Volleyball: Frauen-Bundesliga
USC Münster hofft auf Befreiungsschlag im Westderby

Münster -

Von guter Nachbarschaft kann in diesem Fall wohl nicht die Rede sein. Zwar liegen die NRW-Bundesligisten USC Münster (Tabellenzehnter) und LiB Aachen (8.) tabellarisch dicht beieinander, doch zuhause fühlen sich beide Clubs in dieser Region nicht. Folgerichtig wollen beide Teams an diesem Mittwoch einen Sieg einfahren, doch wie so oft im Sport, gilt auch am Abend am Berg Fidel: Es kann nur einen geben ...

Dienstag, 08.12.2020, 14:40 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 15:05 Uhr
Ab durch die Mitte: Adeja Lambert und der USC Münster wollen gegen Aachen den zweiten Saisonsieg einfahren.
Ab durch die Mitte: Adeja Lambert und der USC Münster wollen gegen Aachen den zweiten Saisonsieg einfahren. Foto: Jürgen Peperhowe

In den vergangenen Jahren schlossen der USC Münster und LiB Aachen die Hauptrunden in der Volleyball-Bundesliga stets als unmittelbare Nachbarn ab. Die Leistungsunterschiede reduzierten sich auf Kleinigkeiten. In den Playoffs allerdings brausten die Kaiser- den Domstädtern davon. Während Münster in den Spielzeiten 2017/18 und 2018/19 bereits in der ersten K.o.-Runde die Versetzung vermasselte, schrieb sich Aachen später jeweils „Halbfinalist“ ins Saison-Zeugnis. An diesem Mittwoch (18 Uhr, Sporthalle Berg Fidel) kreuzen sich die Wege der einzigen NRW-Vertreter im Frauen-Oberhaus wieder einmal.

Es ist gerade ziemlich dunkel im Volleyball-Westen. Die Rote Laterne als Zeichen größter Not leuchtet zwar immer noch in Erfurt. Doch auch in Münster (10.) und Aachen (8.) sind Verantwortliche und Protagonisten weit davon entfernt, sich in irgendein Scheinwerferlicht zu stellen. Ein Sieg im West-Duell würde die Stimmung deutlich aufhellen. Und im Falle des USC vielleicht sogar eine Blockade lösen. „Es ist kein Geheimnis, dass wir unzufrieden sind. Aber wenn wir endlich mal einen engen Satz und dann ein ganzes Spiel für uns entscheiden, kann das mit einem Schlag sehr viel verändern“, sagt Ralph Bergmann.

Der 50-jährige Ex-Nationalspieler hat in seiner langen Karriere viel erlebt – Trainer in der Bundesliga war er noch nicht. Nach dem Rückzug von Lisa Thomsen in den Mutterschutz ruhen nun viele USC-Hoffnungen auf den Schultern des neuen Chefs. Als Trainer engagierte sich Bergmann zuletzt im Assistenz-Ressort der Nationalmannschaft. „Sieben Jahre ist das her. Vielleicht brauche ich ein paar Minuten, um wieder an der Linie anzukommen und mich reinzufuchsen“, sagt er.

Drei Fragen an Ralph Bergmann

Im März übernahm Ralph Bergmann die sportliche Leitung des USC Münster. Ab sofort arbeitet er auch als Cheftrainer und somit in Doppelfunktion.Trainer und Sportchef, müssen Sie sich jetzt teilen?Bergmann: Nein, das funktioniert nicht. Wenn ich die Dinge jeweils zur Hälfte machen würde, wäre das Ergebnis zwangsläufig auf beiden Ebenen schlecht.Welche Aufgabe genießt Priorität?Bergmann: Ganz klar die des Trainers. Darauf liegt mein Fokus bis zum Saisonende.Wie kann das Vakuum in der sportlichen Leitung künftig gefüllt werden?Bergmann: Da müssen jetzt andere mitarbeiten. Ich denke da an Patrick Fielker, Trainer unserer zweiten Mannschaft. Er ist im Thema und wird helfen können.

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Der USC bestreitet das letzte Heimspiel der Hinrunde mit voller Kapelle. Mit Blick auf den Ausgang des Duells gegen Aachen wird Münster maßgeblich von der Durchschlagskraft im eigenen Angriff abhängig sein. Bergmann setzt hier auch auf die Fähigkeiten von Helo Lacerda. „Sie trainiert inzwischen ganz normal mit und wird immer besser“, erklärt der Coach. Die brasilianische Diagonalspielerin hatte aufgrund von Knieproblemen bislang noch keine durchgängigen Einsätze im Spielbetrieb.

Hoffen auf Dreier zum „Einstieg“

Mit einem „Dreier“ könnte der USC nach Punkten zu Aachen aufschließen. Damit wäre die unmittelbare Nachbarschaft zum Konkurrenten wiederhergestellt. Und die negative Serie hätte ein Ende. Bergmann hofft, dass sein Team an diesem Mittwoch „alles auf die Platte bringt, dass es kann“. Es wäre ein starker Einstieg für ihn. Und ein Signal der Mannschaft, dass sie vielleicht doch nicht so ratlos ist, wie sie sich zuletzt mitunter gab.

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