nationalspielerin gibt nie einen Ball verloren.
Linda Bock ist Münsters Abwehrspezialistin. Die 20-jährige Nationalspielerin gibt nie einen Ball verloren. Foto: Jürgen Peperhowe

Das ging wirklich rasend schnell. Im Sommer 2018 wechselte Linda Bock zum USC Münster. Ein Jahr später war sie schon Stütze des Bundesligisten und Novizin im Kreis der Nationalmannschaft. Bis zum Ende der Saison 2021/22 ist die 20-Jährige noch an Münster gebunden, danach stehen der jungen und hoch talentierten Libera wohl viele Türen offen. Zukunftsgedanken – zurzeit fährt Bock meistens auf Sicht. An diesem Samstag tritt sie mit dem USC beim VfB Suhl an. Die Abwehrspezialistin beißt dabei mehr als alle anderen auf die Zähne. Bei einem Trainingsunfall zog sie sich einen Bruch des Daumens zu. Bock spielt trotzdem und legt in Suhl eine Spezialschiene an.

 

Fünf Niederlagen in sechs Pflichtspielen – warum ist der USC in dieser Saison noch nicht ins Rollen gekommen?

Bock: Zum Teil ist dies auf den Spielplan zurückzuführen. Wir hatten schon ziemlich knackige Gegner.

Genügt Ihnen das als Erklärung?

Bock: Ich sehe, dass wir uns auch als Team noch finden müssen. Wir hatten eine sehr intensive Vorbereitung auf die Saison. Was den Mannschaftsgeist angeht, haben wir vielleicht zu wenig gemacht.

Die Vorbereitung lag in der Verantwortung des freigestellten Trainers Teun Buijs. Wie war Ihr Draht zu ihm?

Bock: Wir waren in sportlichen Dingen manchmal unterschiedlicher Meinung. Ansonsten war das Verhältnis gut, wir waren auf einer Ebene unterwegs.

Sind Sie persönlich vom Trainerwechsel überrascht worden?

Bock: Ich versuche immer, das große Ganze zu sehen. Es war halt zu spüren, dass das Miteinander nicht so harmonisch war, wie es eigentlich sein sollte.

Was hat sich unter der Leitung von Lisa Thomsen, der neuen Chefin, verändert?

Bock: Es gibt einen neuen Wind und neue Übungsformen. Man merkt, dass Lisa viele Lehrgänge besucht und sich beim Nationalteam weitergebildet hat. Sie arbeitet sehr modern.

Hatte Teun Buijs in diesem Punkt den Anschluss verloren?

Bock: Ich sage es mal so: Er ist ja schon ein bisschen älter und macht vielleicht seit 30 Jahren das gleiche Training.

Was gefällt Ihnen an der Arbeit von Lisa Thomsen am meisten?

Bock: Sie kommuniziert viel und fordert viel. Ich finde beides gut.

Die letzte Saison wurde jäh beendet, auch die laufende steht im Zeichen der Pandemie. Wie gehen Sie als sehr junger Mensch mit der Situation um?

Bock: Ich möchte, dass es möglichst bald vorbei ist. Dafür sollten alle an einem Strang ziehen. Ich halte Abstand, meide unnötige Kontakte und Menschenansammlungen. Ich finde, dass das gar nicht so schwierig ist.

Als Nationalspielerin haben Sie auch die DVV-Auswahl im Blick. Wie leben Sie dieses Thema in der Corona-Krise?

Bock: Wir hatten im Sommer einen zweiwöchigen Lehrgang in Kienbaum. Die nächsten Maßnahmen gibt es erst im nächsten Jahr.

Münster ist kein Spitzenclub. Haben Sie Sorge, aus dem Blickwinkel des Bundestrainers zu geraten?

Bock: Nein. Dass wir in der Tabelle gerade nicht weiter vorn stehen, ist ja kein Indiz dafür, dass am Standort Münster schlecht gearbeitet wird oder das Umfeld schlecht ist. Ich bin sicher, dass der Bundestrainer auf meine Leistungen schaut.

Schauen Sie doch einmal über den Tellerrand hinaus: Wo steht der USC am Saisonende?

Bock: Das kann ich nicht sagen, aber ich weiß, was wir wollen.

Das wäre?

Bock: Zunächst einmal müssen wir raus aus dem Keller. Und dann hoffe ich, dass alle Mannschaften gut durchkommen und die Playoffs diesmal gespielt werden. Natürlich mit Beteiligung des USC.

Einige Nationalspielerinnen spielen im Ausland. Wann wagen Sie den Schritt?

Bock: Das weiß ich nicht. Ich bin zurzeit sehr zufrieden. Außerdem gibt es auch in der Bundesliga viele Vereine, bei denen etwas zu erleben ist.

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