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Karriere

5 Tipps für richtiges Verhalten bei der Kündigung durch den Arbeitgeber

Spricht der Arbeitgeber eine Kündigung aus, versetzt dies viele Arbeitnehmer in Schrecken und Panik. Der Verlust des Arbeitsplatzes birgt nicht nur eine psychische Belastung, sondern geht auch mit finanziellen Einbußen einher. Häufig stellt sich eine Hilflosigkeit ein. Doch es ist wichtig, sich die weiteren Schritte gut zu überlegen. Der folgende Ratgeber nennt fünf wichtige Tipps für richtiges Verhalten bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber.

Foto: colourbox.de PetraD

Kündigung - wie geht es weiter?

Manchmal kommt die Kündigung aus heiterem Himmel und in anderen Fällen erahnt man sie bereits. In beiden Fällen stellen sich meist Ängste, Hilflosigkeit und Sorgen ein. Doch wie verhält man sich richtig, wenn der Arbeitgeber eine Kündigung ausstellt? Welche Maßnahmen sind zu treffen und welche Fristen gelten? Die formalen arbeitsrechtlichen Fallstricke sind zahlreich. Nach Erhalt der Kündigung gibt es folgendes zu beachten:

1. Kündigung rasch prüfen

Nach Erhalt der Kündigung gilt es, eine wichtige Frist zu beachten: Arbeitnehmer haben nach Zugang des Schreibens nur drei Wochen Zeit, um eine Kündigungsschutzklage zu erheben. Danach kann nicht mehr dagegen vorgegangen werden. Dies gilt selbst dann, wenn die Kündigung unrechtmäßig ist. Daher sollten betroffene Mitarbeiter die Kündigung prüfen und sich fragen, wie man sich am besten verhält, wenn sie eingeht, wann es sinnvoll ist, dagegen vorzugehen. Der Abfindungsrechner bei Kündigung hilft dabei, die eventuelle Abfindungshöhe zu ermitteln.

2. Fachanwalt hinzuziehen

Es ist sinnvoll, einen Anwalt für Arbeitsrecht hinzuziehen, wenn man gegen die Kündigung vorgehen möchte. Dies gilt ebenso, wenn nicht der Wunsch besteht, weiterhin für den Arbeitgeber tätig zu sein. Es ist dennoch möglich, seine Ansprüche durchzusetzen und zu prüfen, ob die Kündigung sozial gerechtfertigt ist. Der Arbeitgeber hat auf Forderung des Arbeitnehmers die Gründe anzugeben, die zur sozialen Auswahl geführt haben. Ein Anwalt kann beurteilen, ob es sinnvoll ist, gegen die Kündigung vorzugehen oder lieber eine Abfindung anzunehmen.

3. Nichts ohne genaue Prüfung unterzeichnen

Viele Arbeitgeber legen dem Arbeitnehmer zusammen mit der Kündigung diverse Papiere zum Unterschreiben vor, beispielsweise Bestätigungen, wieviel Urlaub bereits verbraucht ist, dass es keine Überstunden oder offenen Lohnrückstände gibt. Es empfiehlt sich nicht, sofort zu unterschreiben. Manchmal sind darin Erklärungen verborgen, dass nicht gegen die Kündigung geklagt wird. Mit der Unterschrift geht dieses Recht verloren. Bestätigen Sie lediglich, dass Sie das Kündigungsschreiben erhalten haben.

4. Agentur für Arbeit informieren

Egal, ob die Kündigung akzeptiert wird oder eine Klage geplant ist, es sollte unverzüglich die Agentur für Arbeit informiert werden. Die Fist beträgt ab Zugang der Kündigung drei Tage. Sonst kann das Arbeitslosengeld gekürzt oder sogar gesperrt werden. Das Arbeitslosengeld I wird bis zu zwölf Monate gezahlt. Ältere Mitarbeiter erhalten je nach Alter und Beschäftigungsdauer bis zu 24 Monate lang Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung.

5. Abfindung

Viele Arbeitnehmer fürchten sich davor, eine Kündigungsschutzklage einzureichen. Deren Ziel besteht darin, dass der Arbeitsplatz erhalten bleibt. Selbst, wenn dies nicht gelingt, kann mit einer Kündigungsschutzklage ein Vergleich in der Form einer Abfindung erzielt werden. Ein versierter Fachanwalt für Arbeitsrecht weiß damit umzugehen, denn sie ist Verhandlungssache. Anders als vielfach vermutet, erhalten Arbeitnehmer nicht automatisch eine Abfindung bei einer Entlassung.

Zusammenfassung

Eine Kündigung ist meistens ein großer Schock. Immerhin steht häufig die wirtschaftliche Existenz des Arbeitnehmers auf dem Spiel. Möchte man dagegen vorgehen, ist innerhalb von drei Wochen nach Erhalt des Schreibens eine Kündigungsschutzklage möglich. Auf diese Weise lässt sich auch eine Abfindung erzielen. Das Arbeitsverhältnis ist damit jedoch beendet. Es ist ratsam, schnellstmöglich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen, der die Ansprüche durchsetzen kann. Es ist außerdem wichtig, die Bundesagentur für Arbeit unverzüglich über die Kündigung zu informieren.

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