1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Leben-und-erleben
  4. >
  5. Auto
  6. >
  7. Das Auto professionell aufbereiten

  8. >

Das Auto professionell aufbereiten

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind, sagt der Volksmund. Tatsächlich ist ein Auto eine Investition. Wenn es nach einiger Zeit wieder auf den Markt kommen, sprich verkauft werden soll, dann möchte man natürlich den besten Preis herausholen.

Von Aschendorff Medien

Foto: colourbox.de Astrid Gast

Doch leider sind im Laufe der Zeit die Gebrauchsspuren, trotz bester Vorsätze, deutlich sichtbar: Das Leder hat Streifen von den Jeans, Staub hat sich in allen Ritzen angesammelt, das Armaturenbrett hat den ein oder anderen Streifen wovon auch immer, und auch Außen hat der Lack, die ein oder andere Macke.

Die professionelle Aufbereitung ist mehr als eine Autowäsche

Nur ein bisschen staubsaugen, mal schnell mit dem Lappen über alles drüber wischen, ein bisschen Raumspray, fertig - so geht eine professionelle Aufbereitung sicher nicht. Sportwagenhändler in Norddeutschland empfehlen den Gang zum Fachmann. Spezialfirmen bieten eine Aufarbeitung, die mit hochwertigen Reinigungs- und Pflegeprodukten den Schmutz auch aus den Tiefen der Teppiche, Ritzen, Stoffe und Lederbezüge holen. Das hat seinen Preis, das Auto kann allerdings dann auch zu einem deutlich höheren Preis verkauft werden.

Wer das nicht investieren, den Wiederverkaufspreis aber trotzdem aufpolieren möchte, kann hier ein paar Tipps nachlesen.

Was braucht man alles?

Lappen, Wasser, Raumspray - das reicht definitiv nicht aus. Wer richtig in die Tiefe reinigen will, der braucht auch professionelle Ausstattung: eine Poliermaschine mit verschiedenen Bezügen, diverse Lappen (Mikrofaser), Poliermittel, Hartwachs, Essig oder Kaffee, Staubsauger mit unterschiedlichen Düsen und Armaturenbrett- und Felgenreiniger.

Ganz wichtig: ZEIT. Eine hochwertige Autoaufbereitung verschlingt schnell ein paar Stunden.

Der Innenraum

- Basics: Erstmal den Müll und Teppiche raus. Dann gründlich alle Steinchen und den Staub raussaugen.

- Ledersitze: Hier sollte über die Jahre hinweg zweimal im Jahr eine Lederpflege aufgetragen worden sein. Falls nicht, nicht gleich die Pflege einarbeiten, erst einen professionellen Lederreiniger verwenden. In der Regel gibt es die von den Herstellern abgestimmt auf das jeweilige Interieur. So kann selbst hartnäckiger Schmutz entfernt werden. Baumwolltücher eignen sich dafür am besten. Dann das Leder pflegen, sodass die Schutzschicht und das Leder geschmeidig bleiben.

- Stoffsitze: Einen guten Reinigungsschaum mit einer feinen, nicht zu harten Bürste einarbeiten. Dann den Schmutz absaugen oder mit einem Mikrofasertuch aufnehmen.

- Cockpit: Das Armaturenbrett ist ein sensibler Bereich im Auto. Die eingearbeiteten Anzeigen und Displays mögen keine Reinigungsflüssigkeiten. Daher Pflegespray vorsichtig einsetzen. Displays mit einem trockenen Brillenputztuch abwischen.

- Kunststoffteile: Erst einmal mit Wasser beginnen, vielleicht einen Spritzer Essig hinein. Falls der Schmutz sich so nicht entfernen lässt, zu speziellen Reinigungsmitteln greifen. Für unzugängliche Stellen kleine Pinsel verwenden.

- Gerüche: Der Neuwagenduft hat längst dem Aroma von Hundehaaren, Fastfood Essen und nassen Socken Platz gemacht. Raumsprays übertünchen meist nur. Über Nacht eine Schale mit Essig oder Kaffee ins Auto stellen, das bindet die unangenehmen Gerüche.

Die Außenpflege

- Felgen: Hier kann man großzügig sein. Die Felgen mit Felgenreiniger gut einsprühen und dann einwirken lassen. Bei hartnäckigen Flecken mit einem Lappen nacharbeiten, schließlich gründlich mit Wasser abspülen.

- Lackpflege ist heikel. Wer sich hier nicht auskennt, sollte einen Fachmann beauftragen. Wer nämlich falsch mit Poliermittel und Hartwachs umgeht, kann dauerhaft den Lack beschädigen. Zudem ist die Pflege sehr aufwendig, da andere Bauteile, wie zum Beispiel die Gummidichtungen zum Schutz abgeklebt werden müssen.

Eine sehr gründliche Handreinigung mit Wasser und Seife ist jedoch auch für den Fachmann eine gute Vorbereitung. Bitte nur an einem dafür zulässigen Platz. Wichtig: Das Auto anschließend gut trockenreiben, damit keine Kalktropfen auf dem Lack zurückbleiben.

Fazit:

Wer sich so richtig beim Putzen austoben will und mit Leidenschaft und Sachverstand dabei ist, der kann sich an die Autoaufbereitung wagen. Wer mit Elan startet, aber dann keine Stunden durchhält, der sollte es sich besser überlegen, denn einmal mit dem Aufbereiten des Lacks begonnen, muss es auch zu Ende geführt werden. Am besten einfach mal abwägen: Wie viel möchte ich für das Auto bekommen? Was kostet eine professionelle Aufbereitung? Wie viel bekomme ich nach Schätzung des Experten dadurch mehr? Was kostet es mich, die nötigen Produkte zu kaufen? Schaffe ich das?

Startseite