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Statistisches Bundesamt

Mehr Adoptionen innerhalb einer Beziehung

Wiesbaden (dpa)

Seit 2020 sind Adaptionen nicht nur innerhalb einer Ehe, sondern auch innerhalb einer festen Lebensgemeinschaft möglich. Kinder des eigenen Partners wurden daher öfter angenommen. Bei Fremdadoptionen zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab.

Von dpa

Adoptionen in Deutschland: Mehr Stiefmütter und Stiefväter adoptieren die Kinder ihrer Partner. Fremde Kinder finden immer seltener den Weg in eine Adoptivfamilie. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Immer mehr Stiefväter und Stiefmütter adoptieren die kleinen Kinder ihrer Partner. Das Adoptieren fremder Kinder hingegen wird seltener, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Insgesamt wurden im Jahr 2021 in Deutschland 3843 Kinder adoptiert, das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Zwei Drittel davon wurden von ihren Stiefvätern oder Stiefmüttern angenommen. Diese Stiefkinder wurden dabei immer häufiger als kleine Kinder adoptiert: «So stieg der Anteil unter dreijähriger Stiefkinder an allen Adoptivkindern in den letzten zehn Jahren von 6 Prozent auf 27 Prozent», berichteten die Statistiker. «Damit hat er sich binnen zehn Jahren mehr als vervierfacht.» Die Zahl aller Adoptionen ging dagegen im Zehnjahresvergleich um fünf Prozent zurück.

Fremdadoptionen werden weniger

Im April 2020 hat der Gesetzgeber unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Stiefkindadoption auf feste Lebensgemeinschaften ausgeweitet. Zuvor konnten Stiefkinder in Deutschland nur im Rahmen einer Ehe adoptiert werden. Die Statistiker sehen dabei aber noch immer ein starkes Ost-West-Gefälle: Im Westen werden Stiefkinder weitaus häufiger adoptiert als im Osten.

«Trotz der Entwicklungen rund um die Stiefkindadoptionen verbleiben die Adoptionszahlen seit Jahren relativ stabil auf niedrigem Niveau beziehungsweise sind leicht rückläufig», bilanzierte das Amt. Ein Grund dafür sei der Rückgang der klassischen Fremdadoptionen. Im Vergleich zum Jahr 2011 sind die Fremdadoptionen um 30 Prozent weniger geworden.

Diese Entwicklung belegen auch Daten der Adoptionsvermittlungen: Rechnerisch standen 2021 jedem vorgemerkten Adoptivkind fünf potenzielle Adoptivfamilien gegenüber. Zehn Jahre zuvor hatte das Verhältnis noch bei eins zu sieben gelegen.

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