Volleyball: Erster Neuzugang beim USC
USC sichert sich mehr Power mit Iris Scholten

Münster -

Vier Spielerinnen hat der USC Münster nun unter Vertrag. Neuzugang Iris Scholten verspricht einiges. Sie hat trotz ihres jungen Alters schon eine gewisse Erfahrung und kann offenbar ein Team mitreißen. Vielleicht sorgt diese Personalie ja auch für weitere Verstärkungen.

Dienstag, 27.04.2021, 17:42 Uhr aktualisiert: 28.04.2021, 16:04 Uhr
Iris Scholten
Iris Scholten Foto: Imago/Michael Sigl

Wenn der Name Iris Scholten fiel, schauderte es den USC Münster in der vergangenen Saison zweimal. Satte 30 Punkte machte die Niederländerin Ende November beim 3:2-Erfolg von Nawaro Straubing am Berg Fidel und vermasselte damit Münsters Trainerin Lisa Thomsen den Einstieg in die Babypause. Und auch knapp drei Monate später hatte Scholten mit 15 Zählern großen Anteil daran, dass die Unabhängigen ohne Satz­gewinn die Heimreise antreten mussten. In der kommenden Spielzeit aber wird die 20-Jährige dem USC nicht mehr wehtun können, denn die 1,91 Meter große Angreiferin ist der erste Neuzugang des Volleyball-Bundesligisten – und bindet sich zunächst für ein Jahr.

„Iris hat auch in den Partien gegen uns gezeigt, wie durchschlagskräftig und enthusiastisch sie aufzutreten vermag und dass sie sich charakterstark einbringt“, sagte USC-Sportchef Ralph Bergmann. „Mit dem Transfer ist sie glücklich – und wir sind es auch.“

Aufgewachsen ist die Nationalspielerin Scholten, die in der abgelaufenen Saison im Bundesliga-Ranking „Top-Scorer“ den vierten Platz einnahm, in Nijmegen, sie startete ihre Karriere aber bei Switch 87 in Millingen am Rhein und kam über das Talentteam Papendal sowie über den VV Alterno Apeldoorn im Sommer 2018 in die Bundesliga.

Viertelfinale erreicht

Zwei Jahre trug sie das Dress der Roten Raben Vilsbiburg, ehe es sie nach Straubing zog. Dort machte sie sich einen Namen und überzeugte bei dem Über­raschungsteam, das anders als der USC das Playoff-Viertelfinale erreichte, mit ihren sportlichen Qualitäten und ihrem Auftreten. „Iris ist laut, total extrovertiert und zieht die anderen mit. Das ist für ihr Alter ganz stark“, sagte ihr letztjähriger Trainer Benedikt Frank, der einst auch in Münster arbeitete und künftig den VC Wies­baden betreut.

Nun also zieht es Scholten, die im vergangenen Herbst an Corona erkrankt war, von der Donau an die Aa. Auch die kurze Entfernung zur Heimat spielte bei ihrer Entscheidung pro Münster eine Rolle, die vergangene und von der Pandemie geprägte Spielzeit zehrte schon am Familienmenschen Scholten. „Die Nähe war mitentscheidend für den Wechsel. In der letzten Saison sorgten die vielen Einschränkungen dafür, dass ich nur selten zu Hause war. Ich habe meine Familie sehr vermisst, meine Freunde auch. Die sind mein großer Rückhalt.“ Aktuell befindet sich die Diagonalangreiferin, die am Berg Fidel auf dieser Position die Nachfolge der glücklosen Helo Lacerda sowie von Liza Kastrup antritt, in der Heimat und pendelt von Nijmegen nach Arnheim, wo sich die niederländische Nationalmannschaft momentan auf die Aufgaben des Sommers vorbereitet.

„Kenne die Ambitionen“

Wann genau sie in Münster ihre Arbeit aufnimmt, ist auch abhängig von ihren Verpflichtungen im Oranje-Team. Fest steht aber schon, dass die ehrgeizige Scholten, die ihre „harten Angriffsschläge als meine Stärke“ bezeichnet, mit den Unabhängigen künftig viel vorhat. „Im Laufe der letzten Saisonphase wurde mir klar, dass ich etwas anderes machen will. Der Kontakt nach Münster war schnell hergestellt. Ich weiß, dass der Kader neu aufgestellt wird und kenne die Ambitionen des Vereins“, sagte sie, die „natürlich die Playoffs“ er­reichen möchte.

Mit Scholten umfasst der USC-Kader vier Spielerinnen, auch die Mittelblockerinnen Barbara Wezorke und Juliane Langgemach sowie Linda Bock haben einen Vertrag bei den Unabhängigen. Allerdings scheint der Abgang der Libera festzustehen, der deutsche Meister Dresdner SC ist ein heißer Interessent.

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