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Traum vom Eigenheim

Viele Deutsche halten den Immobilienkauf für Utopie

München (dpa/tmn)

Sie glauben nicht, dass Sie sich mit ihrem Vermögen den Traum der eigenen vier Wände erfüllen können? Damit sind sie nicht alleine, zeigt eine Umfrage.

Von Christoph Jänsch, dpa

Na dann Prost! Viele Deutsche glauben, sich den Traum der eigenen vier Wände aufgrund der gesalzenen Preise nicht mehr leisten zu können. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen - und ein Ende ist nicht in Sicht. Inzwischen hält mehr als die Hälfte der Immobilien-Interessenten (51 Prozent) den Kauf der eigenen vier Wände in ihrer Region für kaum noch leistbar. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Interhyp Gruppe hervor, dem nach eigenen Angaben größten Vermittler privater Baufinanzierungen in Deutschland.

Im ersten Quartal dieses Jahres seien die Kosten für den Immobilienerwerb bei Interhyp-Kunden im Schnitt um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Im Jahr zuvor betrug der Anstieg laut Angaben des Unternehmens noch neun Prozent. Die durchschnittlichen Kosten für Kauf oder Bau betrügen bei Kunden der Interhyp Gruppe derzeit 540 000 Euro inklusive Nebenkosten. Betrachte man nur Metropolen, liege der Schnitt sogar deutlich darüber.

Hälfte der Befragten will nicht auf Lebensqualität verzichten

Auf zwei von drei Befragten wirken solche Summen abschreckend. 41 Prozent der 25- bis 34-Jährigen fürchten sich gar vor einer zu hohen Belastung durch den Kredit. Knapp die Hälfte der Kaufinteressenten (46 Prozent) verzichtet der Umfrage zufolge daher lieber auf den Kauf, um ihre Lebensqualität nicht einschränken zu müssen. Aber: Nur 41 Prozent der Befragten rechneten wirklich individuell aus, wie viel monatliche Belastung sie sich leisten können.

Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, warnt vor einem zunehmenden gesellschaftlichen Problem, wenn immer weniger Menschen das Gefühl haben, sich den Traum des Eigenheims erfüllen zu können. Er rät Interessenten, die eigenen Finanzierungsmöglichkeiten zu kalkulieren und, wo möglich, auf Fördermittel zuzugreifen. Außerdem könnten Kompromisse bei der Suche den Preis senken. Mehr als jeder Dritte Befragte tue das bereits.

Experte: Keine Anzeichen für Immobilienblase

Dass die Preise in naher Zukunft rapide abfallen, erwartet Utecht nicht. Der Vorstandsvorsitzende beobachtet keine Anzeichen für eine Immobilienblase. Für die von der Interhyp Gruppe vermittelten Finanzierungen stellt er fest, dass der Eigenkapitaleinsatz sich annähernd proportional zu den steigenden Immobilienpreisen entwickelt. Die Finanzierungen seien auch weiterhin «extrem solide» aufgestellt, Kreditausfälle daher unwahrscheinlich.

Übrigens: Die bei der Interhyp Gruppe derzeit durchschnittlichen rund 150 000 Euro Eigenkapital, die Käufer für den Immobilienerwerb mitbringen, bringen 40 Prozent der Befragten durch eigene Sparleistung auf. Nur etwas mehr als jeder Vierte (27 Prozent) leistet sich die eigenen vier Wände mithilfe eines Erbes oder einer Schenkung.

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