Volleyball: Bundesliga Frauen
3:0 gegen den VfB Suhl – der USC Münster feiert den vierten Saisonsieg

Münster -

Es war ein kurzes, aber großes Vergnügen am Samstagabend für den USC Münster – und ein in dieser Saison bislang seltenes. Mit 3:0 (25:20, 25:19, 25:22) gewannen die Unabhängigen gegen den VfB Suhl und feierten damit den vierten Sieg dieser Spielzeit. Der gibt neuen Schwung im Kampf um einen Platz in den Playoffs.

Samstag, 30.01.2021, 21:16 Uhr
Jubelstimmung: (v.l.) Sarah van Aalen, Juliane Langgemach, Nele Barber, Liza Kastruo, Erika Kildau und Linda Bock freuen sich über den Sieg gegen Suhl.
Jubelstimmung: (v.l.) Sarah van Aalen, Juliane Langgemach, Nele Barber, Liza Kastruo, Erika Kildau und Linda Bock freuen sich über den Sieg gegen Suhl. Foto: Jürgen Peperhowe

Das war mal ein ganz starker Auftritt des USC Münster. Mit 3:0 (25:20, 25:22, 25:19) bezwangen die Unabhängigen den VfB Suhl, der als Tabellenvierter an den Berg Fidel gereist war. Für das Team von Trainer Ralph Bergmann war es der vierte Saisonsieg, der den zarten Aufwärtstrend fortführt. „Wir haben viel Energie auf das Feld gebracht, haben es zweieinhalb Sätze richtig gut gemacht und es dann zu Ende gebracht“, sagte USC-Trainer Ralph Bergmann nach den 79 erfreulichen Minuten.

In Spiel eins nach der Verletzung von Helo Lacerda, die sich in Stuttgart die Achillessehne gerissen hatte, gab es in der Startaufstellung eine Änderung. Liza Kastrup begann auf der Diagonalposition, Linda Bock blieb wie gegen Dresden und in Stuttgart erneut auf Außen-Annahme und flankierte mit Nele Barber die daheim debütierende Libera Erika Kildau. Eine USC-Formation, in der es passte. Zwar lief Münster den Thüringerinnen zunächst hinterher, übernahm aber nach zwei Punkten von Barbara Wezorke – sie hatte von Bergmann mit Juliane Langgemach das Mandat für die Mitte erhalten – erstmals die Führung. Und die Kapitänin legte nach, sorgte mit Bock im Doppelblock gegen Agnes Pallag für das 11:9. Der USC-Motor schnurrte jetzt, die Unabhängigen waren stabil – und profitierten zudem von Suhler Fehlern, wie etwa bei den beiden misslungenen Angriffen von Danielle Harbin zum 17:13 und 18:13. Bis auf acht Punkte enteilte Münster (23:15), überstand auch die kleine wacklige Phase nach dem 0:4-Lauf. Wezorke, die mit 18 Zählern Topscorerin war und zur besten Spielerin gekürt wurde, besorgte dann per Schnellangriff die Chancen zum Satzgewinn, den Suhls Jelena Sunjic mit einem Aufschlag ins Netz perfekt machte.

Anika Brinkmann im Kader

Das sah gut aus, das machte Laune – und die Bergmann-Truppe, in der Anika Brinkmann nach ihrer fiebrigen Erkältung unter der Woche im Kader stand, knüpfte nahtlos an den ersten Durchgang an. Einstellung und Auftreten stimmten wie in den beiden Partien zuvor, der USC strahlte Selbstvertrauen und Freude aus. Zuspielerin Sarah van Aalen mit drei Punkten (!) in dieser Phase und Wezorke mit einem Doppelpack hievten ihr Team vom 4:4 auf 9:5, Barber legte direkt einmal nach. Ein Rädchen griff in das andere, auch nach drei VfB-Zählern in Serie zum 10:8 geriet das USC-System nicht aus dem Takt. Ein Schnellangriff hier (Wezorke), eine Variante aus dem Hinterfeld (Barber) da und eine weiter hellwache van Aalen – und zack, Münster war wieder weg (15:10). Es funktionierte eine Menge in der Offensive, dazu standen die Annahme und die Block-Feld-Abwehr. Das sah richtig gut aus, was und wie der Tabellenvorletzte hier ablieferte. Und wenn es mal läuft, dann läuft es. Wie bei Wezorkes Angriff zum 24:18, als sie den Ball etwas glücklich und unorthodox durch den Suhler Doppelblock mogelte. Satzball Nummer zwei versenkte dann Bock. Stark.

Verwarnung für Hollosy

Einen Punkt hatte Münster sicher, es war der elfte der bislang unterdurchschnittlichen Saison. Der USC aber wollte mehr, wollte aus dem guten Auftritt den vierten Sieg der Spielzeit machen – und wurde dabei gleich zu Satzbeginn angeschoben, als Suhls sichtlich unzufriedener Trainer Laszlo Hollosy eine Verwarnung – er hatte für seine Ansprache zu lange gebraucht – kassierte. Punkt Münster. Das ging ja gut los für den USC, der erst zur Satzmitte erstmals wieder in Rückstand geriet (9:10 nach 9:7). Nun schickte Bergmann Brinkmann für Bock auf das Feld, nach der technischen Auszeit beim 14:16 folgte der Doppelwechsel von Kastrup und van Aalen zu Adeja Lambert und Taylor Nelson. Die Änderungen zeigten Wirkung, „haben gepasst“, wie Bergmann meinte.

Nele Barber zum Matchball

Nach Barbers Aufschlagpunkt war Münster wieder vorn (18:17), den jeweiligen Ausgleich konterten Wezorke, Brinkmann und Barber im weiter stabilen Side-Out. Und als Langgemach mit einer Angabe direkt punktete, fehlten dem USC beim 23:21 noch zwei Zähler. Erneut Barber erledigte den ersten des noch fehlenden Teils, den zweiten servierte Suhl mit einem Übergriff am Netz. 25:22, das Siegertänzchen konnte beginnen. „Ich bin vor allem froh für die Mädels, dass sie sich belohnt haben“, sagte Bergmann, der rundum zufrieden wirkte.

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