1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Leben-und-erleben
  4. >
  5. Familie
  6. >
  7. Sechs sommerliche Lieblingsplätze im Münsterland

  8. >

Schatten und Wasser

Sechs sommerliche Lieblingsplätze im Münsterland

Münsterland

Der Sommer ist da. In den nächsten Tagen wird er wahrscheinlich sogar für massive Hitze sorgen. Wo lässt es sich außer im Freibad dann noch aushalten? Wir haben Tipps, wo sich der Sommer im Münsterland besonders gut genießen lässt.

Zeit für eine Abkühlung: Auch im Münsterland gibt es viele Orte, an denen sich der Sommer genießen lässt. Foto: dpa

Es ist Hochsommer im Münsterland. Vor allem bei hohen Temperaturen sind dann Plätze zum Abkühlen und Erholen gefragt. Wir geben sechs Tipps.

1. Der Wildpark in Dülmen

Prominente Gäste im Dülmener Wildpark? Waren im vergangenen Jahr beispielsweise die Queen, Prinz Charles und natürlich Lady Di. Beziehungsweise deren Darsteller. Denn Szenen des Hollywoodstreifens „Spencer“ drehte das Filmteam in der ausgedehnten Grünanlage am Rande Dülmens, die der englische Landschaftsarchitekt Edward Milner in den 1860er-Jahren im Auftrag des damaligen Herzogs von Croy anlegen ließ.

Der Wildpark in Dülmen Foto: Dietmar Rabich

Der öffentlich zugängliche, ganzjährig geöffnete Park ist heute ein beliebtes Ziel etwa zum Spazierengehen oder Walken, denn das 250 Hektar große Areal durchziehen gleich mehrere Rundwege. Wer auf den Wiesen und in den Wäldern unterwegs ist, stößt fast immer auf die tierischen Parkbewohner: Dam- und Rotwild leben hier völlig frei, kleine Teiche und Tümpel locken zudem Vogelarten an. Tipps für Besucher: Zwar gibt es einige Stellplätze in der Nähe des Wildpark-Eingangs, diese sind aber häufig schnell besetzt. Nur wenige Hundert Meter weiter bieten jedoch die großen, kostenlosen Parkplätze Am Wasserturm und Mesem gute Alternativen. (krk)

2. Das Stevertal am Fuße der Baumberge

Herrlich! Das an diesem Vormittag rund 13 Grad kühle Wasser der Stever an der Mühle Schulze Westerath erfrischt des Wanderers Beine. Die kleine Kneipp-Anlage ist genau richtig nach einem Baumberge-Spaziergang vom Mordkreuz der Merschke von Tilbeck über den Hexenpütt und Schapdetten ins idyllische Stevertal. Knapp zweieinhalb Kilometer hat das murmelnde Steverquellwasser aus der oberhalb gelegenen Bauerschaft Uphoven zurückgelegt, bis es die historische Mühle erreicht.

Im Schatten mächtiger Buchen lässt sich an der Mühle Schulze Westerath im Stevertal die Sommerhitze gut aushalten. Foto: Ludger Warnke

Das Mühlengebäude, vor Jahren aufwendig restauriert und nach Voranmeldung auch zu besichtigen, diente erst als repräsentatives Wohngebäude für den „schulte Steveren“ und wurde im 16. Jahrhundert zur Wassermühle umfunktioniert. Im Schatten mächtiger Buchen direkt an der Mühle lässt sich gut pausieren, verliert die Hitze ihren Schrecken. Kulinarischen Landgenuss versprechen die in kleinen Verkaufsständen präsentierten Hofprodukte. Hühner stolzieren auf der nahen Wiese oder dösen im Schatten kleiner Sonnenschirme. Ab und zu fährt ein Traktor vorbei und erinnert daran, dass im Stevertal nicht nur gelebt, sondern auch gearbeitet wird. Der Baumberger Sandstein, typisch für viele Speicher- und Hofgebäude, schimmert goldgelb im Sommerlicht. Erholung und Idylle pur! (luw)

3. Das Erholungsgebiet am Feldmarksee

Wer einmal am Feldmarksee in Sassenberg war, der kommt immer wieder. Hier fühlt sich jeder wie im Urlaub. Allein schon die italienische Musik, die aus den Boxen der Eisdiele am Sonnendeck des neu errichteten Piratenschiffs ertönt, vermittelt Mittelmeer-Flair. Bei einem Cappuccino oder einem Aperol Spritz mit Blick auf großen See kann das Ambiente kaum einladender sein. Unten am feinen Sandstrand lässt es sich ebenso gut aushalten.

Am Feldmarksee lässt es sich im Sommer gut aushalten - auch wegen der kühlen Getränke. Foto: Marion Bulla

Hier gibt es die Möglichkeit Stand-Up-Paddling auszuprobieren, Tretboot zu fahren oder einfach nur ins kühlende Nass zu springen. Auch Spaziergänger kommen auf ihre Kosten. Einmal rund um den See durch einen Wald sind etwas mehr als zwei Kilometer. Gleich nebenan ist inmitten von Schatten spendenden Bäumen ein Fitnessparcours ganz neu errichtet worden. Kurzum: Der Feldmarksee ist ein attraktives Ziel für Jung und Alt. (maja)

4. Die renaturierte Aa in Münster

Für die meisten Münsteraner ist die renaturierte Aa entlang der Kanalstraße jenseits des Lublinrings kein Geheimtipp mehr, unter Auswärtigen ist dieses kleine Naturparadies mitten in der Stadt aber weitestgehend unbekannt. Ein Grund dafür: Es ist vergleichsweise jung. Zwischen November 2017 und Januar 2018 wurde die Aa für 1,1 Millionen Euro ökologisch aufgewertet – auch, um Überschwemmungen wie beim Jahrhunderthochwasser 2014 zu verhindern.

Die renaturierte Aa an der Kanalstraße Foto: Pjer Biederstädt

Wo die Aa früher einfach geradeaus floss, schlängelt sie sich seitdem auf 1300 Meter kurvenreich durch Auen und Grün und umspielt Baumstümpfe, dicke Wurzeln und Steine. Vögel, Fische und Insekten sind zurückgekehrt. Beliebt ist die städtische Oase vor allem bei Familien mit Kindern und Hundebesitzern. Die Tiere tollen im Wasser umher, der Nachwuchs entdeckt die Natur mit dem Kescher und die Eltern kühlen sich die Füße ab oder genießen auf den Bänken den Schatten der Bäume. Für diejenigen, die es gerne noch zentraler haben: Auch an der Westerholtschen Wiese direkt an der Promenade, Ecke Stadtgraben, wurde die Aa zur Naturschönheit aufgewertet. (pdb)

5. Das Schloss Nordkirchen

Natürlich ist Schloss Nordkirchen weit davon entfernt, ein Geheimtipp zu sein. Die Schönheit des westfälischen Versailles ist den Münsterländern nicht entgangen. Die meisten Besucher konzentrieren sich auf die Spazierwege des Parks. Aus gutem Grund: Die wechselnden Besitzer haben auf 170 Hektar ein gepflegtes Paradies mit Kastanien und buchsbaumgesäumten Grünflächen geschaffen. Wer noch tiefer, noch schattiger eintauchen will, dem seien die Rundwege empfohlen. Einer der schönsten ist der Eichenblatt-Rundweg, der durch den rund 190 Hektar großen Hirschpark führt, der zu Zeiten, da die Schlossbesitzer große Jagdgesellschaften ausrichteten, für die Bevölkerung nicht zugänglich war.

Schloss Nordkirchen Foto: IMAGO

Seit 2004 befindet sich der Hirschpark im Besitz des Landes und bezaubert mit weiten Weideflächen und dichtem Baumbestand zu jeder Jahreszeit. Im Hochsommer gelingt ihm das sogar noch ein bisschen besser als zu anderen Zeiten. Dieses Gefühl, über schattige Wege zu gehen und die Hitze unter dichten Ästen auszusperren – es ist die perfekte Entschleunigung. Die Wanderung macht auch mit Kindern Spaß und ist mit einer Länge von zirka fünf Kilometern vergleichsweise mühelos zu bewältigen. Ausgangspunkt ist der kleine Wanderparkplatz an der Alten Ascheberger Straße entlang des Gorbachs. Der Weg selbst ist mit einem Eichenblatt gut gekennzeichnet. (ash)

6. Das Köllbachtal in Mettingen

Draußen an der Destillationssäule, die einst in der Brennerei Langemeyer stand, ist es heiß. Im Schatten der Sandsteinmauern des Eiskellers aus dem 18. Jahrhundert wird es schon kühler. Noch ein paar Meter rollt das Fahrrad, dann kommen Schatten und Kühle: Durch die Wipfel hoch oben zeichnet die Sonne Muster auf den Weg. Buchen stehen wie Säulen einer Kathedrale. Ein veritabler Wald nur ein paar Schritte von Mettingens Ortskern entfernt: das Köllbachtal. Leise plätschert das Wasser neben dem Weg. Rechts ehemalige Fischteiche, links schließlich das Wasserbecken.

Bietet eine schöne Erfrischung: das Köllbachtal in Mettingen. Foto: Martin Ellerich

Eiskalt werden die Füße – oben geht es immer am Handlauf entlang von der Sonne in den Schatten in die Sonne. Warm, kalt, warm... Ein Genuss. Immer wieder halten Radler für eine kurze Abkühlung, ein paar Minuten der Entspannung. „Es ist so herrlich ruhig hier“, sagt Simon Währisch. Der Recker kennt den Ort noch aus Schulzeiten – aus den Freistunden. Vögel rufen. Wind rauscht in den Wipfeln. Blätter rascheln am Boden. Wasser plätschert. Ein Ort für die kleinen Fluchten aus dem Alltag – oder aus der Hitze. Einmal durchatmen. Nur ein paar Minuten. (mel)

Startseite
ANZEIGE