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Corona-Jahr 2020: Inwieweit hat die Pandemie das Sparen beeinflusst?

Covid-19 hat die Welt verändert. Diese Tatsache betrifft nicht nur das soziale Miteinander, sondern auch die Art und Weise, wie und ob wir unser Geld ausgeben. Was aber bedeuteten der Lockdown und der damit verbundene Konsumverzicht für Anleger und Sparer? Wie haben sie deren Verhalten beeinflusst? Eine aktuelle Studie liefert Antworten auf diese Frage.

Aschendorff Medien - Sonderveröffentlichung -

Foto: Colourbox

Während der Krise haben viele Europäer mehr Geld zurückgelegt

Wie eine vom Marktforschungsunternehmen Kantar durchgeführte und vom Finanzdienstleister J.P. Morgan Asset Management in Auftrag gegebene paneuropäische Studie unter anderem zeigt, haben viele der befragten Personen während der Pandemie im letzten Jahr mehr Geld auf die hohe Kante gelegt.

Unter den befragten Frauen hat jede dritte ihre Ersparnisse aufgestockt, bei den Männern sind es vier von zehn. Demgegenüber haben nur 17 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer weniger gespart als vor der Pandemie.

Hauptgrund für die neue Sparsamkeit war die wirtschaftliche Unsicherheit, welche die Coronakrise nach sich zog. Das gaben 45 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer in der Studie an.

Dabei sind die Folgen der Krise für die privaten Einkommen unterschiedlich: Über ein Drittel der Befragten kam ohne Beeinträchtigungen beim Lohn oder Gehalt durch das Krisenjahr, etwa ein weiteres Drittel hat Beeinträchtigungen erwartet, die dann aber nicht Realität wurden. Bei knapp über einem Viertel trat dieser Fall allerdings ein – ihr Einkommen schmälerte sich durch die Auswirkungen von Covid-19. Als Folge haben etwa ein Drittel aller befragten Personen im Jahr 2020 weniger Geld ausgegeben.

Nachhaltige Geldanlagen werden für viele immer wichtiger

Wie die Studie außerdem zeigt, wächst in vielen Ländern das Interesse an nachhaltigen Investments. Rund drei Viertel der befragten Frauen und zwei Drittel der befragten Männer halten das Thema für wichtig. Von allen befragten Personen investieren bereits zehn Prozent in nachhaltige Anlagen, und nicht weniger als 75 Prozent sind der Meinung, dass nachhaltiges Investieren in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird.

Dabei sind nachhaltige Investments nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Laut eines Beitrags auf der Website des Finanzdienstleistungsunternehmens tecis sind sie unter Umständen sicherer als andere Geldanlagen. Der Grund: Unternehmen, die sich an ethischen, ökologischen und sozialen Werten orientieren, handeln dadurch weitsichtiger, arbeiten kostengünstiger und sind innovationsfreudiger als die Konkurrenz. Außerdem erschließen sie sich Zukunftsmärkte und wägen Risiken stärker ab, so der tecis-Artikel.

Zudem kommen die Autoren des Finanzdienstleisters tecis zu dem Schluss, dass nachhaltig handelnde Unternehmen ihr Geschäftsmodell oft über den schnellen Profit stellen.

Weit über 5.000 Personen aus zehn europäischen Ländern

Die Studie „Vom Sparen zum Anlegen – jetzt in die eigene Zukunft investieren und den Weg vom Sparen zum Anlegen gehen“ wurde im Januar 2021 mithilfe eines Online-Fragebogens zur Selbsteinschätzung in folgenden Ländern durchgeführt: Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz und Spanien.

Insgesamt wurden 3.968 Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren befragt, und 2.037 Männer im Alter von 30 bis 45 Jahren.

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