Volleyball: Bundesliga Frauen
0:3 in Suhl: Der USC Münster erlebt in der Wolfsgrube ein Debakel

Münster -

Der USC Münster wartet weiter auf seinen zweiten Saisonsieg. Auch beim VfB Suhl verloren die Unabhängigen, die beim 0:3 chancenlos waren und so zum fünften Mal in Serie nicht gewannen. Eine bittere Nummer, nach der die im Angriff harmlosen Unabhängigen im Tabellenkeller verharren. Die Krise lässt sich nun nicht mehr wegdiskutieren.

Samstag, 14.11.2020, 22:18 Uhr aktualisiert: 15.11.2020, 14:28 Uhr
Bittere Pleite: Trainerin Lisa Thomsen und der USC
Bittere Pleite: Trainerin Lisa Thomsen und der USC Foto: Jürgen Peperhowe

Da gibt es kein Wenn und auch kein Aber: Der USC Münster befindet sich in einer handfesten Krise. Erstmals seit dem November 2014 verloren die Unabhängigen wieder gegen den VfB Suhl – und das Schlimme dabei: Sie kamen im Kellerduell in der Wolfsgrube beim 0:3 (19:25, 14:25, 19:25) nicht ansatzweise für einen Sieg infrage. Auf Neu-Trainerin Lisa Thomsen und ihre Mannschaft warten schwere Zeiten.

„Das ist super enttäuschend. Es ist nicht so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben, das war zu wenig“, sagte Thomsen nach der fünften Niederlage im sechsten Saisonspiel, mit der Münster weiter auf dem vorletzten Platz der Tabelle steht. Die Statistik weist gnadenlos die Defizite aus, die der USC in Thüringen offenbarte. Das Blockverhältnis lautete 3:15, dazu kam Münster im Angriff auf eine Quote von gerade einmal 30 Prozent, keine Spielerin punktete zweistellig. „Wir verlieren das Spiel wegen dieser beiden Elemente. Zwölf Punkte weniger im Block sind brutal. Und über Außen und Diagonal waren wir auch nicht erfolgreich“, kritisierte die Trainerin, die den Mittelblock mit Demi Korevaar und Juliane Langgemach aus ihrer Offensivkritik herausnahm.

Lange Fehlerliste

Angesichts der langen Fehlerliste des USC, der auch im Aufschlag nur mäßig druckvoll agierte, hatte Suhl recht einfaches Spiel. Im ersten Satz sorgten zwei Blocks von Agnes Pallag und Laura de Zwart zum 21:17 für die vorentscheidenden Zähler, im zweiten Durchgang war der VfB bereits beim 16:10 nicht mehr in Sichtweite. Das 14:25 war schon eine klare, harte Ansage für den Gast vom Berg Fidel.

In der Folge und vielleicht mit dem Gefühl der Überlegenheit in den Köpfen gönnte sich Suhl eine kleine Auszeit, die Münster die Hoffnung auf eine Wende bescherte. Zweimal (10:5, 14:9) war der USC mit fünf Zählern vorne – auch dank einiger VfB-Unzulänglichkeiten wie etwa von Danielle Harbin, die Münster mit drei Fehlern anschob.

Doch die Unabhängigen schlugen aus dieser Hilfe kein Kapital, im Gegenteil. Nach dem 15:12 durch Nele Barber – zuvor hatte Libera Linda Bock stark gerettet – brach der USC komplett ein. Kaum noch kam ein konstruktiver Angriff durch, ideen- und planlos suchte Münster vergebens nach Lösungen. Ganze vier mickrige Punkte brachten die Westfälinnen noch zustande, Pallag setzte nach 83 bitteren Minuten den Schlusspunkt.

Thomsen: „Spüren den Druck“

Die Pleite in der Wolfsgrube war perfekt, tief enttäuscht machte sich Münster auf den tristen Heimweg. „Bislang sind bei uns in den Spielen nur einzelne Elemente gut, nie aber alle. Unsere Trainingsleistungen sind richtig stark, wir glauben, dass wir auf einem guten Weg sind. Aber wir wissen auch, dass es nicht leichter wird, je länger wir auf ein Erfolgserlebnis warten. Den Druck spüren wir, damit müssen wir nun lernen umzugehen“, erklärte Thomsen. Es wartet eine Menge Arbeit auf sie und das Trainerteam – im sportlichen wie im psychologischen Bereich.

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