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Mehr Komfort und schnellere Auszahlung

Digitalisierung bei der Kreditvergabe:

Die Aufnahme eines Kredits war bisweilen langwierig und kompliziert. Es mussten persönliche Gespräche geführt werden und selbst bei dem Online-Antrag glich der Antrag dem Mantelbogen, denn alle Nachweise wurden weiterhin auf dem Postweg in Schriftform versandt. Das verzögerte die Kreditvergabe natürlich, denn immerhin musste auch der Vertrag persönlich handschriftlich unterzeichnet und wieder zurückgeschickt werden.

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Die Digitalisierung in der Kreditvergabe beschleunigt die Auszahlugn erheblich. Foto: Rupixen.com / Unsplash.com

Mittlerweile ist die Kreditvergabe jedoch digital geworden, wovon Kreditnehmer durchaus profitieren. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist und wie der ›Kredit von heute‹ aufgenommen wird.

Kreditvergleich: In wenigen Klicks zum Kredit

Wer kann sich noch erinnern? Wollte man vor knapp 15 Jahren einen Kredit aufnehmen, war die Hausbank die erste Anlaufstelle. Eventuell hatte sie mehrere Kreditoptionen, eventuell wurden auch noch andere Banken vor Ort mit ins Boot geholt und all diese Angebote dann verglichen. Umständlich war dieser Vorgang, und der Weg nicht unbedingt mit wirklichen Optionen gepflastert.

Und heute? Wer ›Kreditvergleich‹ in eine gängige Suchmaschine eingibt, der landet direkt auf drei oder vier Vergleichsportalen samt unzähliger Vergleichsseiten, die beim Kreditvergleich helfen. Dieser ist so einfach, wie nie zuvor:

  • Summe eingeben – der Suchende gibt die gewünschte Kreditsumme ein. Meist muss er dafür nicht einmal tippen, sondern wählt den Betrag aus einem Drop-down-Menü aus.
  • Zweck auswählen – nun kann der Suchende gleich den Verwendungszweck bestimmen. Es gibt meist eine ganze Auswahl an Möglichkeiten, alternativ kommt ›Sonstiges‹ zum Tragen.
  • Laufzeit eingeben – selbst diese kann gewählt werden. Praktisch: Die Vergleichsrechner errechnen schon an dieser Stelle eine ungefähre monatliche Rate. Sie wird natürlich durch die letztlich ausgewählte Bank bestimmt, doch wenn 250,00 Euro angegeben werden, so ist davon auszugehen, dass bei derselben Laufzeit und Summe am Ende ein Betrag zwischen 240 – 260 Euro monatlich genannt wird.

Mit einem einzigen Klick beginnt nun der Vergleich und der Interessent erhält eine solide Auflistung von Kreditbanken, die zu den getätigten Eingaben passen könnten. Und wieder gilt, dass mit wenigen Klicks genau die Konditionen, Voraussetzungen und grundsätzlichen Spezifikationen ersichtlich sind.

Einzig hinsichtlich der Zinshöhe kann sich der Kunde niemals eins zu eins auf den Vergleich verlassen. Die gezeigten Zinskonditionen sind so gehalten, dass sie auf zwei Drittel der geschäftsfähigen Bevölkerung zutreffen, doch zuletzt entscheidet immer die eigene Bonität. Die Kreditanfrage bei der gewählten Bank erfordert übrigens auch nicht viel Arbeit. Die umfangreichste Aufgabe ist, die persönlichen Daten in das Antragsformular einzutragen.

Digitaler Kontoblick: Standardisierte Bonitätsprüfung

Bei jeder Online-Kreditaufnahme hat der Aufnehmende zwei Optionen: Er lädt die Unterlagen in digitalisierter Form hoch oder er nutzt den digitalen Kontoblick. Aber was ist das eigentlich?

  • Verfahrensweise bekannt – beim Kontoblick ermächtigt der Kreditnehmer die jeweilige Kreditbank, virtuell das Konto einzusehen. Der Vorgang begrenzt sich auf meist drei Monate. Dabei ist die Vorgehensweise nicht großartig unterschiedlich zu Sofortüberweisungen. In der entsprechenden Maske loggt sich der Kunde in seinen Bankaccount ein, erhält eine TAN und gibt über diese den Kontoblick frei.
  • Nutzen – letztendlich ist der Kontoblick nur die schnellere Version des Hochladens von Gehaltsbescheinigungen oder anderen Einkünften. Der Kreditgeber checkt die Einnahmen direkt über das Konto. Gewiss findet hier auch eine Gegenrechnung statt, die oberflächig prüft, ob das Einnahme- und Ausgabeverhältnis ansatzweise übereinstimmt. Beim Hochladen von Gehaltsabrechnungen und Kontoauszügen wird aber dieselbe Verfahrensweise angewandt, sie dauert nur länger.

Mittels des Kontenchecks könnten Kreditinteressenten oft schon innerhalb kürzester Zeit – teils Minuten – erfahren, ob sie für einen Kredit infrage kommen. Dies gilt zumindest für pauschale Kreditangebote, die viele Kreditgeber mittlerweile bieten. In Spezialfällen oder bei Krediten über Summen, die weit über 10.000 Euro hinausgehen, finden ausführlichere Prüfungen statt.

Der digitale Kontencheck hebt jedoch keine Bonitätsabfrage bei der Schufa auf. Unternehmen können darauf verzichten, doch die meisten Kreditgeber prüfen die Schufa zumindest oberflächig.

Videoident und digitale Signatur

Nun, Belege bei der kreditgebenden Bank in digitaler Form einreichen konnten Kunden schon länger. Dennoch war der Kredit langwierig und umständlich, da sich der Kreditnehmer persönlich legitimieren muss und damals den Vertrag handschriftlich unterzeichnen musste. Beide Pflichten haben sich geändert:

  • Legitimation – bei Onlinekrediten war es notwendig, mit Personalausweis und Ausdruck zur Postfiliale zu gehen und dort die eigene Identität bestätigen zu lassen. Dies funktioniert nun online. Sowohl die Post als auch andere Dienste bieten das Video-Ident-Verfahren an. Welcher Dienst zum Zuge kommt, entscheidet der Kreditgeber. Der Ablauf ist gleich: Über einen Link gelangt der Kunde zum Dienst, dort hält er seinen Personalausweis in die Kamera, wird abgeglichen und muss eventuell ein paar Fragen beantworten. Der Dienst bestätigt nun die Identität und leitet die Bestätigung weiter.
  • Signatur – die elektronische Signatur ist mit entsprechendem Verfahren ebenso anerkannt wie die handschriftliche. Dafür müssen sich Nutzer bei einem entsprechenden Anbieter anmelden, um sich dort zweifelsfrei zu identifizieren. Nur so lässt sich eine digitale Signatur erzeugen, die auch rechtlichen bestand hat.

Gerade diese Schritte verhindern, dass es überhaupt zu einem Versand auf dem Postweg kommt. Mussten Kreditverträge immer erst von der Bank zum Kunden und wieder zurück versandt werden, geschieht dies heute binnen weniger Minuten. Ein Kredit kann somit, sofern keine Rückfragen aufkommen oder spezielle Details geklärt werden müssen, binnen 24 bis 48 Stunden zugesagt und auch ausgezahlt werden. Die Auszahlung kann sich natürlich verlängern, wenn Feiertage oder das Wochenende dazwischen liegen.

Mit digitalen Krediten wird die Beantragung zum Kinderspiel. Foto: Markus Spiske / Unsplash.com

Fazit – Kreditaufnahme einfach gemacht

Dank der Digitalisierung können Kunden heute Kredite so einfach aufnehmen, wie nie zuvor. Insbesondere sogenannte Pauschalkredite, also Kredite über sehr häufige Summen zu sehr oft vergebenen Konditionen, sind durchaus binnen 36 Stunden auf dem Konto des Anfragenden. Zu bedenken ist aber, dass erst die Bonitätsabfrage über die Zinsen entscheidet und die kurzen Zeiten sich auf den Regelfall beziehen. Bei Unklarheiten oder auch, wenn der Kreditinteressent schlichtweg nicht direkt verfügbar ist und später auf Rückfragen antwortet, kann die Bearbeitung und somit die Auszahlung länger dauern. Führt der Interessent das Identverfahren erst 16 Stunden später durch, verlängert sich natürlich die komplette Bearbeitung.

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