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Die gesetzliche Krankenkasse wechseln kann sich lohnen

Seit 2021 ist Wechsel der GKV einfacher! Was muss man beim Wechsel beachten? Was ist die Höhe des Zusatzbeitrags? Wie sind die Service-Angebot? Welche Zusatzleistungen gibt es?

Aschendorff Medien

Foto: pexels.com

Ein Wechsel in eine andere gesetzliche Krankenkasse: das hört sich nach viel bürokratischem Aufwand und Ärger an. Ein Wechsel ist jedoch viel einfacher als man denkt. Durch die jüngsten Beitragserhöhungen der Kassen in diesem Jahr sind viele Mitglieder mit ihrer Krankenkasse unzufrieden und denken über einen Wechsel nach. Unter welchen Bedingungen dies seit 2021 noch einfacher geworden ist, und was man bei einem Wechsel in eine neue Kasse beachten muss, zeigen wir in diesem Artikel.

Seit 2021 deutliche Vereinfachung beim Krankenkassenwechsel

Das neue Kassenwahlrecht macht´s möglich: seit 2021 gibt es vier wichtige Neuerungen, die den Wechsel zu einer neuen gesetzlichen Krankenkasse vereinfachen.

-  Elektronische Mitgliederbescheinigung: seit 2021 muss der Arbeitnehmer die Bescheinigung über die Versicherung bei der neuen Kasse nicht mehr in Papierform einreichen. Die neue Kasse informiert den Arbeitgeber auf elektronischem Weg.

Neue Bindungsfrist: Nun muss ein Arbeitnehmer nur noch 12 statt 18 Monaten bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein, bevor er zu einer anderen wechseln kann.

- Kassenwechsel bei neuem Arbeitgeber: Wechselt der Arbeitnehmer das Beschäftigungsverhältnis, kann er als versicherungspflichtiges Mitglied ab sofort auch die Kasse wechseln – sogar ohne Kündigung bei der Vorkasse und ohne Einhaltung der zwölfmonatigen Bindungsfrist.

-  Kündigung entfällt: Wenn man seine Kasse wechseln möchte, stellt man lediglich einen Aufnahmeantrag bei der neuen Krankenkasse. Diese kümmert sich dann um die Kündigung bei der alten.

Krankenkasse wechseln und Prämie bekommen: viele Krankenkassen bieten bei einem Wechsel zusätzlich sogar attraktive Prämien an. Da lohnt sich ein Vergleich noch mehr.

Was ist bei einem Krankenkassenwechsel zu beachten

Es gibt nicht die perfekte Kasse. Bei einem Wechsel muss der einzelne sehr genau hinschauen, was ihm wichtig ist. Denn die Krankenkassen unterscheiden sich zum Teil erheblich in der Höhe ihrer Zusatzbeiträge – aber auch in ihren Leistungen und dem Serviceangebot. Die billigste Kasse muss also nicht unbedingt die günstigste sein. Das kommt ganz darauf an, welche Zusatzleistungen dem einzelnen Versicherten den Beitrag wert sind.

Jede Kasse erhebt einen Zusatzbeitrag

Alle Kassen erheben den gleichen Grundbeitrag – einen prozentualen Anteil des Gehalts. Doch seit 2015 dürfen die gesetzlichen Versicherer einen kassen-individuellen Zusatzbeitrag verlangen. Diese Zusatzbeiträge variieren momentan zwischen 0,35 und 2,7 Prozent.

Zusatzleistungen und Serviceangebot

Doch wie schon oben erwähnt: die billigste Kasse muss für den einzelnen Versicherten nicht unbedingt die beste sein. Möchte er beispielsweise regelmäßig Leistungen in Anspruch nehmen, die diese „billige“ Krankenkasse nicht abdeckt, zahlt der Versicherte unter Umständen trotzdem drauf.

Hier lohnt ein Blick auf die Zusatzleistungen und das Serviceangebot der einzelnen Krankenkasse. Die medizinische Grundversorgung wird von jeder gesetzlichen Krankenkasse gleich abgedeckt. Doch bei den Zusatzleistungen kann es erhebliche Unterschiede von Kasse zu Kasse geben. Zusatzleistungen können beispielsweise sein:

-       Alternative Heilmittel

-       Früherkennungsuntersuchungen zu Krebserkrankungen

-       Erweiterte Leistungen bei Schwangerschaft und Geburt

-       Erweiterter Anspruch auf Haushaltshilfen

-       Erweiterter Anspruch auf künstliche Befruchtung

-       Heilpraktiker und Homöopathie

-       Kostenübernahme für Hör- und Sehhilfen

-       Rooming-In bei Kindern im Krankenhaus

-       Zuschuss zur Zahnreinigung

-       Zusätzliche häusliche Krankenpflege

Wichtig ist außerdem, die Servicequalität der neuen Kasse zu prüfen. Ist die Kunden-Hotline immer zu erreichen? Erhält man als Versicherter eine schnelle Antwort auf E-Mails? Ein Eindruck über den Service der Krankenkasse lässt sich am besten über Kundenbewertungen im Internet gewinnen.

Chancen und Risiken beim Krankenkassenwechsel

Der Wechsel zu einer neuen Kasse birgt kaum Risiken. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen den Gesundheitszustand des Versicherten nicht vorab prüfen – anders als die privaten Krankenkassen. Deshalb kann ein Antrag aufgrund eines bestimmten Zustandes oder des Alters des Interessenten nicht abgelehnt werden. Falls eine Krankenkasse den Antrag aus anderen Gründen doch ablehnen sollte – was sehr selten ist – bleibt der Antragsteller bei der alten Kasse versichert. Ein Zeitraum ohne Absicherung ist damit ausgeschlossen.

Der vereinfachte Vorgang des Krankenkassenwechsels seit 2021 bietet den Versicherten die Chance Kosten bei den Beiträgen einzusparen und zu einer Kasse zu wechseln, die den individuellen Bedürfnissen angepasst ist.

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