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Anonymes Warnsystem

Darum klingeln am 8. Dezember fast alle Handys

Düsseldorf

Am 8. Dezember dieses Jahres sollen bundesweit alle Smartphone-Besitzer eine Nachricht zugestellt bekommen. Das steckt dahinter.

Am 8. Dezember soll jedes Smartphone in Deutschland klingeln, vibrieren oder zumindest lautlos eine Nachricht zugestellt bekommen. Foto: Fabian Sommer/dpa/Illustration

Am 8. Dezember dieses Jahres wird in ganz Deutschland das neue Warnsystem „Cell Broadcast“ getestet. Darüber informierte jetzt die Verbraucherzentrale in NRW.

Dabei sollen Text-Nachrichten an alle Smartphone-Besitzer abgesendet werden und im Notfall über Gefahren informiert werden.

So funktioniert das Warnsystem „Cell Broadcast“

Der englische Begriff „Cell Broadcast“ lässt sich mit  „Zellenausstrahlung“ übersetzen. „Gemeint sind Funkzellen, in denen Informationen ausgestrahlt werden. Die Funkzellen werden von Mobilfunkmasten erzeugt. Damit Handys, Smartphones und andere Mobilfunkgeräte unterwegs Daten senden und empfangen können, buchen sie sich in eine sogenannte Mobilfunkzelle ein. Sie stellen also eine Verbindung zwischen sich und einem Mobilfunkmast her. So kommt auch eine Textnachricht vom Sendemast der Funkzelle an alle eingebuchten Geräte“, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Nach dem Test am 8. Dezember soll „Cell Broadcast“ ab Februar 2023 – so der Plan – Gefahrenmeldungen anonym an alle Mobilfunkgeräte senden, die in der betroffenen Region eingeschaltet sind, heißt es weiter. Das neue Warnsystem soll als Ergänzung zu Sirenen, Warn-Apps wie „Nina“ oder anderen Medien dienen.

So erhält man die Nachricht auch wirklich

Um die anonym zugestellte Nachricht auch wirklich zu erhalten, müssen die Nutzer und Nutzerinnen das Smartphone eingeschaltet haben und im besten Fall das aktuellste Betriebssystem nutzen. Nur so können die Geräte die Daten auch sicher verarbeiten, heißt es von der Verbraucherzentrale.

Laut Hersteller Apple empfangen iPhones die Warnmeldungen automatisch. Um den Empfang zu beeinflussen, tippt man auf „Einstellungen“, dann auf „Mitteilungen“. Dort sollen sich bei „Offizielle Warnmeldungen“ die unterschiedlichen Warnstufen aktivieren oder deaktivieren lassen. „Apple weist aber auch darauf hin, dass in einigen Ländern oder Regionen offizielle Warnmeldungen möglicherweise nicht deaktiviert werden können“, teilt die Verbraucherzentrale mit. 

„Cell Broadcast“: Keine Probleme mit Datenschutz

Beim Betriebssystem Android von Google sind die Einstellungen abhängig vom Smartphone-Hersteller. Grundsätzlich seien aber die Einstellungen zu Notfallbenachrichtigungen in der App „Nachrichten“ oder „Messages“ zu finden. "Darin können verschiedene Warnungstypen aktiviert werden", so die Verbraucherzentrale.

Da das neue Warnsystem „Cell Broadcast“ komplett anonym betrieben wird, nirgendwo Daten eingegeben oder abgefragt werden, bestünden auch keine Probleme mit dem Datenschutz. Das System weiß nicht, an wen die potenzielle Gefahrenmeldung gesendet wird. 

Falls Nutzer und Nutzerinnen trotz eingeschaltetem Smartphone und des neuesten Betriebssystems am 8. Dezember keine Test-Nachricht bekommen, könne dies verschiedene Ursachen haben, heißt es von der Verbraucherzentrale. Es könne sein, dass einige SIM-Karten oder Mobilfunkmasten die neue Technik noch nicht unterstützen. In der Regel könne das aber der Mobilfunkanbieter erklären.

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