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Sonderveröffentlichung

Wer bekommt die THG Quote?

Die Treibhausgasminderungsquote (THG Quote) oder Prämie ist ein Marktinstrument zur Förderung von Maßnahmen zur CO₂-Reduzierung. Speziell geht es um CO₂, welches durch die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen eingespart wird. So können Firmen und Privatleute, die im Besitz von Elektrofahrzeugen sind, auf Antrag eine jährliche Prämie von 250 Euro und mehr erhalten.

von Aschendorff Medien

Foto: unsplash.com

Die THG Quote für Firmenwagen kann vom Flottenbetreiber, also der Firma, oder von den einzelnen Nutzern beantragt werden.

Was ist die THG Quote?

Die Treibhausgasminderungsquote verpflichtet Mineralölkonzerne dazu, ihre CO₂-Emissionen zu senken. Dabei wird für das Jahr 2022 eine Senkung von 7 Prozent verlangt, 2023 werden bereits 8 Prozent verlangt und bis 2030 steigt die Quote kontinuierlich auf 25 Prozent. Da die Mineralölkonzerne diese Vorgaben in der Regel nicht erreichen, müssen sie Verschmutzungsrechte nachkaufen.

Speziell Produzenten von regenerativer Energie können CO₂-Zertifikate über einen Marktmechanismus an die Mineralölunternehmen verkaufen und so finanziell von deren übermäßigem CO₂-Ausstoß profitieren. Damit haben die europäischen Regierungen einen Markt geschaffen, der eine nachhaltige Stromproduktion und CO₂-Einsparungen mit finanziellen Anreizen fördert.

Die Bundesregierung hat 2022 eine Regelung in Kraft gesetzt, nach der nun auch Betreiber von öffentlichen oder privaten Ladestationen für E-Autos von diesem CO₂-Ausgleich profitieren können. Rechtlich werden außerdem auch die E-Autos selbst – nicht jedoch Hybridautos – von dieser Regelung erfasst. Halter von E-Autos dürfen zwar nicht am CO₂-Handel teilnehmen, aber sie können, vermittelt über Zwischenhändler, ihren Anteil an der THG Quote als staatliche Prämie oder THG Prämie beantragen.

Wie errechnet sich die THG Prämie?

Die THG Prämie wird nicht durch Marktmechanismen festgestellt, sondern vom Bundesumweltministerium festgelegt. Dies geschieht jedoch nicht willkürlich, sondern aufgrund von Schätzungen und Berechnungen der durchschnittlichen CO₂-Einsparung durch die Nutzung von E-Fahrzeugen. Für das Jahr 2022 ging das Umweltministerium von einem Verbrauch von 2.000 Kilowattstunden Strom pro elektrisch betriebenem Pkw aus.

Das entspricht einer Treibhausgasemission von 1028,16 Kilogramm CO₂-Äquivalent. Der Anteil, der durch die Erzeugung von Ökostrom im deutschen Energiemix eingespart wird, könnte theoretisch als Teil der THG Quote am Markt für CO₂-Zertifikate gehandelt werden. Da dies jedoch zu aufwendig wäre, zahlt das Umweltbundesamt stattdessen die auf diesen Berechnungen basierende THG Prämie an die Halterinnen und Halter von E-Fahrzeugen aus.

Für das Jahr 2023 wird allerdings mit weniger Strom aus regenerativen Energien am gesamten Energiemix in Deutschland gerechnet. Das liegt an den zuletzt gestiegenen Anteilen der Kohleverstromung aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und dem folgenden Gasmangel. Daher sinkt theoretisch auch die CO₂-Einsparung durch die Nutzung von Strom im Vergleich zum Verbrennungsmotor. Ob dies jedoch zu einer Reduzierung der THG Prämie für 2023 führt, ist unklar, denn gleichzeitig steigt die Treibhausgasminderungsquote für die Mineralölunternehmen.

Schaffen die Mineralölkonzerne es nicht, die höhere Quote einzuhalten, müssen sie mehr Ausgleichszertifikate kaufen und die Einnahmen aus dem Zertifikatehandel steigen. Da sich die THG Prämie auch an diesem Markt für CO₂-Zertifikate orientiert, könnte die Prämie auch 2023 wieder auf einem ähnlichen Niveau festgelegt werden wie 2022.

Wie bekommt man die THG Prämie?

Die THG Prämie kann von allen Haltern von reinen Elektrofahrzeugen beantragt werden. Allerdings haben weder Unternehmen noch Privatpersonen die Möglichkeit dies direkt beim Umweltbundesamt zu tun, sondern sie müssen auf Dienstleister oder Zwischenhändler zurückgreifen. Unternehmen haben die Möglichkeit, dies selbst zu tun, oder es ihren Arbeitnehmern zu überlassen.

Möchte man die THG Prämie für einen Firmenwagen als Arbeitnehmer beantragen, muss man sich dies jedoch zunächst genehmigen lassen. Grundsätzlich sind alle Halter von E-Fahrzeugen, die im Besitz der Zulassungsbescheinigung sind, prämienberechtigt. Man muss sich lediglich einen Dienstleister oder einen Zwischenhändler suchen, ein paar einfache Angaben machen und die Kopie des Fahrzeugscheins an den Anbieter übermitteln.

Dieser sammelt Prämienberechtigungen und reicht sie im Paket beim Umweltbundesamt ein. Anschließend zahlt er die erhaltenen Prämien minus Bearbeitungskosten und einem gewissen Profitanteil an die Fahrzeughalter aus. Derzeit können für elektrische Pkw und Zweiräder mindestens 250 Euro, für Lkw und Transporter sogar mehr erreicht werden.

Ein Anbietervergleich hilft, die besten Angebote zu ermitteln. Dabei sind die AGB jedoch genau zu beachten, denn nicht immer ist die angegebene Prämie garantiert.

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