1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Leben-und-erleben
  4. >
  5. Karriere
  6. >
  7. Erfolgreich online studieren

  8. >

Erfolgreich online studieren

Wer frisch in ein Online-Studium startet, stellt schnell fest, dass diese Studierart ihre Eigenheiten hat. Oft fühlen Studenten sich gerade am Anfang überfordert - weil sie schon länger nicht mehr organisiert lernen mussten, das Online-Format ihnen unbekannt ist oder sie im berufsbegleitenden Studium mit der Doppelbelastung von Arbeit und Beruf zurechtkommen müssen. Auch im Präsenzstudium zählen Eigeninitiative und Selbstmotivation, aber im Online-Format kommt beiden Faktoren noch mehr Bedeutung zu. Diese Kompetenzen zu stärken ist aber deutlich weniger kompliziert, als es klingt. Lernen Sie hier, wie Sie Ihr Online-Studium mit Erfolg meistern.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox

Smarte Zielsetzung

Viele Studenten im Fernstudium machen den Fehler, sich zu große oder nicht spezifische Ziele zu setzen. Natürlich ist der Abschluss am Ende des Studiums das große Ziel, das man erreichen möchte, und auch die nächste Prüfung ergibt sich von selbst als Ziel. Diese beiden Ziele sind aber zu hoch angesetzt. Als Hilfestellung für eine effektive Zielsetzung bietet sich die SMART-Formel an. Ein smartes Ziel ist spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.

Spezifisch bedeutet, dass ein Ziel genau und konkret formuliert sein muss. "Ich lerne heute BWL" ist ein Anfang, aber noch bei Weitem nicht konkret genug. Besser ist: "Ich mache mir heute Notizen zu Kapitel 5 im BWL-Lehrbuch." Je konkreter man ein Ziel definiert, desto leichter fällt die Bearbeitung, denn man muss sich während des Lernens nicht noch Gedanken darüber machen, wie und was genau man als nächstes lernen möchte.

Messbar bedeutet, dass der Erfolg eines Zieles überprüfbar sein muss. Um das Beispiel aus dem ersten Punkt weiterzuführen: Hat man Notizen zu einem bestimmten Kapitel angefertigt, kann man beispielsweise die Stichpunktliste am Ende des Kapitels mit den eigenen Notizen vergleichen. Falls man etwas übersehen oder falsch notiert hat, fällt das bei der Überprüfung auf. Auch Übungsklausuren oder Tests zum konkreten Thema können messen, ob man das Lernziel erreicht hat.

Attraktiv bedeutet, dass man ein Ziel setzt, das man tatsächlich erreichen möchte. Wenn man nur lernt, weil man es muss, stellt sich schnell Frustration ein. Deswegen ist es wichtig, sich die Gründe für das Lernziel vor Augen zu führen. Warum ist es wichtig, dass ich diese Inhalte lerne? Wie bringt mich dieses Ziel in meinem Studium und im Leben weiter? Hilft mir das Ziel auch außerhalb des Studiums und des Berufs?

Realistisch bedeutet, dass ein Ziel mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen tatsächlich erreichbar sein muss. Im Fernstudium sind die relevanten Ressourcen Zeit und Konzentrationsfähigkeit. Unerfahrene Studenten planen häufig zu viel Stoff in einer zu kurzen Zeit ein - entweder weil sie so motiviert sind, dass sie zu viel auf einmal lernen wollen, oder weil sie das Lernen so lange aufgeschoben haben, dass ihnen vor der Prüfung kaum mehr Zeit bleibt. Hier ist es wichtig, frühzeitig einen realistischen Lernplan aufzustellen und Puffer einzubauen, falls ein Ziel doch einmal länger dauert oder eine außerplanmäßige familiäre Verpflichtung dazwischenkommt.

Terminiert ist ein Ziel dann, wenn man einen festen, verbindlichen Termin vereinbart, zu dem das Ziel abgeschlossen sein muss. Da Zeit eine der Hauptressourcen für Studenten ist, überlappt sich der T-Aspekt mit dem oben erklärten R-Aspekt und versteht sich von selbst.

Das eingangs erwähnte unspezifische Ziel, "Ich lerne heute BWL", lässt sich also mit der SMART-Formel deutlich ausbauen: "Nach dem Mittagessen mache ich mir heute Notizen zu Kapitel 5 aus dem BWL-Lehrbuch. Danach überprüfe ich, ob sich meine Notizen mit der Stichwortliste am Ende des Kapitels decken."

Die richtige Arbeitsumgebung

Für viele Studenten ist ein Fernstudium deshalb schwierig, weil das Lernen zu Hause stattfindet. Wer zu Hause lernt, lässt sich unbewusst ablenken. Die Grenzen zwischen Lernen und Freizeit verschwimmen. Deswegen ist es wichtig, bewusst für eine produktive Arbeitsumgebung zu sorgen. Das Handy sollte sich im Ruhemodus befinden, damit die Versuchung, sofort auf Nachrichten zu antworten, sich gar nicht erst einstellt. Wenn man nicht elektronisch lernt, sollte der PC aus oder der Laptop zugeklappt sein. Tageslicht oder warmweiße Lampen erleichtern das Lesen und verhindern Müdigkeit.

Routinen schaffen

Zu viel Freiheit in der Tagesgestaltung kann zu Lethargie und Prokrastination führen. Man hat sich fest vorgenommen, "irgendwann heute noch" zu lernen, und schiebt die ungeliebte Aufgabe lange vor sich her, bis der Tag sich dem Ende neigt und man auf morgen vertagen muss. Eine klar definierte Routine hilft und kann sich an den äußeren Umständen orientieren. Studiert man als Elternteil, ist Zeit Mangelware - aber die Routine der Kinder kann bei der Planung helfen. Wenn die Tochter bis um zwölf Uhr in der Tagesstätte ist, kann man um zehn Uhr eine Stunde für das Lernen einplanen und sich danach kurz entspannen, bevor man wieder familiär eingespannt ist.

Mit einer festen Lernroutine mit smarten Zielen fällt es leichter, sich zu motivieren, weil man genau weiß, wann man anfangen muss - und weil man ein klares Ende vor Augen hat. Der Aufwand, den man anfangs zum Erstellen eines Lernplans betreibt, lohnt sich später, wenn man sich an klar definierten Lernabschnitten orientieren und das Studium mit dem Alltag vereinbaren kann.

Soziale Kontakte knüpfen

Viele Interessenten haben Angst, sie müssten ihr Fernstudium allein bewältigen. Obwohl es richtig ist, dass soziale Kontakte sich im Präsenzstudium schnell von allein ergeben, ist die Angst vor der Isolation im Online-Studium unbegründet. Mithilfe von Collaboration Tools und Lerngruppen steht man immer im Kontakt mit anderen Studenten, mit denen man nicht nur lernt, sondern die einander auch unterstützen und sich miteinander austauschen.

Im vergangenen Jahr zwang die Corona-Pandemie viele Studenten dazu, von zuhause aus zu arbeiten. Was anfangs noch eine große Umstellung war, offenbarte schnell Vorteile. Studenten stellten fest, dass sie mit einer freieren Zeiteinteilung und Online-Lernmethoden effektiver lernen können und auch im Online-Format weiterhin engen Kontakt zu ihren Kommilitonen pflegen konnten. Nach diesen positiven Erfahrungen können sich auch viele Präsenzstudenten mittlerweile ein Fernstudium prinzipiell vorstellen.

Startseite