Volleyball: Bundesliga Frauen
USC erleidet bei der Tiebreak-Schlappe gegen Straubing die nächste Enttäuschung

Münster -

Der zweite Saisonsieg lässt weiter auf sich warten. Auch wenn es für den USC Münster gegen Nawaro Straubing erstmals seit Wochen wieder einen Punkt gab, war der Frust riesig. Der Gastgeber hatte sich zurückgekämpft und dann im Tiebreak doch wieder Nerven gezeigt. Das 2:3 war extrem schmerzhaft.

Sonntag, 29.11.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 29.11.2020, 19:40 Uhr
Nach dem Matchall war die Enttäuschung bei den USC-Spielerinnen groß.
Nach dem Matchall war die Enttäuschung bei den USC-Spielerinnen groß. Foto: Jürgen Peperhowe

Der erhoffte Befreiungsschlag, den der USC Münster nach sechs verlorenen Bundesliga-Partien am Stück landen wollte, blieb auch im Kellerduell gegen Nawaro Straubing aus. Die Mannschaft von Trainerin Lisa Thomsen bewies nach einem 0:2-Satzrückstand zwar Moral, unterlag aber letztlich mit 2:3 (22:25, 25:27, 25:21, 25:10, 9:15). Oh je, USC! „Wir sind in einer schwierigen Situation, man merkt das Fehlen eines Erfolgserlebnisses“, sagte Thomsen, die vorerst ihr letztes Spiel an der Seitenlinie bestritt und nun in Mutterschutz geht. Enttäuscht und mit dem Wissen, dass auf die Unabhängigen noch schwere Zeiten zukommen.

Zwei Punkte der Kapitänin Barbara Wezorke, zwei erfolgreiche Angriffe von Adeja Lambert – es ließ sich gut an für den USC, der entschlossen wirkte, aber seine Visiere noch nicht eingestellt hatte. Wezorke, Lambert und Liza Kastrup schossen drei Fahrkarten in Serie, und zack waren die Unabhängigen im Hintertreffen (4:7). Thomsen nahm eine Auszeit, die ihrer Mannschaft guttat. Zum ersten Tempo, das Münster über Wezorke und Demi Korevaar erfolgreich spielte, kamen auch Lambert und Liza Kastrup besser in Fahrt. Die Folge war das 12:12. Ausgeglichen ging es in die zweite Satzhälfte, in der Münster beim 19:17 alle Vorteile in der Hand hatte.

Scholten macht den Unterschied

Allerdings nur kurz. Im Endspurt des Eröffnungssatzes schwang sich Iris Scholten zur Entscheiderin auf. Straubings niederländische Angreiferin machte ab dem 18:19 sechs der letzten sieben Punkte – und schon war er weg, der erste Abschnitt, nichts war es mit der erhofften Beruhigungspille für das strapazierte Nervenkostüm.

So blieb es eine wilde Fahrt, die im zweiten Durchgang mit zwei langen Ballwechseln begann. Zum 4:4 trug sich Anika Brinkmann erstmals auf dem Scoreboard ein, wenig später sorgte Wezorke für das 11:8. Ja, der USC machte es ordentlich. Aber mehr auch nicht – und das reichte nicht für den Satzausgleich. Wieder aus einer Führung (18:16) heraus verspielten die Unabhängigen ihre Ausgangsposition und waren schon beim 21:23 in Gefahr. Da nun aber Nawaros Valobona Ismaili nach einem Korevaar-Punkt mit zwei Angriffsfehlern ihre Hilfe anbot, hatte Münster plötzlich Satzball, den Scholten abwehrte. Auch die zweite Chance ließ der Gastgeber ungenutzt, Brinkmanns Versuch endete im Netz. So kam, was kommen musste: Straubing packte zu, Zuspielerin Magdalena Gryka drückte den Ball auf den Boden. Was für ein Rückschlag.

Schnelle Nummer abgewendet

Münster benötigte etwas, um wieder zu sich zu finden, beim 2:5 drohte eine schnelle Nummer. Doch die Thomsen-Schützlinge schüttelten den Ballast ab, wehrten sich und kamen zurück. Auch dank Straubings Mithilfe, das den USC beim 15:15 mit drei Fehlern anschob. Diesmal nutzte Münster die Gelegenheit, Kastrup hielt die Hoffnung auf den zweiten Sieg lebendig.

Die Unabhängigen wirkten nun wie befreit, spielten sich bis zum 11:3 in einen „Flow“ (Thomsen). Block und Feld-Abwehr verrichteten ihren Dienst nun effektiver als zuvor, im Angriff setzten sich die Gastgeber – besonders Kastrup war in einem kleinen Rausch – mehr und mehr durch. Und da Straubing nachließ, standen die Zeichen früh auf Tiebreak.

Das Momentum war bei Münster – wechselte aber wie in den ersten beiden Sätzen zum Gegner. Bis zum 3:7 blieb der USC dreimal im Block hängen, schnell war die Leichtigkeit verflogen und die Verunsicherung wieder greifbar. Lamberts Ball an die Antenne (4:8) oder Kastrups Angriff ins Aus (9:13) waren exemplarisch. Scholten setzte dem Treiben ein Ende – und stieß den USC tiefer in die Krise.

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