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Kabel durchtrennt

Marderschaden am Auto: Was gegen die Beißwut hilft

Berlin (dpa/tmn)

Marder reagieren aggressiv auf Rivalen. Zum Ärger vieler Autofahrer. Denn die Raubtiere beißen Kabel und Schläuche im Motorraum durch. Welche Versicherung hilft hier und was kann man sonst noch tun?

Von Isabelle Modler, dpa

Oft beißen Marder in Kühlschläuche, Zündkabel, Dämmstoffe und Gummidichtungen und verursachen so Schäden im Motorraum. Foto: Inga Kjer/dpa/dpa-tmn

208.000 Marderschäden haben Autofahrer im vergangenen Jahr ihren Versicherungen gemeldet. Im Schnitt verursachte so eine Marderbiss-Attacke 2021 einen Schaden von rund 450 Euro. Insgesamt richteten die Tiere einen Schaden von rund 93 Millionen Euro an kaskoversicherten Autos an. Das geht aus Zahlen des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Während die Schadenssummen damit leicht gestiegen sind, ist die Gesamtzahl der gemeldeten Marderbisse rückläufig - und das obwohl die Zahl der kaskoversicherten Autos leicht gestiegen ist. Im Jahr 2020 waren es noch 217.000 Marderschäden, 2019 waren es 233.000. Hier sind ein paar wichtige Fragen und Antworten rund um Marderbisse.

Wie sind Marderschäden versichert?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung reicht dafür nicht aus. Da braucht es schon eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. Allerdings decken manche Tarife laut GDV nur direkte Schäden ab - sie ersetzen also nur beschädigte Teile.

Es gibt aber auch Tarife, die teure Folgeschäden einschließen - wenn beispielsweise angebissene Zündkabel auch den Katalysator lahmgelegt haben oder undichte Kühlschläuche zur Überhitzung des Motors geführt haben. Es lohnt sich also, die Leistung der Tarife zu vergleichen.

Wie können Autofahrer Marderschäden verhindern?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Marderschäden vorzubeugen. Zum Beispiel kann man etwa die Zündkabel mit Schutzschläuchen aus Hartkunststoff ummanteln, rät der ADAC. Denn die Tiere beißen besonders gerne in Bauteile mit Gummianteil wie Kühlschläuche, Zündkabel, Stromleitungen oder Isolationsmaterial.

Wichtig: Die Schläuche sicher verlegen, damit sie weder an heiße noch an bewegliche Teile gelangen können. So kann man zwar die Zündkabel schützen, nicht aber Schläuche und Achs-Manschetten, an denen die Marder auch gerne knabbern.

Dann gibt es Ultraschallgeräte. Sie sind laut ADAC eine einfache Lösung, die man mit wenig Werkzeug schnell einbauen kann. Sie sollen die Tiere mit Tönen verjagen, die ständig die Frequenz wechseln. Für Menschen sind die Töne kaum hörbar.

Auch Elektroschockgeräte haben sich laut ADAC bewährt. Sie funktionieren ähnlich wie Weidezäune - Eindringlinge erhalten leichte elektrische Schläge. Den Einbau sollte man sich gut überlegen und von einem Fachbetrieb vornehmen lassen - denn die Geräte haben laut ADAC mehrere Hundert Volt Spannung.

Am besten verhindert man aber, dass Marder zu den Kabeln und Schläuchen gelangen. Bei manchen Herstellern gehört eine Motorraum-Abschottung zur Sonderausstattung, bei manchen Modellen kann man eine Motorwanne nachrüsten lassen. Und wer eine Garage hat, sollte seinen Wagen dort parken.

Wie erkennt man Marderschäden?

Autofahrer erkennen Marderschäden meist schnell - etwa weil eine Warnlampe leuchtet oder der Motor nicht mehr anspringt. Zum Teil tritt auch Kühlflüssigkeit aus. Mit etwas Glück bemerkt man das vor dem Losfahren an einem nassen Fleck unter dem Auto. Ansonsten spätestens, wenn der Motor überhitzt.

Was ist wichtig nach einem Marderbiss?

Damit die Tiere nicht erneut zubeißen, sollte man nach einem Vorfall eine fachgerechte Motorwäsche durchführen lassen, rät der ADAC. Denn sonst können Marder auf den Geruch anderer Artgenossen mit einer besonderen Beißwut reagieren.

Warum kommt es überhaupt zu Marderschäden am Auto?

Die Tiere reagieren aggressiv auf Duftspuren ihrer Artgenossen. Sie beißen bevorzugt in Kabel von Autos, denn warme Motorräume sind beliebte Orte, wo sich Marder gerne verstecken. Insbesondere im Herbst, wenn die Tiere Ruheplätze suchen, aber auch im Frühjahr zur Paarungszeit finden oft Rivalenkämpfe statt, teilt der ADAC mit.

Aber warum sind nun die Zahlen rückläufig? Die Vermutung des GDV: Da während der Corona-Pandemie mehr Menschen im Homeoffice gearbeitet und weniger ihr Auto an wechselnden Orten abgestellt haben, gab es aus Sicht der Wildtiere weniger Eindringlinge in ihrem Revier - also seltener einen Grund zuzubeißen.

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