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Ab wann man aus versicherungsrechtlicher Sicht als berufsunfähig gilt

Ein Unfall, eine schwere bzw. chronische körperliche Erkrankung oder psychische Beeinträchtigung sind Beispiele für Ursachen, die es Betroffenen unmöglich machen weiterhin erwerbstätig zu sein. Für diesen Fall ist man zumindest finanziell gut abgesichert, wenn man über eine Berufsunfähigkeitsversicherung verfügt.

von Aschendorff Medien

Foto: Pixabay.com

Bei zahlreichen privaten Anbietern kann eine solche Police abgeschlossen werden. Eine Frage, die dabei häufig im Raum steht ist: Ab wann wird man als Versicherungsnehmer überhaupt als berufsunfähig eingestuft und welche Voraussetzungen müssen für den Erhalt der vollen Berufsunfähigkeitsrente erfüllt sein? Die wichtigsten Punkte zum Thema haben wir für Sie zusammengefasst.

So wird die Berufsunfähigkeit in der Praxis festgestellt

In aller Regel wird zunächst vom behandelnden Arzt die Diagnose gestellt und die Berufsunfähigkeit attestiert. Anschließend kann das Attest beim Versicherungsgeber eingereicht werden. Der Gutachter des Versicherers prüft den Nachweis und bestätigt diesen oder fechtet ihn an. Wir haben die einzelnen Phasen der Feststellung, ob jemand als berufsunfähig gilt oder nicht, für Sie genauer erläutert.

Ausgangspunkt ist die Erkrankung

Entscheidend ist, dass die Erkrankung einen unmittelbaren Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit des Versicherungsnehmers hat. Wichtig zu unterscheiden sind in diesem Zusammenhang die Begriffe Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit. Besteht die Aussicht, dass im Rahmen einer Behandlung (z. B. Rehamaßnahmen) die Arbeitskraft in absehbarer Zeit wieder vollständig herzustellen ist, gelten Betroffene entsprechend der versicherungsrechtlichen Definition als arbeitsunfähig. Hingegen ist berufsunfähig erst derjenige, der dauerhaft nicht mehr in der Lage ist seiner bisherigen Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Bestätigung der Berufsunfähigkeit durch ein ärztliches Attest

Wer erkrankt ist, muss zeitnah den behandelnden Arzt aufsuchen. Dieser stellt dann die Erkrankung offiziell fest. In den meisten fällen wird zunächst ein Attest für die Arbeitsunfähigkeit ausgestellt. Ist diese dauerhaft wird bei einem Folgetermin die Diagnose der Berufsunfähigkeit mit einem weiteren Attest bescheinigt. Erst dann können Betroffene den Versicherungsgeber informieren.

BU-Antrag stellen

Grundsätzlich sind Versicherungsnehmer gegenüber ihrem Versicherungsgeber in der Beweispflicht. Dementsprechend muss zunächst ein Antrag auf Auszahlung der BU-Rente gestellt werden. Einzureichende Unterlagen sind dabei neben dem ausgefüllten und unterschriebenen Antrag auch der BU-Fragebogen. Darin wird der genaue Grund der Berufsunfähigkeit abgefragt bzw. warum der bisherige Beruf aufgrund der diagnostizierten Krankheit dauerhaft nicht mehr ausgeübt werden kann. Zudem sind alle medizinischen Dokumente von sämtlichen behandelnden Ärzten einzureichen. Je nach Versicherungsgeber kommen weitere Anlagen hinzu.

Erste Prüfung durch die Versicherung

Zunächst findet eine erste interne Prüfung statt. Dabei werden alle Unterlagen zum BU-Antrag genau geprüft. So wird sichergestellt, dass alles vollständig und plausibel ist. Sofern nichts fehlt und alle Angaben schlüssig sind, kann als Ergebnis der ersten Prüfung entweder die Berufsunfähigkeit bestätigt bzw. anerkannt werden oder es kommt zur Ablehnung.

Je nach Einzelfall ist eine zweite Prüfung erforderlich

Fehlen wichtige Dokumente oder werden Rückfragen wegen Unklarheiten gestellt, kommt es zur zweiten Prüfung. Dieser Schritt ist optional, d. h. je nach Sachlage kann er einberufen oder übersprungen werden. Ergebnis ist dann entweder die Anerkennung mit anschließendem Gutachten oder eine Ablehnung.

Gutachten

Für Versicherungsgeber ist ein Gutachten zwar mit Kosten für die Bestellung des Gutachters verbunden, allerdings bietet es die Möglichkeit nachzuweisen, dass eventuell keine Berufsunfähigkeit vorliegt. Ergebnis ist entweder eine Anerkennung oder Ablehnung.

Auszahlung der BU-Rente

Sind alle Phasen durchlaufen, wird im Falle einer Anerkennung die BU-Rente ausgezahlt. Bei einer Ablehnung können Betroffene unter Umständen in Revision gehen.

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