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Melatonin: Welchen Einfluss es auf unser Schlafverhalten hat und was man gegen Schlafprobleme tun kann

Einschlafprobleme sind sehr anstrengend – vor allem dann, wenn man am nächsten Morgen früh aus dem Bett muss. Verantwortlich für einen gesunden Schlaf ist das Hormon Melatonin. Worum es sich bei Melatonin handelt und was man gegen Schlafprobleme tun kann, zeigt dieser Artikel.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Was ist Melatonin?

Melatonin ist ein Hormon, das natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommt. Es reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus und ist somit maßgeblich daran beteiligt, dass ein Mensch einschlafen und durchschlafen kann. Somit wirkt Melaton gegen Einschlafprobleme.

Das Hormon wird aus Serotonin gebildet. Dabei handelt es sich um einen Nervenbotenstoff, welcher auch als Glückshormon bekannt ist. Serotonin brauchen Menschen, um ausgeglichen zu sein. Für das Wohlbefinden sind sowohl Serotonin als auch Melatonin von großer Bedeutung.

Serotonin wird wiederum aus Tryptophan gebildet. Diese Aminosäure kann der Körper nicht selbst herstellen, was bedeutet, dass man sie über die Nahrung zu sich nehmen muss.

Wie wirkt Melatonin im Körper?

Der Körper produziert Melatonin in der Zirbeldrüse, welche auch als Epiphyse bekannt ist. Diese befindet sich im Gehirn. Allerdings wird Melatonin nicht nur hier gebildet, sondern auch im Darm und in den Netzhäuten der Augen. Davon hängt es auch maßgeblich ab, wie viel Melatonin der Körper produziert. Fällt viel Sonnenlicht auf die Netzhaut, wird die Produktion von Melatonin gehemmt. Ist es dunkel, wird sie gefördert.

Dadurch, dass das Hormon an Blutgefäßen im Gehirn und verschiedenen Zellen andockt, bekommt der Körper bei Dunkelheit ein Signal, dass er zur Ruhe kommen soll. In der Folge senkt er den Blutdruck und verringert den Energieverbrauch. Das Immunsystem wird angekurbelt und die Körpertemperatur fällt. Kurzum: Man wird müde und bereitet sich auf den Schlaf vor. Nachts ist der Melatoninspiegel drei- bis zwölfmal stärker als tagsüber.

Melatonin in Arzneimitteln gegen Einschlafprobleme

Wer mit Einschlafproblemen zu kämpfen hat oder nicht richtig durchschlafen kann, hat womöglich mit einem Mangel an Melatonin zu tun. In diesen Fällen kann man dem Körper Melatonin auch in Form von Arzneimitteln zuführen.

Betroffene haben die Möglichkeit, pflanzliche Mittel zu sich zu nehmen, die die Melatoninproduktion ankurbeln und somit zu einem guten Schaf führen. Es gibt allerdings auch verschreibungspflichtige Medikamente, die Melatonin enthalten. Diese sind nur für eine kurzfristige Behandlung vorgesehen und werden vorwiegend bei nachgewiesenen Schlafproblemen oder entsprechenden Krankheiten eingesetzt.

Wer Einschlaf- oder Durchschlafprobleme hat, die nicht auf eine schwerwiegende Krankheit zurückzuführen sind, sollte es daher zunächst einmal mit natürlichen Produkten versuchen. In Form von Nahrungsergänzungsmittel kann man genauso von den Vorteilen von Melatonin profitieren. Diese sind frei verkäuflich und besser verträglich als synthetische Arzneimittel mit Melatonin.

Wie kommt es zu einem Mangel an Melatonin?

Je älter man wird, desto weniger Melatonin stellt der Körper her. Das ist ein völlig normaler Prozess, weshalb ältere Menschen häufig weniger schlafen als junge Leute oder zu Hormonpräparaten mit Melatonin greifen.

Auch der Mangel an Tryptophan führt dazu, dass zu wenig Melatonin ausgeschüttet wird. Ebenfalls möglich ist eine Erkrankung, aufgrund der kein Melatonin mehr produziert werden kann.

Eine natürliche und harmlose Ursache für einen Mangel an Melatonin und damit einhergehenden Schlafproblemen ist künstliches Licht. Bereits gedimmtes Licht sendet Reize an die Zirbeldrüse, sodass diese kein Melatonin produziert.

Die Produktion von Melatonin kann auch durch Stress, einen erhöhten Alkoholkonsum, Rauchen, Einnahme von speziellen Medikamenten und den Konsum von Tee und Kaffee gehemmt werden. Selbst intensiver Sport kann in vielen Fällen dafür sorgen, dass der Körper kein Melatonin produziert.

Gibt es Nebenwirkungen von Melatonin?

Bei der Dosierung sollten Betroffene auch bei pflanzlichen Mitteln gut aufpassen. Bei einer Überdosierung kann es vereinzelt zu Stimmungsschwankungen und Gereiztheit kommen. Manche sind nach der Einnahme von Melatonin auch sehr erschöpft, was vor allem das Aufstehen am Morgen wesentlich erschwert. Bei synthetisch hergestellten Arzneimitteln mit Melatonin kann es potenziell auch zu plötzlichen Schlafattacken kommen.

Grundsätzlich sind Nahrungsergänzungsmittel besser verträglich und es kommt weniger oft zu Nebenwirkungen. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Einnahme zuvor mit einem Arzt absprechen. So können auch eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ausgeschlossen werden.

Melatonin durch die richtige Ernährung fördern

Wie bereits erwähnt, benötigt man zur Produktion von Melatonin auch Tryptophan. Es gibt verschiedene Lebensmittel, durch die man die Aminosäure aufnehmen kann. Dazu zählen:

  • Fische wie Lachs und Thunfisch
  • Gemüse, zum Beispiel Rüben, Linsen und Erbsen
  • Getreide
  • Helles Fleisch wie Kalb und Geflügel
  • Produkte aus Soja
  • Obst
  • Kakao

Fazit

Melatonin ist wichtig für einen gesunden Schlaf und wird normalerweise vom Körper selbst produziert. Leidet man unter einem Melatoninmangel, kann man dem durch die Umstellung der Ernährung und durch eine Änderung des Lebensstils entgegenwirken. Auch Nahrungsergänzungsmittel eignen sich zur Behandlung von Ein- und Durchschlafproblemen.

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