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Knabberlust

Jeder fünfte Kartoffelchip fällt im Test durch

Berlin (dpa/tmn)

Das Verführerische an Kartoffelchips ist meist, dass man einmal angefangen, kaum noch aufhören kann. Es sei denn, sie schmecken ranzig. Tester fanden auch etwas, was man nicht schmeckt: Schadstoffe.

Von dpa

Kartoffelchips sollten aromatisch, knusprig und vielfältig gewürzt sein. Aber bitte ohne hohe Konzentrationen an Schadstoffen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Wer nur mal kosten will, hat meist verloren. Denn Kartoffelchips haben Suchtfaktor. Doch ganz so unwiderstehlich ist die Kombination aus Knuspervergnügen, Fett und Kohlenhydraten nicht in jedem Fall, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat.

Für den aktuellen «test» (Ausgabe 11/2022) zu Kartoffelchips vergeht den Testern die Lust am Knabbern, wenn die Chips nach ranzigem Fett, brandig und bitter schmecken oder mit Schadstoffgehalten Minuspunkte sammeln. So fallen fünf der 25 getesteten Produkte mit dem Urteil «mangelhaft» komplett durch. Ein gerade noch «ausreichend» erhalten sechs weitere Chips.

Acrylamid lässt Produkte durchfallen

Meist sind es zu viel Salz und die Schadstoffnote, die ein gutes Ergebnis unmöglich machen. Vor allem nachgewiesenes Acrylamid stößt den Testern auf. Es entsteht beim Frittieren und Backen, wenn die Temperaturen über etwa 120 Grad steigen. Der Schadstoff kann das Erbgut verändern und löst möglicherweise Krebs aus.

Aber auch grüne Stellen mit Glykoalkaloide aus den Kartoffelschalen, das schädliche Fett-Umwandlungsprodukt Glycidol aus dem Öl sowie Mineralölkohlenwasserstoffe aus der Produktion vermiesen das Knabbervergnügen. Ganz vermeiden lassen sich laut den Warentestern kritische Stoffe in Chips nicht. Aber auch da mache die Konzentration den Unterschied.

Diese Chips überzeugen die Tester

Dass es auch mit wenigen Schadstoffhöhen geht, beweise der Testsieger: Die Kartoffelchips Krosse Kerle erobern den ersten Platz im Test. Sie schmecken aromatisch, sind knusprig und vielfältig gewürzt und haben den geringsten Fett- und Salzgehalt. Krosse Kerle kosten 1,73 Euro pro 100 g.

Weitere sieben Produkte schneiden ebenfalls «gut» ab: Bei den Kartoffelchips mit Paprikawürzung sind das: Crunchips (1,02 Euro/100 g), Aldi Sun Snacks (0,50 Euro/100 g), Chio Red Paprika (1,14 Euro/100 g). Bei den Kartoffel-Snacks haben die Pom-Bären die Nase vorn (1,99 Euro/100 g), gefolgt von den Kaufland K-Classic Sonne, Mond & Sterne Snack (0,89/100 g). Bei den Stapelchips kommen die von Edeka Gut & Günstig und Rewe Ja (je 74 Cent/100 g) «gut» weg.

Die Tester geben noch einen Umwelt-Tipp mit auf den Knabberweg: Chips-Tüten sind besser recycelbar als Stapelchipdosen.

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