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Gesundheit

Ergonomische Schulranzen beugen Haltungsschäden bei Kindern vor

Für ABC-Schützen ist die Entscheidung meist klar: Möglichst bunt, glitzernd und mit Fußbällen, Pferden oder Feen soll der Schulranzen äußerlich toll aussehen. Verantwortungsbewusste Eltern hingegen sollten auf ergonomische Büchertaschen achten, um die Gesundheit ihrer Kinder nicht zu gefährden.

Zu schwere Schulranzen können Kinderrücken belasten Foto: colourbox.de

Gesundheitliche Risiken schwerer Büchertaschen

Die Wirbelsäule sowie andere Knochen von Grundschulkindern befinden sich in der Entwicklung. Sie sind weich und verformbar. Anders als bei Erwachsenen, bei denen sie vollständig ausgebildet sind, kann ein zu schwerer oder ein über längere Zeit falsch getragener Tornister Haltungsschäden verursachen. Diese sind in vielen Fällen so gravierend, dass sie bis ans Lebensende bestehen bleiben und den ABC-Schützen später Schmerzen verursachen können. Mediziner können durch eine Kernspintomografie leicht nachweisen, dass etwa die Wirbelsäule nach einer Seite verschoben ist.

Einseitiges und falsches Tragen

Doch nicht nur übermäßiges Gewicht, welches für das Zusammenpressen der Bandscheiben verantwortlich ist, kann das kindliche Skelett der Kinder schädigen. Manche Kinder neigen dazu, den Rucksack oder die Büchertasche nur an einer Seite zu tragen. Dies ist auch bei Jugendlichen zu beobachten, die besonders cool wirken wollen. Außerdem schleppen manche Kinder ihre Taschen regelmäßig am Griff herum. Bei beiden fehlerhaften Tragearten müssen sie dabei das Gewicht durch eine krumme Körperhaltung ausgleichen, was über einen längeren Zeitraum hinweg zu Haltungsschäden führt. Rundrücken oder Hohlrücken sowie seitliche Abweichungen können die Folge sein.

Kaufplanung, das Gewicht des Schulranzens

Es ist aus den genannten Gründen wichtig, einige Merkmale des Ranzens schon beim Kauf zu beachten – eben nicht nur Muster, Farben und lustige Motive, wie Kinder das wollen. Fachgeschäfte und Online-Shops wie beispielsweise schulranzen.net bieten heutzutage nicht nur eine große Auswahl renommierter Marken und Modelle. Es gibt dort Ratschläge, entweder von Verkäufern oder in Produktvideos und Artikelbeschreibungen.

Die Büchertasche oder der Rucksack sollte zunächst ein geringes Eigengewicht haben. Dieses liegt in der Regel zwischen 800 Gramm und 1,3 Kilogramm; viel mehr sollte es auch nicht sein. Hartnäckig hält sich außerdem ein Gerücht:  Der Tornister des ABC-Schützen dürfe insgesamt beim Tragen (auf dem Schulweg) nicht mehr als ein Zehntel als des Körpergewichts wiegen. Dies ist jedoch nicht wissenschaftlich zu belegen. Die Theorie stammt vielmehr vom Beginn des 20. Jahrhunderts und kann revidiert werden. Wenn das Schulkind einen normalen Schulweg zurücklegt, kann er auch 15 oder 20 Prozent wiegen. Es kommt dabei mehr auf die Art und Weise des Tragens an.

Packen und Tragen

Mindestens ebenso wichtig ist daher die Polsterung und Passform, die beim Tragen und Packen relevant sind. Die Träger eines Schulranzens sollten nicht viel breiter als vier Zentimeter sein. Ansonsten rutscht er von den noch schmalen Schultern des jungen Burschen oder des kleinen Mädchens herunter. Auch viel schmaler sollte der Riemen jedoch nicht sein. Denn ansonsten schneidet der Riemen ein.

Ist der Gurt zu kurz und der Ranzen zu schwer, kann sich die Brustwirbelsäule der jungen Schüler verkrümmen (Brustkyphose). Schwere Ranzen sorgen für das erwähnte Hohlkreuz (Lendenlordose). Daher sollte ein gepackter Schulranzen immer oben mit den Schulterblättern abschließen. Riemen und Griff sollten antirutschfest beschichtet sein. Schwere Sachen müssen möglichst nahe an den Rücken gepackt werden. Daher sollten Eltern auf eine gute Aufteilung im Innern des Rucksacks oder der Büchertasche achten.

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