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Abinote und Eignungstest

Wie komme ich ins Medizinstudium?

Medizinstudienplätze sind heiß begehrt. Doch lohnt sich die Teilnahme an einem Medizinertest? Und wie wichtig ist die Abiturnote? Experten helfen da weiter.

dpa

Studienplätze im Fach Medizin sind heiß begehrt. Foto: Waltraud Grubitzsch

Berlin (dpa/tmn) - Je besser der Schulabschluss, desto höher sind die Chancen auf ein Studium der Medizin. Aber nicht nur. Um einen der begehrten Studienplätze zu ergattern, spielen auch noch andere Kriterien eine Rolle. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat sich das genauer angeschaut.

Bewerben kann man sich in Deutschland an insgesamt 38 staatlichen Hochschulen über das Portal hochschulstart.de . Dies gilt auch für ein Studium der Pharmazie, Tier- oder Zahnmedizin. Wer sich zum diesjährigen Sommersemester noch bewerben will, muss sich aber beeilen: Bewerbungsfrist ist der 15. Januar. Für ein Studium an einer privaten Hochschule muss man sich direkt bei der Hochschule bewerben, zudem fallen Studiengebühren an.

Einserschnitt, Tests und Berufserfahrung

Die grundsätzlich besten Chancen für einen der zentral vergebenen Studienplätze haben die sogenannten «Abiturbesten» mit einem Abi-Schnitt von 1,0 oder 1,1. Jede Hochschule vergibt 30 Prozent der Plätze an sie.

Weitere 10 Prozent dürfen auf Grundlage von Eignungstest und Berufserfahrung studieren. In diese sogenannte «Zusätzliche Eignungsquote» (ZEQ) fällt auch angesammelte Wartezeit, diese soll aber schon ab dem Wintersemester 2021/22 keine Rolle mehr spielen, so das CHE.

Bei den restlichen 60 Prozent der zu vergebenden Plätze können die Hochschulen teils selbst die Auswahlkriterien und Gewichtung festlegen, müssen dabei aber mindestens zwei schulnotenunabhängige Kriterien berücksichtigen - darunter fällt ein fachspezifischer Studieneignungstest.

Zu diesen Eignungstests gehört der Test für Medizinische Studiengänge (TMS), bekannt als «Medizinertest» , oder das Hamburger Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge . Beide finden nur einmal jährlich statt, auch hier endet die Anmeldefrist am 15. Januar. Die Teilnahme dieser kostenpflichtigen Tests ist freiwillig, wird von den Experten aber empfohlen, da man dadurch seine Zulassungschancen nur verbessern und nicht verschlechtern kann.

Ranglisten im Bundesland und Landarztquote

Auch das Bundesland, in dem das Abi abgelegt wurde, kann bei der Bewerbung eine Rolle spielen, schreibt das CHE weiter. So sollen die Abiturnoten anhand von Ranglisten vergleichbar gemacht werden. Wenn ein Bewerber etwa mit seinem Abiturschnitt in einem Bundesland genau in der Mitte aller Bewerber landet, werde er damit auch bundesweit in der Mitte der Rangliste einsortiert. So sollen Benachteiligungen für Bewerber aus Bundesländern mit vermeintlich schwereren Abiturprüfungen ausgeglichen werden, so das CHE.

Wer sich zudem vorstellen kann, eine gewisse Zeit in einer ärztlich unterversorgten Region zu arbeiten, kann unter Umständen seine Chancen weiter steigern. In Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen-Anhalt wird ein Teil der Studienplätze vorab an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach dem Studium in einem dieser Gebiete eine hausärztliche Tätigkeit auszuüben. Über die Vergabekriterien entscheidet dabei das jeweilige Land.

© dpa-infocom, dpa:210113-99-14526/2

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