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Irreführende Werbung: Wie erkennt man minderwertiges Hundefutter?

Hundebesitzer haben eine hohe Verantwortung für ihren geliebten Vierbeiner. Leider wird der Kauf des richtigen Hundefutters dank der irreführenden Werbung vieler Hundefutterproduzenten und der großen Auswahl an Produkten immer schwerer. Wie man das richtige Hundefutter auswählt, zeigt unser Artikel.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Irreführende Werbung von Hundefutterproduzenten

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Fällen, in denen Hundefutterproduzenten versuchten, minderwertige Produkte durch irreführende Werbeversprechen an den Verbraucher zu bringen. Die Unternehmen nutzen dafür oft Wortneuschöpfungen, umgedeutete Begriffe und Falschinformationen, mit denen sie die Käufer täuschen wollen.

Als Reaktion auf eine analoge Entwicklung auf dem menschlichen Lebensmittelmarkt hat der gemeinnützige Verein Foodwatch e.V. den „Goldenen Windbeutel“ geschaffen. Es handelt sich dabei um einen Negativpreis für Lebensmittel, bei denen die Hersteller irreführende Werbung verwenden. „Im Moment verspricht die Industrie oft das Blaue vom Himmel: Überzuckerte Frühstücksflocken kommen als ‚Fitmacher‘ daher, unausgewogene Snacks werden als ‚kindgerecht‘ beworben und Industrie-Standardware als ‚Premium‘ vermarktet“, so Foodwatch e.V.

Leider gibt es den „Goldenen Windbeutel“ für Tierfutter noch nicht. Mit ein wenig Hintergrundwissen können Verbraucher die Werbelügen der Hundefutterhersteller aber auch selbst aufdecken.

Gesundheitsprobleme durch schlechtes Hundefutter

Die Qualität des Hundefutters beeinflusst die Gesundheit der Tiere stark. Durch minderwertiges Futter kann es bei empfindlichen Hunden schnell zu einer deutlichen Verschlechterung des Wohlbefindens und zu Verdauungsbeschwerden kommen. Langfristig kann schlechtes Hundefutter sogar Schäden an unterschiedlichen Organen und Herzkreislaufbeschwerden auslösen. Um seinem Hund ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen, ist die Wahl des richtigen Futters daher essenziell.

Wieso wird minderwertiges Hundefutter verkauft?

Mit Hundefutter werden in Deutschland Milliardenumsätze gemacht. Es ist deshalb nicht überraschend, dass es auch unseriöse Unternehmen auf dem Markt gibt, die Profit vor Qualität stellen. Hinzu kommt die bei vielen Verbrauchern vorhandene Einstellung „Geiz ist geil“, die Hundefutterhersteller dazu zwingt, ihre Produkte möglichst günstig anzubieten. Um in der Produktion Kosten einzusparen, verzichten viele Unternehmen auf einen hohen Anteil an hochwertigem Fleisch und verwenden stattdessen Fleisch- oder sogar Tiermehl oder andere minderwertige Zutaten.

Dies funktioniert, weil viele Verbraucher bei Hundefutter davon ausgehen, auch zum Schnäppchenpreis ein hochwertiges Produkt zu erhalten, dass ihren Hund mit allen nötigen Nährstoffen versorgt. Konsumenten, die wirklich hinterfragen, welche Inhaltsstoffe das Hundefutter hat, sind hingegen selten. Dies kommt der Industrie entgegen, die dafür sorgt, dass man leichtgläubigen Kunden selbst minderwertige Produkte als gesunde Kost für den Hund verkaufen kann.

Extrusionsverfahren oder Fleischsaftgarung?

In der Hundetrockenfutterproduktion kommt meist das Extrusionsverfahren zum Einsatz. Tierärzte und andere Experten empfehlen jedoch das deutlich gesündere Futter aus der Fleischsaftgarung.

Im Extrusionsverfahren wird fast ausschließlich Fleisch- oder gar Tiermehl verarbeitet. Unter Verwendung von Wasser werden diese günstigen Rohstoffe bei hohen Temperaturen und einem Druck zu einem Teig verarbeitet. Dieser wird im Anschluss durch Düsen gepresst, um die bekannten Hundefutterkroketten herzustellen. Die meisten Frühstückscerealien für den Menschen werden übrigens auch so produziert.

Ähnlich wie bei Cornflakes und Co. saugt sich Hundefutter, das per Extrusionsverfahren hergestellt wurde, nicht direkt mit Flüssigkeit voll, sondern bleibt noch eine längere Zeit knusprig. Das Futter quillt also erst im Magen des Hundes beim Kontakt mit der Magenflüssigkeit vollständig auf. Dabei vergrößert sich das Volumen des Hundefutters stark und es kommt zum gefährlichen “Futterbauch”. Dieser kann im schlimmsten Fall zu einer potenziell tödlichen Magendrehung führen.

Deutlich besser ist Hundefutter aus der Fleischsaftgarung. Bei diesem alternativen Produktionsverfahren wird ausschließlich Frischfleisch ohne Zugabe von Wasser schonend im eigenen Fleischsaft gegart. Die niedrigen Temperaturen und die hochwertigen Zutaten sorgen dafür, dass Futter aus der Fleischsaftgarung alle nötigen Nährstoffe enthält und für Hunde gut verträglich und gesund ist.

Zudem quillt Futter aus diesem Herstellungsverfahren im Magen der Hunde nicht auf. Futter aus der Fleischsaftgarung führt also nicht zu dem gefährlichen Futterbauch mit seinen Folgen. Vorteilhaft ist auch der intensive Eigengeschmack, der auch bei wählerischen Hunden zu einer hohen Akzeptanz des Futters führt. Bei Hundefutter aus dem Extrusionsverfahren müssen Hersteller hingegen mit künstlichen Zusatzstoffen nachhelfen, um den Geschmack der minderwertigen Zutaten aufzupeppen.

Wie lässt sich hochwertiges Hundefutter erkennen?

Die Auswahl an Hundefutter im Online- und Fachhandel nimmt stetig zu. Verbraucher, die ihrem Hund etwas Gutes tun möchten, sollten beim Futterkauf deshalb besser zweimal hinsehen. Besonders minderwertige Produkte lassen sich meist anhand des Preises erkennen. Dies heißt aber nicht automatisch, dass teures Hundefutter eine hohe Qualität hat.

Zusätzlich ist ein Blick auf die Inhaltsstoffe und eine Information über das Produktionsverfahren sinnvoll. Werden in den Inhaltsstoffen große Anteile an Fleischmehl oder Tiermehl erwähnt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein minderwertiges Hundefutter, das gemieden werden sollte. Hersteller, die die gesunde Fleischsaftgarung anwenden, informieren darüber häufig auf der Packung. Fehlen beim Hundefutter Angaben zum Produktionsverfahren, ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Futter per Extrusionsverfahren hergestellt wurde. Es sollte deshalb ebenfalls nicht gekauft werden.

Fazit

Beim Kauf von Hundefutter können Verbraucher durch die Werbelügen einiger Hersteller und die große Auswahl leicht ein minderwertiges Produkt kaufen. Um den geliebten Vierbeiner optimal zu versorgen, sollte man deshalb stets auf die Zutaten und das Produktionsverfahren achten.

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