Volleyball: Bundesliga Frauen
Der USC Münster verliert 1:3 in Stuttgart – Helo Lacerda schwer verletzt

Münster -

Eine ordentliche Visitenkarte gab der USC Münster am Donnerstagabend in Stuttgart ab, verlangte dem heimischen Allianz MTV gut zwei Sätze eine Menge ab. Dann aber erlebten die Unabhängigen bittere Momente, als sich Helo Lacerda bei einer Abwehraktion schwer am linken Bein verletzte. Die Brasilianerin, die zuletzt stark aufsteigende Form zeigte, droht lange auszufallen.

Donnerstag, 21.01.2021, 22:58 Uhr
Ein bitterer Moment für Helo Lacerda und den USC: Im dritten Satz verletzte sich die Brasilianerin, um die sich Physiotherapeut Benedikt Wentrup, Nele Barber (l.) und Juliane Langgemach kümmern.
Ein bitterer Moment für Helo Lacerda und den USC: Im dritten Satz verletzte sich die Brasilianerin, um die sich Physiotherapeut Benedikt Wentrup, Nele Barber (l.) und Juliane Langgemach kümmern. Foto: Tom Bloch

Bis zum 6:8 im dritten Durchgang war die Welt des USC Münster am Donnerstagabend in Ordnung. Der Tabellenvorletzte hatte dem Bundesliga-Primus Allianz MTV Stuttgart einen Satz abgeknöpft, zeigte in der Scharrena einen couragierten Auftritt. Doch dann kam eine Aktion, die die Bewertung dieses Spiels, das zum Mutmacher hätte werden können, nachhaltig trübte.

Bei einer harmlos aussehenden Abwehraktion verletzte sich die bis dahin gut spielende Helo Lacerda am linken Unterschenkel. Sofort schlug die brasilianische Diagonalangreiferin die Hände vors Gesicht, ihre Teamkolleginnen trugen sie vom Feld. Ein langer Ausfall scheint vorprogrammiert, ein bitterer Moment für den USC, der mit 1:3 (25:20, 16:25, 16:25, 16:25). In den Hintergrund rückte durch den Helo-Schock das Bundesliga-Debüt der 18-jährigen Erika Klidau, die ihre Sache mehr als ordentlich erledigte. „Die Sache mit Helo hat uns getroffen. Man darf nicht unterschätzen, was das mit einer Mannschaft emotional macht“, sagte USC-Coach Ralph Bergmann, der bis dahin „eine gute Leistung“ gesehen hatte.

Geburtstagskind Sarah van Aalen

Der große Favorit hier, der krasse Außenseiter da – die Rollen waren klar verteilt, und die ersten acht Ballwechsel schienen die Richtung vorzugeben. Stuttgart legte vor (2:0, 5:3), war auch in veränderter Startformation – Coach Tore Aleksandersen hatte zu Beginn auf ein Stammtrio um Zuspielerin Athina Papafotiou verzichtet – zunächst tonangebend. Doch souverän wirkte das nicht, was der MTV so anbot. Das merkte auch der USC: Mit Herz, Leidenschaft und Mut hielt er dagegen, hielt seine Fehlerquote auf einem überschaubaren Niveau. Und siehe da, zur Satzmitte übernahm Münster das Kommando. Mit einem Netzroller-Ass besorgte Geburtstagskind Sarah van Aalen (21) das 11:10, das 11:11 von Dora Grozer beantworteten Nele Barber und die in dieser Phase stark auftrumpfende Helo Lacerda mit drei Punkten zum 15:11.

Tore Aleksandersen genervt

Stuttgarts Coach war nicht erfreut, bezeichnete in einer Auszeit den Aufschlag als „Katastrophe“. Und es sollte für den MTV sogar noch schlechter werden: Vom 17:13 schenkten die Schwäbinnen dem USC vier Zähler durch Fehler bei der Angabe. Münster sagte danke und griff zu. Linda Bock, die erneut im Angriff agierte und zur wertvollsten Spielerin gewählt, machte das 25:20 perfekt.

Ein Achtungserfolg, der den Spitzenreiter reizte. Aleksandersen beorderte Papafotiou, Michaela Mlejnkova und Juliet Lohuis auf das Feld, seine Stammformation sollte es richten. Und ja, sie richtete es auch. Weniger Fehler, mehr Power und Präzision setzten Münster zunehmend unter Druck, die Phase vom 10:11 zum 10:16, in der die Gäste nur noch schwer durchkamen, war bezeichnend. Auf der anderen Seite sorgte gerade Mlejnkova für Gefahr, dazu lieferte zuverlässig und gewohnt angriffsstark Krystal Rivers für den MTV, der ungefährdet nach Sätzen ausglich.

Verhängnisvoller Ballwechsel

Die Dinge waren vorerst gerade gerückt, doch Münsters Gegenwehr ließ nicht nach. Bock blockte Rivers einmal mehr und brachte die Unabhängigen mit 3:2 in Front, bis zum 6:8 und jenem verhängnisvollen Ballwechsel war der USC in Stuttgarts Nähe.. „Wir haben viele Dinge wirklich gut gemacht“, sagte Bergmann. Dass seine Schützlinge aber beeindruckt waren von Helos Verletzung, war nachzuvollziehen. Schnell gerieten die Westfälinnen weit in Rückstand (8:18), der weitere Verlauf war Formsache für den seit 2019 amtierenden Meister.

Münster gab sich nicht auf, haute weiter alles rein und versuchte alles. Den unglücklichen Start in Abschnitt vier (1:4, 5:8) schüttelte der USC noch einmal ab und egalisierte nach dem Block von Nele Barber gegen Maria Seguera noch einmal . Es war der letzte Ausgleich, Münster geriet in der Folge in der Annahme ins Schwimmen, kam so nur schwer zu konstruktiven Angriffen. Beim 8:14 war die Entscheidung gefallen, die Luft war raus – und die Partie wenige Augenblicke später aus. „Wir haben es auch in den Sätzen zwei, drei und vier noch ordentlich gemacht, aber da war Stuttgart zu stark“, sagte Bergmann, der aus sportlicher Sicht mit einem guten Gefühl in den Bus hätte steigen können. Doch die schwere Verletzung von Helo überschattete den USC-Auftritt nachhaltig.

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