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Wie gefährlich sind die Schadstoffe im Leitungswasser?

Angeblich ist das Wasser, welches aus den hiesigen Leitungen strömt, für den täglichen Verzehr geeignet. Sorgt doch die Trinkwasserverordnung dafür, dass die Wasserwerke nur kontrolliertes Wasser ins Trinkwassersystem einspeisen. Doch regelmäßig werden die Verbraucher durch Meldungen aufgeschreckt, die von örtlichen Kontaminationen mit Schwermetallen, Medikamentenrückständen oder einem Legionellenbefall berichten. Daher entscheiden sich viele Bürger dafür, eine Filteranlage im hauseigenen System zu integrieren. Dabei gilt es, einige Aspekte zu berücksichtigen.

von Aschendorff Medien

Schadstoffe im Leitungswasser belasten vor allem Kinder, Heranwachsende und Senioren! Foto: Pixabay.com

Welche Schadstoffe sind im Leitungswasser enthalten?

Frei von Schadstoffen ist Leitungswasser in Deutschland nie. Die Trinkwasserverordnung gibt vor, bis zu welcher Konzentration ein Schadstoff enthalten sein darf. Dabei sind mehrere Problematiken zu beachten. So umfasst die Regelung nur bestimmte Schadstoffe. Zudem können veraltete Rohre für Verunreinigungen sorgen. Auch punktuelle Einträge belasten die Wasserversorgung. Die von der Trinkwasserverordnung zugelassenen Schadstoffmengen lassen sich dabei wie folgt beziffern:

●     Blei: 0,01 mg/l

●     Ammonium: 0,5 mg/l

●     Mangan: 0,05 mg/l

●     Chlor: 0,3 mg/l

●     Nitrate: 50 mg/l

●     Nitrit: 0,5 mg/l

●     Arzneimittelreste: Dürfen nicht im Trinkwasser enthalten sein

●     Bakterien, Pilze und Keime: Dürfen nicht im Trinkwasser enthalten sein. Oft werden geringe Mengen nachgewiesen.

Wie gefährlich sind Schadstoffe im Trinkwasser?

Eine Belastung des Wassers durch Schadstoffe ist erst ab einer gewissen Menge gefährlich. Die Tatsache, dass sich die minimalen Einträge im Organismus über die Jahre ansammeln, birgt eine gewisse Gefahr für Beschwerden oder Krankheiten, die erst später auftreten können.

Besonders gefährdet sind daher Kleinkinder und Jugendliche, die jahrelang ihren Durst aus dem Hahn stillen oder Getränke zu sich nehmen, die mit Leitungswasser angerührt werden. Auch Senioren mit einem geschwächten Immunsystem sollten auf eine Filteranlage zurückgreifen.

Die Aufbereitung von Leitungswasser

Um das Trinkwasser zu reinigen, benutzen viele Verbraucher sogenannte Tischkannenfilter. Diese sind von der Leistung her begrenzt. Zudem verkeimen die Filter schnell, wenn das Wasser länger als ein paar Stunden im Filter verbleibt. Bessere Ergebnisse werden mit am Wasserhahn fest installierten Filteranlagen erzielt. Dabei stehen zwei Technologien im Fokus. Zu nennen sind sogenannte Aktivkohlefilter. Noch bessere Ergebnisse erzielen Filteranlagen, die nach der Technologie der Umkehrosmose arbeiten:

●     Umkehrosmoseanlagen: Die Filtertechnik ist schon seit Jahrzehnten in Meerentsalzungsanlagen etabliert. Dabei wird das Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geführt. Diese hält bis zu 99,9 % der Inhaltsstoffe zurück und lässt nur die kleinen H2O-Moleküle passieren. Wer Interesse an einem solchen Gerät hat, kann Umkehrosmoseanlagen hier finden.

●     Aktivkohle-Blockfilter: Das Herzstück einer solchen Anlage ist natürlich gewonnene Aktivkohle, die unter dem Einfluss von Hitze zu einem Block gepresst wird. Diese Art von Filter entfernt unter anderem Chlor und Pestizide, sodass eine sehr gute Wasserqualität erreicht wird.

Wie gelangen die Schadstoffe ins Trinkwasser

Laut Umweltbundesamt besteht das Leitungswasser hierzulande zu 70 % aus Grundwasser. Die restlichen 30 % werden aus Oberflächengewässern wie Flüssen, Seen und Bächen gewonnen. Letzteres wird aufwändig in Kläranlagen aufbereitet. Belastungen können durch die folgenden Faktoren entstehen:

●     Veraltete Wasserleitungen und Rohre: Zwar dürfen bei Neubauten schon seit den 1970er Jahren keine Bleirohre mehr verwendet werden. In älteren Gebäuden ist dieses Material aber noch verbaut. Außerdem kann Kupfer, Zink und Eisen vom durchfließenden Wasser gelöst und bis in die Haushalte transportiert werden.

●     Wasserhähne und Armaturen: Besonders in Hähnen, die längere Zeit nicht genutzt werden, können Schwermetalle gelöst werden. Bei bestimmten Temperaturen besteht zudem die Gefahr, dass sich Legionellenkolonien ausbreiten.

●     Allgemeine Verschmutzung des Grundwassers: Hier ist es vor allem die Vielzahl von Pestiziden wie Glyphosat sowie Düngemittel und Nitrate, die durch die intensiv betriebene Landwirtschaft über die Felder ins Grundwasser gelangen. Zudem spielen nicht verbrauchte Arzneimittel eine Rolle, die über die Toilettenspülung ins Abwassersystem gelangen und letztendlich zu einem gewissen Prozentsatz im Grundwasser landen.

●     Wasch- und Färbemittel: Toxische chemische Inhaltsstoffe, die in Waschmitteln oder Färbemitteln enthalten sind, können in den Wasserkreislauf gelangen.

●     Mikroplastik: Plastik ist ein Produkt, das die Umwelt schwer belastet. In Form von winzigen Nanopartikeln, die sowohl in der Kleidung als auch in diversen Kosmetika enthalten sind, gefährdet Mikroplastik die Gesundheit, wenn es über das Trinkwasser in den Organismus gelangt.

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