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Aufbleiben oder wecken?

Wie halte ich's an Silvester mit Kindern?

Fürth (dpa/tmn)

Nicht nur für Erwachsene ist der letzte Tag des Jahres etwas Besonderes. Auch Kinder finden Silvester meist spannend. Das Aufregendste ist das lange Aufbleiben. Was sollten Eltern dabei beachten?

Gespräch: Claudia Wittke-Gaida, dpa

Wenn Eltern dem Kind versprechen, es Silvester für das Mitternachts-Feuerwerk zu wecken, dann sollten sie das auch tun. Foto: Silvia Marks/dpa-tmn

Grundschulkinder haben meist keine Probleme damit, an Silvester lange aufzubleiben. Im Gegenteil: Sie setzen alles daran bis Mitternacht durchzuhalten, auch wenn ihnen die Augen hin und wieder zufallen.

«Die Ausnahme an diesem Tag von den üblichen Routinen und Regeln geht auch in Ordnung», sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Sie wüssten schon, dass das nun nicht zur Regel wird.

Doch wie hält man es mit jüngeren Kindern? Könnte man ihnen nicht versprechen, sie um Mitternacht zu wecken? «Geht es um unter Dreijährige, würde ich mit ihnen darüber gar nicht groß reden und sie an dem Tag wie gewohnt ins Bett bringen», rät der Sozialpädagoge. Sind sie etwas älter, könnten sie ruhig schon mal länger, vielleicht bis 21 Uhr, aufbleiben.

Haben Sie ein Partykind oder wird es knatschig?

Bei Vier- bis Fünfjährigen kommt es darauf an, wie gut man sein Kind kennt. Bei manchen kann man schauen, wie lange sie durchhalten und die Schlafenszeit dem Zufall überlassen. Weiß man aber schon vorher, dass das Kind ab einem gewissen Müdigkeitspunkt knatschig wird, kann man natürlich auch vereinbaren, es um Mitternacht zu wecken.

«Wenn ich das versprochen habe, muss ich das dann aber auch tun und nicht denken «Ach, es schläft gerade so schön süß, ich lasse es lieber schlafen»», sagt Ritzer-Sachs. Das sei so wie das Versprechen, die Spülmaschine auszuräumen: «Wenn das ein Familienmitglied verspricht und macht es dann nicht, bin ich ja auch sauer.»

Mit dem Wecken nicht bis 5 vor 12 warten

Weil es aber passieren könne, dass man den kleinen Schläfer oder die kleine Schläferin gar nicht richtig wach bekomme, empfiehlt der Erziehungsberater allerdings, mit dem Wecken nicht bis 5 vor 12 zu warten. Damit sollten Eltern schon 30 bis 45 Minuten vorher starten.

Für silvesterfeiernde Eltern hat der Experte noch einen Ratschlag parat: «Man sollte sich vorher absprechen, dass sich ein Elternteil an dem Abend speziell um Kind oder Kinder kümmert. Derjenige sollte dann auch halbwegs nüchtern bleiben», rät Ritzer-Sachs.

Es kann schließlich passieren, dass ein Kind auf Knallerei, laute Musik und feierndes Stimmengewirr verängstigt reagiert und nicht einschlafen kann. Dann sollte man für das Kind da sein. Ulric Ritzer-Sachs: «Das kann sogar bedeuten, dass man ein, zwei Stunden bei der Feier fehlt und vielleicht auch nicht beim Anstoßen um Mitternacht dabei ist.»

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