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Volkskrankheit Rheuma

Rheuma ist keine eigenständige Erkrankung, unter dem Begriff lassen sich viele verschiedene Ausprägungen vereinen. 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden zum Beispiel unter entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Von Aschendorff Medien

Foto: gkhaus über pixabay.com

Sie bilden die häufigste der insgesamt vier Formen des sogenannten rheumatoiden Formenkreises, kurz: Rheuma. Mit modernen Therapiemöglichkeiten lässt sich der Volkskrankheit erfolgreich zu Leibe rücken.

Rheuma ist nicht gleich Rheuma

Rund 100 verschiedene Krankheiten verbergen sich hinter dem Begriff Rheuma. Sie verteilen sich auf vier Gruppen, die den rheumatoiden Formenkreis bilden. Die größte Gruppe ist die der entzündlich- rheumatischen Erkrankungen.

Ihr gehört auch die häufigste Rheumakrankheit an, die rheumatoide Arthritis. Die den Rücken betreffende axiale Spondyloarthritis (kurz axSpA, auch bekannt als Morbus Bechterew, wenn im Röntgenbild erste Veränderungen sichtbar sind) ordnen Mediziner dieser Kategorie ebenfalls zu. Gleiches gilt für die Gelenkentzündung Psoriasis-Arthritis (PsA), die bei Schuppenflechte auftreten kann.

Eine weitere Rheuma-Form sind die degenerativen rheumatischen Erkrankungen. Dazu gehört zum Beispiel Arthrose. Außerdem bilden Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (beispielsweise Osteoporose und Gicht) und chronische Schmerzsyndrome des Bewegungsapparates wie das Weichteilrheuma (Fibromyalgie) jeweils eine Rheuma-Gruppe.

Wenn der Körper sich gegen sich selbst richtet

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen sind Autoimmunkrankheiten. Die körpereigene Immunabwehr richtet sich gegen den eigenen Körper. Die Folgen sind Entzündungsreaktionen, die betroffenes Gewebe und Knochen schädigen.

Die Anzeichen für eine rheumatische Erkrankung unterscheiden sich je nach Krankheitsbild. Mögliche Symptome sind warme, geschwollene und schmerzende Gelenke. Besonders morgens tun sie weh und sind steif (Morgensteifigkeit). Auch kleine feste Knoten unter der Haut (Rheumaknoten) können sich entwickeln. Begleitet werden die Symptome häufig von einem allgemeinen Krankheitsgefühl.

Später kann die Beweglichkeit der Gelenke immer mehr abnehmen, sie verformen sich oder versteifen ganz.

Erfolgreiche Therapien gegen Rheuma

Rheuma ist nicht heilbar. Doch je früher die Krankheit erkannt wird, desto erfolgreicher können Rheumatologen sie therapieren. Eine wichtige Komponente ist die medikamentöse Therapie. Akute Beschwerden behandeln Mediziner mit Kortison-Präparaten und Schmerzmitteln. Um die Entzündungen im Körper zu hemmen, kommen sogenannte Basistherapeutika und Biologika zum Einsatz. Sie können den Verlauf nicht nur bremsen, sondern die Krankheit manchmal sogar zum Stillstand bringen.

Ergänzende Maßnahmen sind – je nach Stadium der Krankheit – Krankengymnastik, Ergotherapie oder eine Schmerztherapie. Bei großem Leidensdruck raten Experten außerdem zu einer psychotherapeutischen Betreuung. Reha-Maßnahmen vereinen alle Therapiemaßnahmen und helfen den Betroffenen darüber hinaus, ihren Alltag an die Erkrankung anzupassen. Jeder Patient kann seine Krankheit positiv beeinflussen – mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung.

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