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Vom Küstenkind zum Gartenmöbel: die Geschichte des Strandkorbs

Der Strandkorb ist an den Stränden der Ost- und Nordsee nicht mehr wegzudenken. Fest fügt er sich in die hiesige Seebadidylle und Strandkultur ein. Er ermöglicht Badegästen eine traumhafte Entspannung am schönen Meer und findet als Kulturgut ähnlich wie die berühmte Schwarzwälder Kuckucksuhr als Exportschlager Verwendung in aller Welt. Dazu gehört, dass der Strandkorb längst nicht mehr nur am Ort seiner ursprünglichen Bestimmung zu finden ist. Peu a peu bahnt er sich den Weg in die Gärten, auf Terrassen und Balkone. Auf diese Weise kann man auch im Münsterland jederzeit auf einen Strandkorb stoßen.

Aschendorff Medien - Sonderveröffentlichung -

Foto: Katharina Ulrich auf Pixabay

Vom Küstenkind zum Gartenmöbel: die Geschichte des Strandkorbs

Der Strandkorb ist an den Stränden der Ost- und Nordsee nicht mehr wegzudenken. Fest fügt er sich in die hiesige Seebadidylle und Strandkultur ein. Er ermöglicht Badegästen eine traumhafte Entspannung am schönen Meer und findet als Kulturgut ähnlich wie die berühmte Schwarzwälder Kuckucksuhr als Exportschlager Verwendung in aller Welt. Dazu gehört, dass der Strandkorb längst nicht mehr nur am Ort seiner ursprünglichen Bestimmung zu finden ist. Peu a peu bahnt er sich den Weg in die Gärten, auf Terrassen und Balkone. Auf diese Weise kann man auch im Münsterland jederzeit auf einen Strandkorb stoßen.

Wer hat den Strandkorb erfunden?

Immer wieder wird der Rostocker Korbmacher Wilhelm Bartelmann als Erfinder des Strandkorbs angegeben. Er fertigte 1882 der Kundin Elfriede von Maltzahn einen Strandkorb, den er aus Weiden und Rohr flocht. Das Modell sollte die Dame vor Sonne und Wind schützen, da sie an Rheuma litt, sich das Strandleben aber nicht versagen wollte. Ein Jahr später gründete Bartelmann bereits den ersten Strandkorbverleih am Seebad.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Historische Quellen zeigen nämlich, dass die Idee des Strandkorbs bereits in den Jahren zuvor geboren wurde. Als älteste verbürgte Zeichnung eines Strandkorbs gilt heute ein Eintrag des Korbmachers Ernst Karl Nikolaus Freese: „Strandstuhl mit Überdachung aus Weiden und Peddigrohr, mit Ölfarbe lackiert“. Dieser sieht den späteren Strandkörben verblüffend ähnlich. Andere Quellen zeugen von einer florierenden Strandkorbkultur an den deutschen Seebädern schon in den Jahren unmittelbar vor 1882. Höchstwahrscheinlich hat Wilhelm Bartelmann den Strandkorb also nicht erfunden. Sein Verdienst ist es aber, die vorherrschenden Ideen zu einem komfortablen und schützenden geräumigen Strandstuhl aufgegriffen und weiterentwickelt zu haben.

Kein Patent, viele Nachahmer?

Vielleicht gibt es auch nicht „den Erfinder“ des Strandkorbs und die Idee des Strandkorbs basiert eher auf einer Art Kollektivarbeit, an der viele kluge Köpfe beteiligt waren, die, eingebettet in eine lebhafte Seebadkultur, mit den Jahren immer neue Bausteine beifügten, bis der Strandkorb seine modernen Ausformungen entwickelt hatte. Ein Patent ist jedenfalls nicht überliefert. In den 1880er-Jahren verbreitete sich der moderne Strandkorb endgültig an den Stränden der Nord- und Ostsee und trägt seitdem zur unverwechselbaren Seebadidylle bei.

Wie der Strandkorb seinen Weg in deutsche Gärten fand

Strandkörbe waren von Anfang an zur Vermietung gedacht, da sie klassische Urlaubsutensilien waren, die schwer zu transportieren sind und Zuhause eher im Weg zu stehen schienen. Doch auch in Deutschland wird heute nicht mehr so streng zwischen Alltag und Urlaub getrennt, zumal sich viele Menschen in ihrem Schrebergarten eine eigene Wohlfühloase in der Natur geschaffen haben. Da macht auch ein Strandkorb eine gute Figur, verbreitet er im Garten doch maritimes Flair. Wen es nicht in die Ferne zieht, kann mit einem Strandkorb Urlaub Zuhause machen.

Der Strandkorb im Garten – Kunden haben die Qual der Wahl

Für den Strandkorb im Garten gelten dieselben Kriterien und Anforderungen wie für den Strandkorb, der tatsächlich am Strand genutzt wird. Lediglich der Windschutz braucht nicht so ausgeprägt zu sein, denn im Garten ist es meistens weniger windig als am Meer. Wer seinen Strandkorb im Garten nutzt, sollte besonders auf eine gute Transportfähigkeit achten, denn Strandkörbe sind zwischen 60 und 120 kg schwer. Für die Transportfähigkeit können Kunden zwischen Modellen mit Rollen, Gleitern und Tragegriffen wählen.

Der Nord- und Ostsee Strandkorb – kleine, aber feine Unterschiede

Mit dem Nordsee- und Ostseestrandkorb gibt es hauptsächlich zwei Varianten, die auch vom Laien auf den ersten Blick eingeordnet werden können. Der Nordseestrandkorb ist, als Reminiszenz an das rauere Klima, eher rechtwinklig angelegt und mit einer geraden Haube versehen. Das mildere Ostseeklima bot den Herstellern hingegen einen größeren Spielraum, beim Wind- und Sonnenschutz auf dekorative Formen zu achten. Ostseestrandkörbe sind geschwungener, wirken dadurch insgesamt weicher und auch die Haube ist mit hübschen Rundungen gestaltet.

Qualitätsmerkmale

Strandkörbe werden in liebevoller Handarbeit fachkundig gefertigt. Sie können für eine Person oder auch mehrere Personen angelegt sein und bieten einen besonderen Komfort. Zum Korb gehören ein Sonnen-, Regen- und Windschutz, um auch an heißen, verregneten oder stürmischen Tagen gemütlich und unbeschwert am Strand oder im Garten liegen zu können. Je nach Modell können sich Kunden für Strandkörbe mit verstellbarer Rückenlehne, Markise, Regenplane, Fußstütze, Armlehnen und Seitentischen entscheiden.

Unterschieden wird bei Strandkörben zwischen Halblieger und Volllieger, wobei sich nur Volllieger auch als Bett nutzen lassen. Die Materialien sollten ökologisch und wiederverwertbar sein, während der Stoff UV-beständige und strapazierfähige Eigenschaften aufweisen sollte. Typische Techniken sind imprägnierte Holzteile und verzinkte Metallteile.

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