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6 Gründe, warum Unternehmen Mitarbeiter mit Behinderung fördern sollten

Menschen mit Behinderung tun sich schon lange schwer, eine Arbeitsstelle zu finden. Das lag allerdings nicht immer am Arbeitgeber, sondern hatte auch mit dem Gefühl zu tun, anders und weniger wert zu sein als Menschen, die nicht von einem Hörverlust, einer Sehbeeinträchtigung, einer Gehbehinderung oder ähnlichem betroffen sind. In den vergangenen Jahren wurden in der internationalen Gemeinschaft große Fortschritte in Bezug auf Diversität und Inklusion gemacht, die auch behinderte Menschen einschließen.

von Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Es ist an der Zeit, zu hinterfragen, warum die Anzahl der Berufstätigen mit Behinderung nicht dem Anteil der behinderten Menschen an der arbeitsfähigen Gesamtbevölkerung entspricht. Immer mehr europäische Unternehmen ergreifen nun Maßnahmen zur Förderung einer inklusiveren Belegschaft, um der jahrelangen Vernachlässigung bestimmter Gruppen entgegenzuwirken. Schon deshalb sind die nachfolgenden sechs Gründe für die Unterstützung von Mitarbeitern mit Behinderung heute besonders relevant.

1. Ein stärkerer Fokus auf Diversität und Inklusion

Wenn es um Diversität und Inklusion geht, denken die meisten Menschen zunächst an kulturelle Unterschiede wie Hautfarbe oder Religion. Manchmal ist auch die Geschlechtergerechtigkeit gemeint. Schließlich kämpfen Frauen nach wie vor um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, weil die Führungsebene häufig noch von weißen Männern dominiert wird. Dazu kommen Transpersonen, die ebenfalls – zu Recht! – Inklusion einfordern.

Doch Diversität und Inklusion gehen weit über ethnische Herkunft, Hautfarbe, Weltanschauung, Geschlecht und Alter hinaus. Auch der nicht unerhebliche Bevölkerungsanteil mit einer oder mehreren Behinderungen gehört dazu. Unternehmen können von einem stärkeren Fokus auf Diversität und Inklusion profitieren, denn damit bekommen sie Zugang zu einer neuen Gruppe potenzieller Arbeitskräfte – mit Talenten, die bisher aufgrund einer Behinderung unerkannt geblieben sind.

2. Anerkennung für inklusive Unternehmenskultur

Auch mit Blick auf die Kunden lohnt es sich, auf Diversität und Inklusion zu achten. Denn die Unternehmenskultur spielt für die Kundenbeziehung und den Unternehmenserfolg eine maßgebliche Rolle. Studien zufolge kommen Firmen, die mit Randgruppen der Gesellschaft respektvoll umgehen, bei vielen Kunden besser an.

3. Stärkere Nutzung neuer Technologien

Mitarbeiter mit Behinderung sind in hohem Maße bereit, neue Technologien zu nutzen. Und davon profitieren Unternehmen. Denn Fortschritt und Technik gehen Hand in Hand. Für behinderte Menschen bedeuten neue Technologien unter Umständen weniger Einschränkungen. So können Mitarbeiter mit fortschreitendem Hörverlust diesen mithilfe von Hörgeräten erfolgreich ausgleichen. Außerdem kann das Hörvermögen mit Online-Tools immer wieder getestet werden, z. B. unter phonak.com/de/de/online-hoertest.html. Und wenn Mitarbeiter mit Behinderung vom technischen Fortschritt profitieren, kommt das wiederum ihrem Arbeitgeber zugute.

4. Auf einen größeren Kandidatenpool zugreifen

Viele behinderte Menschen scheuen sich, eine Arbeitsstelle zu suchen. Oftmals fühlen sie sich in unserer modernen Leistungsgesellschaft fehl am Platz. Doch dazu gibt es keinen Grund – im Gegenteil! Die meisten Menschen mit Behinderung haben eines gemeinsam: Vieles von dem, was sie im Leben erreicht haben und was andere für selbstverständlich halten, mussten sie sich hart erkämpfen.

Mit viel Kreativität haben gehbehinderte Menschen Techniken erfunden, um Treppen zu Gebäuden zu meistern, die keine Rampe haben. Bis Rollstuhlrampen gebaut wurden, war viel Lobbyarbeit nötig. Aber auch das haben sie geschafft und der jahrelange Einsatz hat sich gelohnt: Heute müssen öffentliche Gebäude barrierefrei sein.

5. Selbstwertgefühl stärken

Würde man Menschen mit Behinderung befragen, würde wahrscheinlich mehr als die Hälfte von ihnen angeben, ein geringes Selbstwertgefühl zu haben. Trotz aller Inklusionsbemühungen fühlen sich viele nach wie vor minderwertig im Vergleich zu gesunden Personen. Unternehmen, die sich behinderten Menschen gegenüber aufgeschlossen zeigen, können nicht nur auf einen größeren Kandidatenpool zugreifen, sondern sich darüber hinaus freuen, das Selbstbewusstsein dieser Mitarbeiter gestärkt zu haben.

6. Bewusstsein schaffen

Einige der größten technischen Errungenschaften entstanden aus dem Bewusstsein um ein Problem, das es zu lösen galt. Ähnlich verhält es sich in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft, die veränderungsbedürftig sind. Die Anstellung behinderter Menschen und das damit einhergehende Bewusstsein für das, was sie zu bieten haben, führt möglicherweise verstärkt zu Investitionen in relevante Forschungsvorhaben. Einige der heutigen „Behinderungen“ werden so eines Tages vielleicht ganz verschwinden. Für andere könnten Behandlungen und Geräte entwickelt werden, die betroffenen Menschen eine höhere Lebensqualität bieten. Wenn Unternehmen zum Beispiel für Probleme im Zusammenhang mit Hör- oder Sehverlust sensibilisiert werden, dann finanzieren sie in Zukunft womöglich auch entsprechende Studien.

Fazit

Unternehmen, die Menschen mit Behinderung anstellen, profitieren nicht nur selbst davon, sondern helfen damit auch ehemals arbeitslosen Personen. Denn ein Arbeitsplatz bedeutet häufig auch einen neuen Lebenssinn und größere Unabhängigkeit. Unternehmen können die Leben von Menschen positiv verändern und darauf dürfen sie stolz sein. Wer bei der Einstellung auf Chancengleichheit achtet, leistet der Gesamtgesellschaft einen großen Dienst. Durch eine Orientierung an der weitreichenden Vision der Charta der Vielfalt entsteht mehr soziale Gerechtigkeit. All das ist wichtig und sollte ein Grund sein, sich auf die kommenden Jahre zu freuen. Unter dem Strich bedeutet das: Wer Menschen mit Behinderung fördert, kann für das Unternehmenswachstum auf die Stärken eben dieser Mitarbeiter zurückgreifen. Eine positive Beziehung, von der alle Beteiligten profitieren.

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