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Welche Entschädigung gibt es bei einem Flugausfall?

Seit der Verabschiedung einer EU-Verordnung im Jahr 2004 sind Fluggäste im Fall von schweren Flugunterbrechungen besser geschützt. Die Rechtsvorschriften bestätigen, dass Verspätungen, Annullierungen, verpasste Anschlüsse und Überbuchungen große Unannehmlichkeiten verursachen können und Fluggäste daher entschädigt werden sollten. Doch welche Art von Schadenersatz steht betroffenen Passagieren tatsächlich zu?

von Aschendorff Medien

Foto: Pixabay.com

Für wen gilt die neue Fluggastverordnung?

Die Fluggastrechteverordnung (EG) Nr. 261/2004 gilt für alle Passagiere, die einen gültigen Flugschein und eine Buchungsbestätigung vorweisen können. Sie müssen ihre Reise auf einem innerhalb der Europäischen Union (EU) gelegenen Flughafen begonnen haben oder auf einem EU-Flughafen landen, sofern die Fluggesellschaft ihren Hauptsitz innerhalb der EU hat – dazu zählen in diesem Fall auch die Schweiz, Island und Norwegen.

Es spielt keine Rolle, ob die Fluggäste eine Pauschalreise gebucht haben oder eine sogenannte Billig-Airline nutzen. Auch der Zweck der Reise ist unerheblich. Geschäftsreisen werden also genauso von der Verordnung abgedeckt wie der Charterflug in den Mallorca-Urlaub. Auch Kinder haben Anspruch auf Entschädigung, sofern für sie ein eigenes Ticket gekauft wurde. Selbst wenn ein Flug mit einem Gutschein gebucht wurde, entlässt das die Airline nicht von ihren Verpflichtungen.

Die EU-Verordnung gilt nicht für Fluggäste, die einen der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Tarif nutzen, nicht im Besitz einer bestätigten Buchung oder unentgeltlich gereist sind. Wer nicht zur vereinbarten Zeit eingecheckt hat, geht ebenfalls leer aus. Falls keine genaue Zeit angegeben ist, müssen Reisende spätestens 45 Minuten vor dem genannten Abflugzeitpunkt eintreffen, um noch einchecken zu können.

Warum gibt es die Fluggastrechteverordnung 261/2004?

Die EU-Verordnung soll Fluggäste vor Unannehmlichkeiten schützen, die durch lange Wartezeiten oder Flugausfälle entstehen und durch die Fluggesellschaft verhindert werden können. Durch die gemeinsame Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates wurde daher eine verbindliche Regelung für Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste geschaffen.

Wenn also ein Flug annulliert wird oder große Verspätungen bei einer Reise auftreten, bietet die Verordnung den Fluggästen einerseits Schutz und Rechtssicherheit. Andererseits soll 261/2004 den Fluggesellschaften auch einen Anreiz liefern, einen möglichst pünktlichen und reibungslosen Flugbetrieb zu gewährleisten.

Rechte von Fluggästen bei Flugausfall oder Verspätungen

Bei Flugverspätungen von mehr als drei Stunden, bei einem Flugausfall oder bei einer Überbuchung haben Fluggäste Anspruch auf eine Entschädigung von 250 Euro bis 600 Euro pro Person. Die Höhe der Entschädigung hängt dabei von der zurückgelegten Flugstrecke ab.

Bei einer mehrstündigen Flugverspätung besteht unter Umständen ein zusätzlicher Anspruch auf Betreuungsleistungen. Dazu zählen Erfrischungen, Verpflegung, Hotelübernachtungen einschließlich Transfer und Kommunikationsmöglichkeiten.

In den folgenden Fällen besteht Anspruch auf Betreuungsleistungen:

●     Ab mehr als zwei Stunden Wartezeit am Abflugort bei Flügen mit einer Flugentfernung von bis zu 1500 km

●     Ab mehr als drei Stunden Wartezeit am Abflugort bei Flügen innerhalb der EU mit einer Flugentfernung von mehr als 1500 km

●     Für alle Flüge mit einer Flugentfernung zwischen 1500 km und 3500 km

●     Für mehr als vier Stunden Wartezeit bei Flügen mit einer Entfernung von mehr als 3500 km

Wenn ein Flug annulliert oder der Mitflug verweigert wurde, besteht das Recht auf eine Ersatzbeförderung zum angedachten Reiseziel. Diese muss so schnell wie möglich erfolgen. Wenn der Fluggast den Flug daraufhin storniert, hat er gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises.

Wenn ein Flug mehr als drei Stunden Verspätung hatte, kann gemäß Fluggastrechteverordnung eine Entschädigung beantragt werden. Dafür muss ein Beschwerdeformular eingereicht werden. Das ausgefüllte Formular ist zusammen mit einem Nachweis über die Buchung an die ausführende Fluggesellschaft zu richten.

Fazit: Entschädigung bei einem Flugausfall

Die EU-Verordnung 261/2004 sichert Fluggästen Unterstützung und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen bei Annullierungen oder Verspätung von Flügen zu. Unter bestimmten Bedingungen kann bei einem Flugausfall Anspruch auf eine Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro pro Person bestehen.

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