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Sonderveröffentlichung

Universität Münster informierte zu Kryptowährungen

Kryptowährungen sind zu einem interessanten Trading-Produkt geworden. Vom Mainstream-Asset sind die digitalen Coins auf Basis der Blockchain-Technologie allerdings noch weit entfernt. Skepsis und Unsicherheit prägt die breite Bevölkerung und lässt Bitcoin und Co. bislang ein Thema für eine überschaubare Gruppe bleiben.

von Aschendorff Medien

Foto: Pixabay.com

Kryptowährungen sind ein Thema, das zu faszinieren versteht. Der mediale Hype um den Bitcoin und andere Kryptowährungen erweckt den Anschein, als seien die Coins längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch die Investitionsbereitschaft bleibt in Deutschland und vielen anderen Ländern verhalten. Zu beschränkt ist das Fachwissen um diesen komplexen Markt, zu groß damit die Skepsis gegenüber einem schwer kalkulierbaren Risiko durch stark schwankende Kurse.

Anleger und Trader wünschen sich tiefere Einblicke in ein Produkt, das die Zukunft des Investmentbereiches und des gesamten Finanzwesens nachhaltig verändern könnte. Das Institut für Kreditwesen der Universität Münster hat auf diesen Wunsch nun mit einer Vortragsreihe zum Thema Kryptowährungen reagiert.

Interesse ist größer als Know-how

Das Ökosystem, das sich rund um den Kryptomarkt entwickelt hat, ist komplex und hoch technologisiert. Mit der Blockchain-Technologie ist ein System entwickelt worden, das in vielen Bereichen, in denen es auf Cybersicherheit ankommt, eingesetzt werden kann. Dennoch ist die Kulisse, vor der sich auch die Welt der Kryptowährungen abspielt, für die meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln.

Befragungen zum Interesse an Kryptowährungen und der Bereitschaft, eigenes Vermögen in den neuen Markt zu investieren, haben ergeben, dass Anleger und Trader ihr eigenes Fachwissen als nicht ausreichend einschätzen. Nach ihren bevorzugten Informationsquellen gefragt, geben die meisten Krypto-Interessierten an, vor allem auf digitale Möglichkeiten zurückzugreifen. Informationen zu Kryptowährungen und der dahinterstehenden Blockchain-Technologie sind im Internet nach kurzer Recherche zu finden. Fachportale bieten zum Beispiel einen Krypto Börsen Vergleich für interessierte Trader an oder informieren zur Rechtslage und wirtschaftlichen Entwicklungen am Kryptomarkt.

Im Münsterland haben Banken und Sparkassen auf die wachsende Bedeutung von Kryptowährungen reagiert und beraten verstärkt Kunden und interessierte Anleger zu ihren Möglichkeiten. In Münster selbst wurde ein Bitcoin-Automat aufgestellt, an dem Trader die Kryptowährung kaufen und in ihre Wallet buchen lassen können. Wie die Allgemeine Zeitung berichtete, kann sich in der Region derzeit jeder Fünfte grundsätzlich vorstellen, in Kryptowährungen zu investieren.

Die Bekanntheit der digitalen Währungen wächst, das Verständnis für die komplexen Hintergründe der Branche hinkt allerdings hinterher. Der Bedarf an fundiertem Wissen bleibt und bringt auch regionale Wissenszentren ins Spiel. Die Universität Münster widmete dem Krypto-Kosmos gerade eine ganze Vortragsreihe und setzte dabei vor allem auf Themenvielfalt und verständlich aufbereitete Informationen.

Vortragsreihe an der Universität Münster lockt breites Publikum an

Unter dem Titel „Werden Kryptowährungen das neue Geld?“ lud das Institut für Kreditwesen der Universität Münster am 17. Mai zu einer offenen Vortragsreihe. Die Veranstaltung war Teil der ifk-Semestervorträge zum Zukunftspotenzial von Bitcoin und Co. Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Pfingsten waren alle Interessierten zu der vierteiligen Vortragsreihe mit anschließender Diskussion in die Aula des Schlosses eingeladen.

Am Rednerpult führten vier Experten der deutschen Finanz- und Aktienwelt durch die Informationsveranstaltung, die bisherige Entwicklung von Kryptowährungen und dem umgebenden Ökosystem ebenso in den Fokus nahm wie Überlegungen zu Zukunftsaussichten und möglichen Veränderungen des globalen Finanzmarktes.

Zu Wort kamen an diesem Tag

Dr. Michael Holstein, der seit 1998 als Chef-Volkswirt bei der DZ Bank AG tätig ist. Zuvor forschte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Konjunktur, Wachstum und Verteilung der Universität Frankfurt und war gleichzeitig als Referent für Grundsatzfragen der Finanzpolitik am Thüringer Finanzministerium tätig.

Jan Beckers hat an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studiert und anschließend viele Startup-Projekte zu erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Mehr als 25 Unternehmen stand er als Gründer zur Seite. Zu seinen erfolgreichsten Projekten gehören die Solarisbank und CLARK, Deutschlands führender Versicherungs-Robo-Advisor. Durch sein Gespür für zukunftsweisende Innovationen war Jan Beckers Pre-IPO-Investor bei Facebook und gehörte zu den Seed-Investoren bei Delivery Hero, einem 2011 in Berlin gegründeten und heute multinational agierenden Food-Delivery-Unternehmen. Für seine erfolgreichen Firmengründungen wurde Beckers im Jahr 2014 zum EY Entrepreneur Of The Year ernannt. Seine Expertise zum Thema Kryptowährungen verdankt er seinem Engagement als CIO von BIT Capital. Im Rahmen seiner Tätigkeit hat Jan Beckers gemeinsam mit seinem Team aus Wirtschaftsexperten zwei Investmentfonds aufgelegt, deren Fokus auf Kryptowährungen liegt.

Marcus Brinker ist im Vorstand der S Broker AG & Co. KG, dem zentralen Online-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe. Als Mitglied des Vorstandes ist Brinker verantwortlich für den Vorstandsstab und die Gesamtbanksteuerung, sowie für die Bereiche Finanzen & Controlling, Marketing & Frontends und das Produkt- & Handelsangebot. Im Hinblick auf den Schwerpunkt der Vortragsreihe konnte Brinker vor allem die Rolle der Banken und Sparkassen in einem sich stark verändernden Finanzmarkt beleuchten.

Jochen Metzger ist aktuell der Präsident der Hauptverwaltung NRW der Deutschen Bundesbank. Neben dieser verantwortungsvollen Aufgabe engagiert sich Metzger auch in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien mit Entscheidungsbefugnis zur strategischen Positionierung des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierabwicklung auf europäischer und G10-Ebene.

Nach ihren ebenso informativen wie vielschichtigen Vorträgen zum Krypto-Kosmos und seinen Auswirkungen auf den globalen Finanzmarkt gaben die Redner dem Publikum Zeit für weiterführende Fragen und eine angeregte Diskussion. Auch praktische Anliegen wie die Frage nach Chancen und Risiken von Kryptwährungen für das eigene Investment und gesetzliche Vorgaben zur Besteuerung von Kryptogewinnen fanden Raum.

Institut für Kreditwesen der Universität Münster nimmt Forschungsauftrag ernst

Mit dem Institut für Kreditwesen der Universität Münster hat die Vortragsreihe einen Gastgeber gefunden, dessen Forschungsschwerpunkt auf der Analyse von Kreditinstituten und anderen Finanzintermediären liegt. Ökonomische Faktoren, die sich kurzfristig oder nachhaltig auf die Entwicklung des Finanzmarktes und seiner Stabilität auswirken, gehören zu den zentralen Themen des Fachbereiches.

In diesem Zusammenhang hat auch das Aufkommen der Kryptowährungen und ihrer weltweiten Entwicklung das Team um Prof. Dr. Andreas Pfingsten von Anfang an beschäftigt. Die Frage, inwieweit Kryptowährungen als digitale Geldform und das Ökosystem, das sich um sie herum entwickelt hat, den globalen Finanzmarkt nachhaltig verändern werden, ist ein Forschungsgebiet, das wissenschaftliches Potenzial birgt.

Fachhochschule Münster bot bereits 2018 Vortragsreihe an

Bereits 2018 hatte die Fachhochschule Münster im Rahmen des regelmäßig stattfinden GUDialogs das Thema Kryptowährungen aufgegriffen. Unter dem Titel „Blockchain & Bitcoin - die Lösung für Alles?!“ hatte Sebastian Schinzel, Professor für IT-Sicherheit an der Fachhochschule Münster und Leiter des Instituts für Gesellschaft und Digitales, einen kontroversen Vortrag zur Blockchain-Technologie und ihrer Verknüpfung mit Kryptowährungen gehalten.

In der allgemeinverständlichen Aufarbeitung der komplexen Thematik ging es darum, einige Mythen aus dem Krypto-Kosmos zu beleuchten. Auch auf die Möglichkeiten, mit der Investition in Kryptowährungen reich zu werden und die kontrovers diskutierte Frage nach der Nachhaltigkeit des Krypto-Minings kam der Experte zu sprechen.

Dabei lag sein Fokus vor allem auf den Möglichkeiten der Blockchain-Technologie und den vielfältigen Einsatzbereichen, in denen das System Potenzial für mehr IT-Sicherheit bieten könnte.

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