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Stromtankstelle für Zuhause

Ladeleistung und Schutz: 12 Wallboxen im Test

Berlin/München (dpa/tmn)

Elektroautos tanken an der Ladesäule - oder daheim an der Wallbox. Was diese Stromtankstellen für das Haus taugen, haben sich ADAC und die Stiftung Warentest angesehen.

Peter Löschinger, dpa

12 Wallboxen mussten sich beim Test in Kategorien wie etwa Sicherheit, Funktion, Zuverlässigkeit und Ausstattung messen lassen. Foto: Ralph Wagner/ADAC/dpa-tmn

Wer sein E-Auto zuhause schnell und sicher aufladen will, kommt in der Regel um eine sogenannte Wallbox nicht herum. Haushaltssteckdosen sollten laut ADAC nur in Ausnahmefällen genutzt werden. Diese Ladeboxen werden fest installiert und sollen nicht nur die Ladeleistung garantieren. Mit ihren Schutzeinrichtungen sollen sie auch besonders sicher sein.

Ein Gemeinschaftstest von ADAC und der Stiftung Warentest («test», Ausgabe 3/22) hat nun 12 Wallboxen getestet. Die Preisspanne der Geräte reichte von 675 bis 1570 Euro. Es folgen stets noch individuelle Kosten für die Installation.

Die meisten sind «gut» aber zwei unsichere fallen durch

Erfreulich: Bis auf zwei Geräte schneiden alle «gut» ab. Das billigste Gerät war dabei einer der beiden Testsieger. Allerdings fielen die genannten Ausreißer für 720 und 1280 Euro gleich mit «mangelhaft» (Note 5,0) durch. Hier versagte laut ADAC mehrmals die Schutzeinrichtung. Diese soll eigentlich mögliche Personenschäden durch Stromfluss verhindern.

Bei einer Box löste die Überwachungseinrichtung mehrmals gar nicht oder zu spät aus, bei der anderen nur verspätet. «Damit konnten beide Produkte die Sicherheitsanforderungen der DIN-Norm nicht erfüllen», so der Autoclub.

Viele gute Boxen - manche auch per App steuerbar

Im Test mussten sich die Boxen in folgenden Kategorien messen lassen: Sicherheit, Funktion und Zuverlässigkeit, Ausstattung, Lieferumfang und Montage. Außerdem Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität der App, sofern verfügbar. Nur fünf der Geräte haben eine App-Steuerung, bei der sich die Boxen einstellen und Ladestatistiken auslesen lassen.

Das beste Gesamtpaket boten dabei die beiden Sieger «go-eCharger Homefix 11 kW» (675 Euro) und die «Wallbox Chargers Commander 2, 11 kW» (1300 Euro). Sie bekamen jeweils die Note 1,8 («gut»). Die Tester attestieren nicht nur gute Werte bei Funktion und Sicherheit, sondern auch eine hohe Nutzerfreundlichkeit.

Weitere Geräte mit «gut» (Note 1,9): «ABB Terra AC W11-G5-R-0» (1090 Euro), «ABL Wallbox eMH2 2W2231 Extender» (1570), «Easee Home 10103» (850) und «LRT Emobility Home Essential+ 11kW/AC09C» (900). Weitere vier Geräte mit «gut» zwischen 790 Euro und 1330 Euro bekamen Noten zwischen 2,0 und 2,2.

Nur Kaufen allein reicht nicht - es gibt Folgekosten

Mit der Anschaffung einer Wallbox zum E-Auto ist es aber nicht getan. Die Installation ist Fachleuten vorbehalten. Denn die Modelle im Test erreichen mit maximal 11 oder 22 Kilowatt Ladeleistung drei- bis sechsmal so viel wie eine Haushaltssteckdose.

Deswegen muss laut Stiftung Warentest vor der Installation auch geprüft werden, ob die Stromleitungen des Hauses das überhaupt zulassen. Gegebenenfalls müssen sie erst aufgerüstet oder neue Leitungen an die gewünschte Ladestelle gelegt werden.

Was das kostet, hängt vom Einzelfall ab. Der Zentralverband Elektrohandwerk schätzt laut der Stiftung diese Spanne auf 1000 bis 2500 Euro inklusive Kauf, Lieferung und Installation der Wallbox durch den Fachbetrieb. Je aufwendiger die Installation, desto höher die Kosten. Dazu kämen regionale Unterschiede bei den Kosten für die Arbeitsstunde.

Um die Anmeldung oder Genehmigung der Boxen kümmere sich der Fachbetrieb demnach auch. So muss man eine 11-Kilowatt-Box beim Netzbetreiber anmelden, eine Ladeleistung von 22 Kilowatt müsse er sogar genehmigen. Übrigens: Mieter oder Wohnungseigentümer mit Wallboxwunsch brauchen die Erlaubnis von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft.

Besser nicht an der normalen Steckdose laden

«Das Laden an einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose sollte man aus Sicherheitsgründen auf Ausnahmefälle beschränken», lautet der Rat von Jürgen Grieving vom ADAC. Die Steckdosen seien für den Hausgebrauch und ähnliche Anwendungen ausgelegt.

Beim mehrstündigen Laden von E-Fahrzeugen könne durch Alterungsprozesse der Kontakte, an Klemmstellen in der Zuleitung oder durch unsachgemäße Installation ein erhöhter Widerstand im Stromkreis entstehen. Das könne zu übermäßiger Erwärmung und damit zu Brandgefahr führen.

Tipp: Auch wenn manche Boxen über hohe Ladeleistungen verfügen, die das E-Auto relativ schnell laden können. Wer kann, sollte langsamer laden, so die Stiftung Warentest. Zum einen verschlissen Akkus in der Regel schneller, wenn sie schnell geladen würden. «Zum anderen strapaziert es die Hauselektrik weniger, wenn neben der Wallbox nicht noch gleichzeitig Herd, Wäschetrockner und andere Elektrogeräte laufen», heißt es im Bericht von «test».

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