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Nachholbedarf in der Digitalisierung von Unternehmen

Die Pandemie gilt als Leuchtfeuer für die Digitalisierung. Was während der Lockdowns zwangsweise ins Netz verschoben wurde, lässt sich an vielen Stellen nicht mehr verbannen. Im Gegenteil, manche Unternehmens- und Wirtschaftsstrukturen müssen jetzt mit- und nachziehen, um sich an die modernen Bedürfnisse von Kunden und Angestellten anzupassen. Wie sehen diese Änderungen im Bereich von Unternehmen und ihrer Strukturen aus?

Auch die Möglichkeit des Homeoffice ist eine Entwicklung in der Digitalisierung. Foto: colourbox / #225143

Digitaler Nachholbedarf

Eine Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH hat ergeben, dass vor allem mittelständische Unternehmen in Deutschland noch stark nachholen müssen, was die Digitalisierung angeht. Das war im Jahr 2016. Seitdem ist vieles passiert. In großen Traditionsunternehmen ist die Digitalisierung dennoch ein großes Thema. Sie umfasst alle Bereiche, von der Führungsebene zu der Unternehmensführung zu den einzelnen Prozessen durch die Angestellten.

Interne Organisation

Gerade in der Organisation und Koordinierung verschiedener Arbeitsschritte und Abteilungen ist die Digitalisierung eine Chance, Abläufe zu vereinfachen und zusammenzuführen. Moderne Software-Optionen wie eine cloudbasierte online Gehaltsabrechnung erleichtern das Personalmanagement. Wer sich nicht mehr mühsam durch Excel-Tabellen klicken muss, sondern seine Dienstpläne und Zeiterfassungswerkzeuge einfach online von jedem Ort zugänglich hat, erspart sich viel Arbeit.

Unternehmenskultur

Strukturen der Digitalisierung müssen effektiv an die Mitarbeiter einer Firma vermittelt werden. Nur wer offen für die technologischen Änderungen ist, kann durch sie profitieren. Wichtig sind eine klare Kommunikation und die Bereitschaft, Personal anzulernen, um ihnen die Arbeit mit neuen Programmen zu erleichtern. Das Mindset einer modernen, digitalen Firma sollte starker Teil der Unternehmenskultur werden.

Personal(-führung)

Der Generationenwechsel in der Arbeitswelt lässt sich nicht verhindern. Immer mehr junge Menschen drängen auf den Arbeitsmarkt. Unter ihnen sind nun die sogenannten Digital Natives, Menschen der Generationen Y und Z, die mit dem Internet aufgewachsen sind und sich dort ganz natürlich auskennen. Für sie ist die Digitalisierung keine Arbeit. Ein Arbeitgeber profitiert deshalb davon, wenn er sich diese jungen Menschen in sein Team holt, und ihnen vor allem zuhört.

Sie wissen, welche Prozesse sich vereinfachen und digitalisieren lassen. Dafür wollen sie an ihnen beteiligt sein. Womöglich ist dafür das Aufbrechen von alten Unternehmensstrukturen notwendig. Dafür profitiert die Firma von der interkulturellen Medienkompetenz, nach der sich auch die Führungskräfte richten sollten.

Arbeitsformen

Unter der Corona-Pandemie haben die Menschen festgestellt, dass Arbeit freier wird, wenn man den Menschen Räume gibt, sich anhand ihrer Vorlieben auszubreiten. Wer während der Lockdowns Homeoffice betrieben hat, hat nun in vielen Fällen die Gelegenheit, es weiter einzufordern. Dabei haben viele Studien bereits herausgestellt, dass die Arbeitsqualität von Menschen nicht gesunken ist, wenn sie von Zuhause aus arbeiten konnten. Für viele ist die Produktivität sogar gestiegen.

Als Unternehmen sollte man deshalb offen dafür sein, übliche Arbeitsformen vielleicht an das anzupassen, was am besten zu den Angestellten passt. Dafür ist es eventuell nötig, manche Prozesse zu überarbeiten. Aber auch das ist nicht von Nachteil, wenn dadurch mehr flexibles Arbeiten möglich ist.

Kommunikation

Die Kommunikation über Print und sogar Telefon ist durch die Digitalisierung größtenteils abgelöst. Heute sind E-Mails, Chats und Video-Calls an erster Stelle des Austauschs. Gerade während der Pandemie mussten viele Firmen lernen mit Videokonferenz-Tools umzugehen. Um freier arbeiten zu können, sollte davon auch in Zukunft nicht abgesehen werden.

Marketing

Wer junge Generationen erreichen will, darf Werbung nicht mehr als Werbung wahrgenommen werden lassen. Marketing läuft heute in großen Teilen über Social Media und den Internetauftritt eines Unternehmens. Dabei werden die Kunden eingeladen, zu interagieren, und die Inhalte des Unternehmens selbstständig zu verfolgen, statt von ihnen überredet zu werden.

Fazit

Unternehmen auf der ganzen Welt wurden durch die Pandemie förmlich dazu gezwungen, ihre Digitalisierungsstrategien zu beschleunigen. Video-Konferenzen, Personalmanagement-Software und flexible Arbeitsmodelle sind nur ein paar der positiven Änderungen, die in letzter Zeit vermehrt genutzt wurden. Mit diesem Antrieb versehen, schaffen es vielleicht auch die mittelständischen Unternehmen, die noch Nachholbedarf hatten, den Herausforderungen der Digitalisierung standzuhalten.

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