Volleyball: Bundesliga Frauen
USC setzt sich kleine Ziele beim großen Gegner in Stuttgart

Münster -

Ist der USC Münster chancenlos beim Allianz MTV Stuttgart? Die Tabellenlage und auch die jüngsten Eindrücke lassen diesen Schluss zu. Zudem fällt Anika Brinkmann erneut aus. Doch ein bisschen Hoffnung auf die Sensation fährt schon mit nach Schwaben.

Mittwoch, 20.01.2021, 16:24 Uhr aktualisiert: 21.01.2021, 11:06 Uhr
Helo Lacerda Pereira und der USC um Trainer Ralph Bergmann (hinten) sind in Stuttgart Außenseiter.
Helo Lacerda Pereira und der USC um Trainer Ralph Bergmann (hinten) sind in Stuttgart Außenseiter. Foto: Jürgen Peperhowe

Kleine Zahlenspiele gefällig? Elf von zwölf Partien gewann der Allianz MTV Stuttgart in dieser Saison, gab dabei nur acht Sätze ab – darunter drei bei der Tiebreak-Niederlage in Suhl. Zuletzt beeindruckte der immer noch amtierende Meister von 2019 mit dem 3:0-Erfolg beim Dauerrivalen SSC Palmberg Schwerin, legte direkt am Sonntag einen klaren Sieg gegen seinen bislang einzigen Bezwinger aus Thüringen nach. Nicht gerade aufmunternde Zahlen für den USC Münster, der als ­Tabellenvorletzter am Donnerstag (20.15 Uhr/Sport 1) in der Scharrena antritt.

„Es gibt leichtere Gegner“

„Es gibt leichtere Gegner“, sagte am Samstag unmittelbar nach dem 0:3 gegen den Dresdner SC denn auch Linda Bock, die aber große Lust auf ein Kräftemessen mit der „Stand Januar besten deutschen Mannschaft“ (USC-Trainer Ralph Bergmann) hat. „Ich mag solche Spiele eigentlich immer. Wir können als Außenseiter frei aufspielen.“ Ja, das können die Unabhängigen – frei von jeglichem Druck, frei von Zwängen, im Kampf um einen Playoff-Platz punkten zu müssen. Und genau das ist der Grund, warum Bock ihre gegen den DSC eingenommene Rolle als Angreiferin auch in Stuttgart wieder einnimmt. Anika Brinkmann, die am Samstag mit Bock den Rollentausch vollzogen und als Libera gespielt hatte, trat am Mittwoch den Weg ins Schwabenland gar nicht mit an. Ihre Fersenverletzung, mit der sie schon zuvor beim 0:3 in Vilsbiburg zum Zuschauen gezwungen war, machte sich am Morgen nach dem Dresden-Spiel wieder bemerkbar. „Wir wollen kein Risiko eingehen und denken, dass wir sie fit gegen Suhl mehr brauchen“, sagt Bergmann mit Weitblick auf das nächste Heimspiel am 30. Januar.

Thomsen bleibt am Ball

Der Geburtstermin bei Lisa Thomsen rückt näher und näher, in wenigen Tagen erwartet Münsters Trainerin in Mutterschutz ihr erstes Kind. Doch ganz ohne Volleyball geht es bei der 35-Jährigen nicht, am Samstag verfolgte sie live in der Halle Berg Fidel die Begegnung des USC gegen den Dresdner SC (0:3). Thomsen bleibt bildlich gesprochen am Ball, auch um bei den Planungen für die kommende Saison – dann wieder mit ihr als Trainerin – mitreden zu können. Am Dienstag gab es mit Ralph Bergmann, Interimscoach bis zum Sommer und Sportlicher Leiter in Personalunion, einen ersten groben Austausch. „Es fängt nun die Zeit an, in dem man auf die neue Saison guckt. Wir haben mal abgefragt, was wir wollen, was wir brauchen und wohin es gehen soll. Aber das war nur eine erste Besprechung, genauere Gedanken machen wir uns in Ruhe“, so Bergmann. Drei Verträge (Barbara Wezorke, Linda Bock und Juliane Langgemach) gelten noch für die Spielzeit 2021/22. Es gibt also genügend Raum für Gedankenspiele.

...

Was aber nicht bedeutet, dass der USC gegen den MTV um die herausragende Angreiferin Krystal Rivers seine Waffen vorzeitig streckt. „Unser großes Ziel ist es, die gegen Dresden und im Training gezeigte Attitüde und Lockerheit wieder zu zeigen. Es ist ein üblicher Trainerspruch, aber wir wollen von Aktion zu Aktion schauen und viele Dinge positiv gestalten“, sagt Bergmann. Was dann dabei herauskommt? „Das werden wir sehen, aber wir können nur gewinnen.“

Eine Gewinnerin ist schon jetzt Erika Kildau. Die Libera vom Bundesstützpunkt wird erstmals von Beginn an spielen – und das gleich beim Meister. Es geht schlechter zum Debüt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7775884?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686216%2F
Nachrichten-Ticker