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Sonderveröffentlichung

Merchandising: Fun-Artikel für Hardcore-Fans

Ob Fußballvereine, Dienstleistungsunternehmen, Filmproduzenten und andere Inhaber großer Marken: Sie alle bringen mehr oder minder nützliche Fanartikel mit großem kommerziellem Erfolg unters Volk – und das seit Jahrzehnten. Die Betrachtung eines Phänomens.

von Aschendorff Medien

Foto: Pixabay.com

Skurrile und schräge Einnahmequellen

Als im September dieses Jahres Queen Elizabeth II. verstarb, trauerten Millionen von Briten um ihre Mutter der Nation. Dem Merchandising-Business rund ums britische Königshaus tat das allerdings wenig Abbruch. Genauso wie zu Hochzeiten, Jubiläen oder Geburten der Royal Family konnten Besucher der Trauerfeierlichkeiten die üblichen Fanartikel in den Souvenirläden Londons erstehen.

Neben den üblichen Bechern, Tassen, Tellern und weniger üblichen Spültüchern fand sich auch eine wackelnde Plastikfigur der gerade verblichenen Regentin, die als „Dancing Queen“ vermarktet wurde. Kostenpunkt: rund acht britische Pfund. Schwarzer Insel-Humor oder einfach nur geschmacklos? Skurril in jedem Fall.

Auch Fußballvereine machen seit vielen Jahren mit ihren Fanshops gute Zusatzgeschäfte, und auch hier gibt es viel Exotisches zu entdecken: Bade-Enten wurden hier bereits ebenso angeboten wie Ventilkappen mit Vereinslogo für den eigenen Pkw oder Bettwäsche in den Farben des jeweiligen Fußballklubs.

Mickey Mouse als Trendsetter

Was viele nicht wissen: Ihre Premiere hatten Merchandising-Artikel in der Traumfabrik Hollywood der Zwanziger- und Dreißigerjahre. Damals finanzierte der Trickfilm-Pionier Walt Disney unter anderem mit ersten Merch-Produkten seine frühen Produktionen.

Später erschienen die Motive mit Mickey Mouse und Co. auf einer ganzen Reihe von Artikeln – auf T-Shirts ebenso wie auf Uhren, Tassen oder als Spielfiguren. Disneys Maus gehört weltweit zu den Motiven, die am meisten fürs Fan-Geschäft genutzt wurden.

Seinen endgültigen Durchbruch hatte das Merchandising allerdings in den Siebzigern: Damals verhandelte der Star-Wars-Erfinder und Regisseur George Lucas für den ersten „Krieg der Sterne“-Streifen seinen Vertrag mit der 20th Century Fox. Dabei verzichtete er auf 500.000 US-Dollar, ließ sich dafür aber die Rechte am gesamten Merchandising-Geschäft der Star-Wars-Filme sichern.

Dieser Schachzug hat sich für Lucas mehr als gelohnt: Das Forbes Magazine schätzte die Einnahmen aus dem Merch-Deal im Jahr 2005 auf etwa 20 Milliarden US-Dollar. Heute gehört das Merchandising oft zum festen Bestandteil der Einnahmen, die mit großen Filmproduktionen erzielt werden.

Neues für alte Branchen

Mittlerweile haben Kugelschreiber, Becher, Luftballons und Süßigkeiten mit Firmenlogo auf der Verpackung auch Branchen erreicht, die früher so gar nicht für diese Art der Werbung bekannt waren.

Ein gutes Beispiel ist der Finanzsektor. Wo früher teure Anzüge, Krawatten und Hochglanzbroschüren für Professionalität und Seriosität standen, gibt es heute allerlei Buntes für die Kundschaft. So hat das Finanzdienstleistungsunternehmen tecis einen Online-Fanshop, der T-Shirts, Hoodies und sogar Sofakissen mit dem tecis-Logo feilbietet.

Viele Old-School-Banker dürften hier die Augenbraue hochziehen – dennoch, der Shop hat System: Die Finanzberaterinnen und -berater von tecis haben als Zielgruppe die Millennials und die Generation Z im Blick. Und die trägt nun einmal lieber Hoodie als Bluse oder Krawatte. An der Seriosität sollte es aber trotzdem nicht fehlen.

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